ROUNDUP, US-Arbeitsmarkt

US-Arbeitsmarkt leidet unter Trumps Zollpolitik

01.08.2025 - 15:34:24 | dpa.de

Der US-Arbeitsmarkt hat zu Beginn des Sommers deutliche Anzeichen von SchwÀche gezeigt.

Im Juli wurden unerwartet wenig neue Stellen geschaffen, wĂ€hrend die Arbeitslosenquote zulegte. DarĂŒber hinaus wurde die Zahl der BeschĂ€ftigen in den beiden Monaten zuvor ungewöhnlich stark nach unten revidiert, wie aus den am Freitag in Washington Daten des Arbeitsministeriums hervorgeht. Ökonomen erklĂ€ren die enttĂ€uschenden Arbeitsmarktdaten auch mit Auswirkungen der aggressiven Zollpolitik der US-Regierung.

Die Zahl der BeschĂ€ftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 73.000, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlich stĂ€rkeren Zuwachs um 104.000 gerechnet. DarĂŒber hinaus wurden die Werte fĂŒr die Vormonate stark nach unten revidiert. Im Juni war die Zahl der BeschĂ€ftigten mit 14.000 kaum noch gestiegen, nachdem zuvor ein Zuwachs um 147.000 gemeldet worden war. FĂŒr den Zeitraum Mai und Juni revidierte das Ministerium die Zahl der neuen Stellen um insgesamt 258.000 nach unten.

"Der Anstieg der BeschĂ€ftigung war eine herbe EnttĂ€uschung", kommentierte Analyst Elmar Völker von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. Seiner EinschĂ€tzung nach hat sich der US-Arbeitsmarkt seit Beginn der aggressiven Zollpolitik durch PrĂ€sident Donald "stĂ€rker abgekĂŒhlt als bisher in den offiziellen Daten erkennbar war".

"Die schwachen Arbeitsmarktdaten lassen darauf schließen, dass sich die US-Wirtschaft empfindlich abkĂŒhlt", sagte auch Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Sie zeigen, dass die Zölle die wirtschaftliche Entwicklung stĂ€rker als bislang angenommen belasten.

Zudem hat die Regierung unter Trump zahlreiche Stellen im Staatsdienst gestrichen, was sich nach EinschĂ€tzung von Experten auch auf die Lage am Arbeitsmarkt auswirken dĂŒrfte. KĂŒrzungen im Staatshaushalt haben zudem zu Entlassungen an UniversitĂ€ten und bei gemeinnĂŒtzigen Organisationen gefĂŒhrt.

Wie das Arbeitsministerium weiter mitteilte, stieg die Arbeitslosenquote im Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Analysten hatten dies im Schnitt erwartet. Auch die Lohnentwicklung verlief in etwa so wie Experten dies erwartet haben. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich um 0,3 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt mit diesem Plus gerechnet. Im Jahresvergleich legten die Löhne um 3,9 Prozent zu und damit etwas stÀrker als erwartet.

Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt wird an den FinanzmĂ€rkten stark beachtet, weil sie mit ausschlaggebend fĂŒr die Geldpolitik der US-Notenbank ist. Zuletzt hatte die Fed die Zinsen mehrfach mit Hinweis auf einen robusten Arbeitsmarkt unverĂ€ndert belassen, trotz des massiven Drucks durch US-PrĂ€sident Donald Trump. Dieser hatte immer wieder vehement eine Zinssenkung zur Ankurbelung der Wirtschaft gefordert. "Eine Zinssenkung auf der nĂ€chsten Sitzung - immer noch unsere Prognose - gewinnt durch die heutigen Zahlen wieder an Wahrscheinlichkeit", kommentierte Christoph Walz, Volkswirt bei der Commerzbank. "Dies gilt unabhĂ€ngig vom politischen Druck durch das Weiße Haus."

Durch den unerwartet schwachen Arbeitsmarktbericht dĂŒrfte sich der Druck auf die WĂ€hrungshĂŒter um Notenbankchef Jerome Powell erhöhen, die Zinsen zu senken. Am Devisenmarkt reagierte der US-Dollar mit deutlichen Kursverlusten auf die Arbeitsmarktdaten. Im Gegenzug stieg der Euro auf ein Tageshoch bei 1,1558 US-Dollar. Die Renditen von US-Anleihen gaben deutlich nach. Am Frankfurter Aktienmarkt weitete der Dax vorherige Kursverluste aus.

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