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Deutsche Autobauer: Gewinn bricht um 19% auf Tiefstand seit 2020

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Weltbranche wächst, doch Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW verlieren Umsatz und Gewinn. China-Rückgang und Standortkosten erhöhen den Druck.

Deutsche Autobauer verlieren an Boden: Gewinne und China-Geschäft schwächeln
Eine leere, industrielle Montagehalle mit Betonboden und hohen Fenstern, durch die natürliches Licht in den Raum fällt. Illustration mit AI erstellt.

Die globale Automobilindustrie hat im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Umsatzrekord aufgestellt, während die deutschen Kernmarken zunehmend unter Druck geraten. Laut einer am 20. September 2026 veröffentlichten Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY stieg der Gesamtumsatz der 19 weltweit größten Autokonzerne um 3,6 Prozent auf den Höchstwert von 1.048 Milliarden Euro.

Im Gegensatz dazu verzeichneten die deutschen Hersteller Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW ein Umsatzminus von 2,9 Prozent auf 284 Milliarden Euro. Dies markiert für die deutschen Unternehmen den dritten Umsatzrückgang in Folge.

Divergenz bei Umsatz und Ertragskraft

Die wirtschaftliche Schere zwischen den deutschen Herstellern und dem Rest der Branche klafft laut der Analyse insbesondere beim Gewinn weit auseinander.

Während das operative Ergebnis (Ebit) aller 19 untersuchten Konzerne um 11,4 Prozent auf 43,7 Milliarden Euro zulegte, brach das Ebit der deutschen Autobauer um 19,0 Prozent auf 13,0 Milliarden Euro ein. Dies stellt für die hiesigen Konzerne den niedrigsten Wert seit dem Pandemiejahr 2020 dar. Auch die Gewinnmarge der deutschen Unternehmen verschlechterte sich von 5,5 Prozent im Vorjahr auf nun 4,6 Prozent.

Im historischen Vergleich liegt der Gewinn der deutschen Hersteller mit gut 13 Milliarden Euro auf dem zweitniedrigsten Stand seit 2017. Der Gesamtumsatz der deutschen Autobauer rangiert derzeit rund 7 Prozent unter dem Niveau des Rekordjahres 2023, liegt jedoch noch knapp 1,5 Milliarden Euro über dem Umsatzvolumen der japanischen Wettbewerber.

Massive Einbrüche im China-Geschäft

Ein wesentlicher Faktor für die negative Entwicklung ist die schwache Performance auf dem chinesischen Markt. Die deutschen Hersteller verzeichneten dort im ersten Halbjahr 2026 einen Absatzrückgang von 25 Prozent. Der Anteil Chinas am weltweiten Absatz von VW, BMW und Mercedes sank infolgedessen deutlich von zuvor 28,9 Prozent auf 23,5 Prozent.

Die regionale Entwicklung der Ebit-Ergebnisse zeigt weltweit starke Unterschiede: Während US-amerikanische Hersteller (Ford, GM, Tesla) ein Plus von 32,9 Prozent und europäische Konzerne insgesamt ein Wachstum von 9,8 Prozent verbuchten, verzeichneten Unternehmen in China ein Minus von 21,9 Prozent und in Japan einen Rückgang von 36,5 Prozent.

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Die Zahlen der aktuellen EY-Analyse sind eindeutig: Während die 19 größten Autokonzerne weltweit ihren Umsatz auf den Rekordwert von 1.048 Milliarden Euro steigerten, verzeichneten Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW das dritte Umsatzminus in Folge. Der Ebit der deutschen Hersteller brach um 19,0 Prozent auf 13,0 Milliarden Euro ein — der niedrigste Wert seit dem Pandemiejahr 2020, die Marge fiel von 5,5 auf 4,6 Prozent. Unser kostenloser Report ordnet diese Divergenz ein und zeigt, welche Kennzahlen Finanzentscheider jetzt gegen die eigene Planung spiegeln sollten. Automotive-Report jetzt kostenlos anfordern

Kostendruck und strukturelle Nachteile am Standort Deutschland

Branchenexperten führen die aktuelle Situation auf eine tiefgreifende Profitabilitätskrise zurück. EY-Experte Gall verwies in diesem Zusammenhang auf strukturelle Kostennachteile, die durch hohe Lohnkosten, hohe Energiepreise und eine ausufernde Bürokratie verschärft würden.

Daten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) unterstreichen die preisliche Belastung am Standort Deutschland. Demnach kostet eine Arbeitsstunde in der deutschen Autoindustrie fast 65 Euro. Im Vergleich dazu liegen die Kosten in Tschechien bei 24 Euro und in Polen bei 18 Euro.

Auch bei der Jahresarbeitszeit bestehen erhebliche Differenzen: In Deutschland wird im Schnitt 1.300 Stunden pro Jahr gearbeitet, während die Arbeitszeit in Tschechien 1.800 Stunden und in Mexiko über 2.000 Stunden beträgt.

Gewinnwarnungen und drohender Stellenabbau lösen Proteste aus

Die wirtschaftliche Anspannung schlägt sich bereits in korrigierten Prognosen und personellen Konsequenzen nieder. Volkswagen senkte die Prognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich und rechnet nun mit einem operativen Gewinn von maximal 1 Prozent des Umsatzes, nachdem zuvor 4 bis 5,5 Prozent angestrebt worden waren.

Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 2,8 Prozent gelegen. Belastet wird das Ergebnis durch Sondereffekte in Höhe von 10 Milliarden Euro, wovon allein 6 Milliarden Euro auf Abschreibungen bei Porsche entfallen.

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Der China-Absatz der deutschen Hersteller ist im ersten Halbjahr 2026 um 25 Prozent eingebrochen, der China-Anteil am Weltabsatz sank von 28,9 auf 23,5 Prozent. Gleichzeitig kostet eine Arbeitsstunde in der deutschen Autoindustrie fast 65 Euro — in Tschechien sind es 24 Euro, in Polen 18 Euro, bei 1.300 Jahresstunden gegenüber 1.800 in Tschechien und über 2.000 in Mexiko. Wer die Standortstrategie neu rechnet, braucht belastbare Vergleichszahlen statt Annahmen. Unser Leitfaden liefert die Kostenstruktur im Direktvergleich und eine Checkliste für die Standortbewertung. Leitfaden zur Standortkosten-Analyse sichern

Die Konzerne VW, BMW, Mercedes und Porsche haben bereits den Abbau von zehntausenden Stellen angekündigt. Laut einem Bericht vom 20. September 2026 könnten allein bei Porsche weitere 4.000 Arbeitsplätze wegfallen. Zudem überdenken die deutschen Autobauer ihre Standortstrategien.

Als Reaktion auf die drohenden Einschnitte hat die IG Metall für Montag zu Protesten an über 200 Orten aufgerufen. Die Gewerkschaft erwartet mehr als 100.000 Teilnehmer, die gegen den geplanten Stellenabbau und für die Sicherung der Standorte demonstrieren wollen.

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