Qiagen, EQT

Qiagen: EQT bietet 46,50 Euro je Aktie für Dax-Konzern

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 12:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Verwaltungsrat und der Vorstand des Diagnostikkonzerns empfehlen den Aktionären die Annahme des Barangebots. Bei einem erfolgreichen Vollzug soll Qiagen von den Börsen in Frankfurt und New York genommen werden.

Qiagens Übernahmeprozess bis 2027

  • EQT muss mehr als 50 Prozent der Qiagen-Anteile für den Vollzug des Angebots sichern.
  • Qiagen beschäftigt weltweit rund 5.400 Menschen an 35 Standorten.
  • Der Konzern bedient mehr als 500.000 Kunden aus Forschung, Industrie und Gesundheitsversorgung.
Der Finanzinvestor EGT hat ein Angebot für den Diagnostikkonzern Qiagen vorgelegt (Archivbild) - Bild: Fabian Strauch/dpa

EQT legt Angebot für Qiagen vor

Der schwedische Finanzinvestor EQT will den Diagnostik- und Labordienstleister Qiagen übernehmen und bietet über ein Beteiligungsvehikel 46,50 Euro je Aktie in bar. Das Angebot bewertet den Dax-Konzern mit Deutschlandsitz in Hilden bei Düsseldorf einschließlich Schulden mit rund 10,8 Milliarden Euro.

EQT und Qiagen haben einen Zusammenschluss vereinbart, dem Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens einstimmig zustimmen und den sie den Aktionären empfehlen.

Börsenrückzug ist vorgesehen

Bei einem erfolgreichen Abschluss soll die Qiagen-Aktie von den Börsen in Frankfurt und New York genommen werden. EQT muss dafür mehr als 50 Prozent der Anteile auf sich vereinen.

An dem Beteiligungsvehikel sollen neben EQT der Staatsfonds von Abu Dhabi und der kanadische Pensionsfonds CPP Investments beteiligt sein. Den Abschluss der Transaktion erwarten die Beteiligten für Mitte 2027.

Qiagen setzt auf mehr Handlungsspielraum

Qiagen erklärte, das Unternehmen könne unter einer Beteiligungsgesellschaft besser positioniert werden als an der Börse. Als privates Unternehmen könne der Konzern schneller handeln und Ressourcen gezielter für die langfristige Strategie einsetzen, sagte der neue Qiagen-Chef Jonathan Pratt.

Gerüchte hatten sich zuletzt verdichtet

Qiagen beschäftigt weltweit rund 5.400 Menschen an 35 Standorten und bedient mehr als 500.000 Kunden. Dazu zählen Einrichtungen der akademischen und pharmazeutischen Forschung, industrielle Anwender wie die Forensik sowie die klinische Gesundheitsversorgung.

Über einen Verkauf des 1984 gegründeten Unternehmens war bereits länger spekuliert worden. Qiagen mit Hauptsitz im niederländischen Venlo hatte im Frühjahr bestätigt, mit Unterstützung von Banken strategische Optionen zu prüfen.

Aktie steigt nach Übernahmeangebot

Die Spekulationen über einen Verkauf hatten den Aktienkurs bereits zuvor gestützt. Am Donnerstagmorgen legte die Qiagen-Aktie um mehr als fünf Prozent auf gut 45 Euro zu; innerhalb von sechs Monaten stieg sie um rund ein Drittel.

Qiagen ist im Diagnostikmarkt mit Testportfolios und Analysegeräten etabliert, aber kleiner als breit aufgestellte Wettbewerber wie Thermo Fisher, Abbott oder Roche. EQT verwaltete zuletzt ein Vermögen von 354 Milliarden Euro.

Die geplante Übernahme ordnet sich in eine anhaltende Konsolidierung der Diagnostik- und Life-Sciences-Branche ein. Qiagen verfügt über ein breit eingesetztes Portfolio aus Testverfahren, Analysegeräten und Verbrauchsmaterialien und beliefert Forschung, Industrie und Gesundheitsversorgung. Für einen Finanzinvestor liegt der strategische Ansatz darin, ein etabliertes Unternehmen außerhalb des Kapitalmarktdrucks langfristig weiterzuentwickeln.

Der angebotene Unternehmenswert von rund 10,8 Milliarden Euro macht die Transaktion zu einem großen europäischen Healthcare-Deal. Für Aktionäre ist entscheidend, ob EQT die erforderliche Mehrheit von mehr als 50 Prozent erreicht. Die einstimmige Unterstützung von Vorstand und Aufsichtsrat erleichtert das Angebot, ersetzt aber nicht die Annahme durch die Anteilseigner.

Folgen für Qiagen und Beschäftigte

Bei einem erfolgreichen Abschluss würde Qiagen von den Börsen in Frankfurt und New York genommen. Damit entfiele die laufende öffentliche Kursnotierung; zugleich erhielte die künftige Beteiligungsgesellschaft mehr Spielraum für Investitionen und strategische Entscheidungen.

Für Kunden und Beschäftigte bleibt zunächst die operative Kontinuität im Vordergrund. Qiagen bedient mehr als 500.000 Kunden und arbeitet an 35 Standorten. Der erwartete Abschluss Mitte 2027 zeigt, dass zwischen dem Angebot und dem Vollzug noch mehrere Schritte liegen, darunter die Sicherung der Mindestannahmequote und die Umsetzung der Transaktion.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

stern: „Pharma: Finanzinvestor EQT will Dax-Konzern Qiagen übernehmen“ (22.10.2026)

Der Beitrag bestätigt das Barangebot von 46,50 Euro je Aktie und die Bewertung von rund 10,8 Milliarden Euro. Im Mittelpunkt stehen außerdem die Unterstützung durch Qiagens Führungsgremien, die geplante Börsenabkehr und der erwartete Abschluss Mitte 2027.

n-tv: „Anleger stürzen sich auf Qiagen“ (22.10.2026)

Der Bericht hebt stärker die unmittelbare Reaktion des Kapitalmarkts hervor: Die Aktie habe um 5,4 Prozent auf 45,14 Euro zugelegt. Zusätzlich nennt er den Aufschlag von gut 40 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs vom 8. Juli und benennt ADIA und CPP als Partner des Konsortiums.

Beide Beiträge stimmen beim Angebot, der Bewertung und dem positiven Börsenimpuls überein. Der stern legt den Schwerpunkt auf die Transaktionsstruktur und den weiteren Ablauf, während n-tv die Perspektive der Anleger und den Kursaufschlag betont.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70393116 |