Cum-Cum-Skandal, Steuerprofessor

Cum-Cum-Skandal: Steuerprofessor kritisiert Bundesregierung scharf

25.08.2025 - 00:01:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Steuerprofessor Christoph Spengel fordert von der neuen Bundesregierung mehr Einsatz im Kampf gegen sogenannte Cum-Cum-AktiengeschÀfte, die den Staat Milliarden kosten.

Friedrich Merz am 24.08.2025 - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die Politik redet das Thema klein", sagte Spengel der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe). Mit diesen GeschĂ€ften könnten Investoren einen Schaden von ĂŒber 25 Milliarden Euro verursacht haben. "Sie behauptet, sie habe alles im Griff, der Schaden sei gar nicht so groß - frei nach dem Motto: `Ist doch nichts passiert`. Das regt mich wirklich auf. Das kann man nicht einfach wegwischen." Besonders kritisch sieht Spengel, dass Cum-Cum-Deals nach wie vor möglich seien, obwohl man sie "leicht" unterbinden könne.

"Daher appelliere ich an die Bundesregierung, endlich gesetzgeberisch tĂ€tig zu werden und die bestehende GesetzeslĂŒcke zu schließen." UnverstĂ€ndlich sei die politische ZurĂŒckhaltung auch vor dem Hintergrund knapper Staatsfinanzen. "Die letzte Bundesregierung ist am Streit um fĂŒnf Milliarden Euro im Haushalt zerbrochen. Gleichzeitig werden jedes Jahr zig Milliarden Euro durch Steuerbetrug erbeutet", so Spengel. Dem keine hohe PrioritĂ€t einzurĂ€umen, sei "Ă€ußerst fahrlĂ€ssig". Cum-Cum-GeschĂ€fte ermöglichen es auslĂ€ndischen Investoren mithilfe deutscher Finanzinstitute, sich Kapitalertragsteuern erstatten zu lassen, obwohl sie darauf keinen Anspruch haben. Die Bundesregierung schĂ€tzt den Schaden auf ĂŒber sieben Milliarden Euro, Spengel errechnet nahezu 28,5 Milliarden Euro. Er zieht dabei Parallelen zum Cum-Ex-Skandal: "Dieses Kleinreden hat man anfangs auch bei Cum-Ex gemacht." Der Steuerskandal beschĂ€ftigte ĂŒber 15 Jahre hinweg Medien und Justiz, brachte selbst Ex-Kanzler Olaf Scholz (SPD) in BedrĂ€ngnis und fĂŒhrte zu mehreren Haftstrafen. Spengel hatte bereits 2016 als Gutachter im Cum-Ex-Untersuchungsausschuss die Schadenshöhe beziffert.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 68145421 |