Deutsche Bank: ASIC verhĂ€ngt Millionen-Strafe fĂŒr OTC-Meldefehler
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 09:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die australische Finanzaufsicht ASIC hat die Deutsche Bank zu einer Strafe von zwei Millionen Australischen Dollar (rund 1,3 Millionen US-Dollar) verdonnert. Grund sind massive MĂ€ngel bei der Meldung von auĂerbörslichen DerivatgeschĂ€ften (OTC). Ăber fast ein Jahr hinweg habe das Institut systematisch gegen Meldevorschriften verstoĂen, so die Behörde.
Systemisches Versagen an 208 Handelstagen
Die Fehler betreffen den Zeitraum von Oktober 2024 bis August 2025. In dieser Zeit meldete die Bank mehr als 260.000 OTC-DerivatgeschÀfte fehlerhaft an die Aufsicht. Besonders hÀufig stimmten die Angaben zur Handelsrichtung bei Devisen- und Rohstofftransaktionen nicht.
Die ASIC spricht von einem systemischen Versagen der bankinternen Kontrollprozesse. Die Deutsche Bank habe bei der AufklĂ€rung kooperiert und arbeite bereits an technischen Lösungen, um die DatenqualitĂ€t zu verbessern. Das BuĂgeld ist bereits beglichen.
Millionenklage gegen Fonds-Initiatoren
Parallel zu den regulatorischen Problemen in Australien gibt es in Deutschland juristischen Ărger. Die KassenĂ€rztliche Vereinigung Baden-WĂŒrttemberg hat Schadensersatzklage gegen die Verantwortlichen des Verius-Fonds eingereicht. Beklagt werden unter anderem Hauck AufhĂ€user Lampe, Hauck AufhĂ€user Fund Services sowie Verius Capital.
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Die KV rechnet mit Verlusten von bis zu 44 Millionen Euro. Auch die BKK Gildemeister Seidensticker ist betroffen â ihr Schaden liegt bei rund sechs Millionen Euro. Branchenbeobachter gehen bei einem Fondsvolumen von mindestens 1,2 Milliarden Euro von einem Gesamtschaden von mindestens 127 Millionen Euro aus. Der Wertverlust wird auf 96 Prozent geschĂ€tzt.
VerschÀrfte Kontrollen und neue Risiken
Die VorfĂ€lle kommen zu einer Zeit, in der die Aufsichtsbehörden weltweit genauer hinschauen. Die Bundesbank warnte in ihrem FinanzstabilitĂ€tsbericht vor einer spĂŒrbaren Verschlechterung des makrofinanziellen Rahmens. Konjunkturflaute, Zollkonflikte und steigende KreditausfĂ€lle machen den Instituten zu schaffen. WĂ€hrend sich der Wohnimmobilienmarkt stabilisiert, bleibt die Lage bei Gewerbeimmobilien angespannt.
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Auch die Gerichte erhöhen den Druck. Ein Urteil des belgischen Kassationshofs stĂ€rkt die Rechte von Phishing-Opfern: Banken dĂŒrfen EntschĂ€digungen nicht mehr pauschal mit dem Hinweis auf grobe FahrlĂ€ssigkeit verweigern. Experten verweisen zudem auf eine neue Form der Sammelklage, die Verbrauchern kĂŒnftig die Durchsetzung von AnsprĂŒchen gegen GroĂunternehmen erleichtern soll.
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