Autoindustrie, IG Metall

Deutsche Autobauer verlieren weiter an Boden: IG Metall kündigt Proteste an

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 13:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die deutschen Autobauer verlieren laut EY im ersten Halbjahr weiter an Umsatz und Gewinn gegenüber der internationalen Konkurrenz. Parallel mobilisiert die IG Metall gegen den Stellenabbau in der Branche.

  • Der Umsatz von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW ist im ersten Halbjahr gesunken. (Archivbild) - Bild: Lukas Barth-Tuttas/dpa
    Der Umsatz von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW ist im ersten Halbjahr gesunken. (Archivbild) - Bild: Lukas Barth-Tuttas/dpa
  • In der deutschen Autoindustrie sollen Zehntausende Stellen abgebaut werden - auch bei BMW. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
    In der deutschen Autoindustrie sollen Zehntausende Stellen abgebaut werden - auch bei BMW. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Der Einbruch in China macht den Autobauern besonders zu schaffen. (Archivbild) - Bild: Marton Monus/dpa
    Der Einbruch in China macht den Autobauern besonders zu schaffen. (Archivbild) - Bild: Marton Monus/dpa
  • Gall: «China bleibt das größte Einzelrisiko für die deutschen Konzerne». (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
    Gall: «China bleibt das größte Einzelrisiko für die deutschen Konzerne». (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
Der Umsatz von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW ist im ersten Halbjahr gesunken. (Archivbild) - Bild: Lukas Barth-Tuttas/dpa In der deutschen Autoindustrie sollen Zehntausende Stellen abgebaut werden - auch bei BMW. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa Der Einbruch in China macht den Autobauern besonders zu schaffen. (Archivbild) - Bild: Marton Monus/dpa Gall: «China bleibt das größte Einzelrisiko für die deutschen Konzerne». (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa

Die drei deutschen Autobauer Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW verlieren im Wettbewerb mit der internationalen Konkurrenz weiter an Boden.

Umsatz und Gewinn unter Druck

In der ersten Jahreshälfte sanken ihre Erlöse nach einer EY-Analyse auf rund 284 Milliarden Euro, ein Minus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während die 19 untersuchten Autokonzerne insgesamt zulegten, kamen die drei deutschen Hersteller im Konzern-Ranking nur auf die Plätze 16, 17 und 19.

Schwäche zeigt sich auch beim Ergebnis

Auch beim Gewinn fiel die Bilanz schlechter aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank um 19,0 Prozent auf 13,0 Milliarden Euro und damit auf den niedrigsten Wert seit dem Pandemie-Jahr 2020.

China bleibt ein zentraler Belastungsfaktor

Besonders deutlich spüren die deutschen Konzerne die Probleme in China. Dort ging der Absatz von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW im ersten Halbjahr um 25 Prozent zurück, während der Markt für die Hersteller aus den USA zulegte.

Proteste gegen den Stellenabbau

Die wirtschaftliche Schwäche hat Folgen für Standorte und Beschäftigte. In der deutschen Autoindustrie laufen zahlreiche Programme zum Abbau von Jobs; betroffen sind auch große Zulieferer und mehrere Werke der Hersteller.

Die IG Metall will am Montag an gut 200 Orten protestieren. Die Gewerkschaft rechnet nach eigenen Angaben mit mehr als 100.000 Teilnehmern und fordert zusätzliche Investitionen in deutsche Werke, etwa bei Batteriefertigung und autonomem Fahren.

Industrie fordert mehr Anpassung

Der Verband der Automobilindustrie wirbt zugleich für mehr Veränderungsbereitschaft. Aus Sicht der Branche sind vor allem hohe Arbeitskosten und lange Produktionszeiten in Deutschland ein Wettbewerbsnachteil.

Warum die Lage für die deutschen Hersteller kippt

Die dpa-Meldung beschreibt keinen kurzfristigen Ausreißer, sondern eine Entwicklung, die sich über mehrere Halbjahren verdichtet: Umsatz und Gewinn der großen deutschen Hersteller geraten im weltweiten Vergleich unter Druck, während andere Konzerne zulegen. Für Verbraucher und Beschäftigte ist das wichtig, weil sich daraus oft spätere Investitionsentscheidungen, Sparprogramme und verschobene Modellzyklen ergeben.

Besonders relevant ist dabei die Verschiebung nach China. Der Markt war für Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW lange ein Wachstumsmotor, inzwischen wirkt er für die deutschen Premiumanbieter wie ein Belastungstest. Wenn dort Absatz und Marktanteile sinken, lässt sich das nicht einfach durch gute Geschäfte in Europa ausgleichen, weil die Volumina und Margen der Volksrepublik für die Branche eine zentrale Rolle spielen.

Folgen für Standorte und Beschäftigte

Parallel verschärft der Kostendruck die Debatte um Produktion in Deutschland. Hohe Lohn-, Energie- und Standortkosten treffen die Hersteller in einer Phase, in der zugleich Milliarden in Elektromobilität, Software und automatisiertes Fahren fließen müssen. Das erhöht den Druck auf Werke, die bisher vor allem mit klassischen Antrieben ausgelastet waren.

Für die Belegschaften bedeutet das: Der aktuelle Stellenabbau ist nicht nur ein Ausdruck schwächerer Konjunktur, sondern Teil eines tieferen Strukturwandels. Die angekündigten Proteste der IG Metall zeigen, dass sich die Auseinandersetzung um die Zukunft der Werke nun stärker auf Investitionen, Produktstrategien und die Verteilung der Lasten zwischen Konzernen und Beschäftigten verlagert.

Bedeutung über die Autoindustrie hinaus

Die Entwicklung reicht über einzelne Unternehmen hinaus. Die deutsche Autoindustrie ist ein Kernbereich von Industrie, Export und Zulieferern; wenn dort Renditen und Produktion unter Druck geraten, wirkt das auf zahlreiche Regionen und Unternehmen entlang der Lieferkette. Zugleich entscheidet sich an ihr, ob der Umbau zur E-Mobilität in Deutschland gelingt oder ob Wertschöpfung weiter ins Ausland wandert.

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