Baugenehmigungen, Zahl

Deutsche Baugenehmigungen steigen zweistellig

18.05.2026 - 18:01:27 | boerse-global.de

Die Zahl genehmigter Wohnungen legt im März um 11,5 Prozent zu. Experten sehen die Talsohle der Baukrise als durchschritten an.

Deutsche Baugenehmigungen steigen zweistellig - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Deutsche Baugenehmigungen steigen zweistellig - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Das Statistische Bundesamt meldete am Montag 21.800 genehmigte Wohneinheiten – ein Plus von rund 2.200 im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders der Neubau zog mit 8,2 Prozent auf 17.600 Einheiten an. Noch stärker wuchs der Umbau im Bestand: plus 28 Prozent.

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Der positive Trend bestätigt die Entwicklung aus 2025. Damals genehmigten die Behörden 238.500 Wohnungen – ein Anstieg von 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Talsohle der Baukrise scheint damit durchschritten. Seit 2021 hatte die Branche mit massiven Rückgängen gekämpft. Experten führen die Erholung auf mehr Planungssicherheit und neue politische Impulse zurück – etwa den „Bau-Turbo“ und das Infrastrukturzukunftsgesetz.

Digitale Helfer für komplexe Förderungen

Die Markterholung treibt auch die Digitalisierung der Immobilienbranche voran. Ein zentrales Problem: Die Förderlandschaft ist unübersichtlich. Neue Abschreibungsregeln wie die degressive AfA und spezifische KfW-Programme machen Investitionen zwar attraktiver, aber schwerer vergleichbar.

Die Plattform WohnbauAtlas.de will das ändern. Das in Herrsching am Ammersee ansässige Unternehmen stellte Mitte Mai seine erweiterten Analysefunktionen vor. Nutzer können Neubauprojekte nicht nur nach Lage und Preis filtern, sondern auch nach wirtschaftlicher Effizienz durch staatliche Förderungen. Die Plattform erfasst Projekte, die das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) erfüllen oder von Sonder-AfA sowie Denkmalabschreibungen profitieren.

Gründer Andy Laufer sagte, die Idee sei aus Eigenbedarf entstanden. Herkömmliche Portale bildeten die steuerlichen und energetischen Feinheiten von Neubauten nur unzureichend ab. Dabei entscheiden genau diese Faktoren zunehmend über die Rentabilität eines Investments.

Preise ziehen wieder an

Die Erholung bei den Genehmigungen trifft auf einen Markt, der preislich wieder Fahrt aufnimmt. Der Postbank Wohnatlas verzeichnete fĂĽr 2025 den ersten realen Preisanstieg bei Eigentumswohnungen seit drei Jahren: plus 0,6 Prozent nach Abzug der Inflation.

Besonders Mittelstädte mit bis zu 100.000 Einwohnern legten zu – hier stiegen die Preise um durchschnittlich 1,2 Prozent. In den sieben größten Metropolen, den „Big 7“, fiel das Plus mit 0,2 Prozent moderat aus. Experten von Dr. Klein prognostizieren für 2026 einen weiteren Anstieg von rund 3,0 Prozent bundesweit.

Treiber bleibt die Angebotsknappheit. Zwar steigen die Genehmigungszahlen, die tatsächliche Bautätigkeit liegt aber noch weit unter dem politischen Ziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr. Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp), betonte im Mai, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum müsse weiter höchste Priorität haben – auch wenn der Markt mit „moderatem Rückenwind“ ins Jahr gestartet sei.

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Politik beschleunigt Bauverfahren

Die wirtschaftliche Erholung wird von gesetzlichen Änderungen flankiert. Die Koalition aus CDU/CSU und SPD hat im Frühjahr 2026 zentrale Teile ihres Bau-Pakets auf den Weg gebracht. Dazu gehört ein Upgrade des Baugesetzbuches (BauGB), das Planungs- und Genehmigungsverfahren durch Digitalisierung und Standardisierung beschleunigen soll. Ein Kabinettsbeschluss wird noch vor der parlamentarischen Sommerpause im Juli erwartet.

Kernelement der Strategie: die Förderung des seriellen Bauens und die Einführung des „Gebäudetyps E“. Dieser verzichtet auf rechtlich nicht zwingend erforderliche Komfortstandards und ermöglicht so kostengünstigeres Bauen. Ziel ist es, die Baukosten trotz gestiegener Klimaschutzanforderungen stabil zu halten.

Steuerliche Anreize tun ihr Übriges. Die degressive AfA für den Wohnungsneubau erlaubt Investoren, Kosten schneller abzuschreiben und verbessert so die Liquidität in der frühen Projektphase. Plattformen wie der WohnbauAtlas machen diese komplexen Vorteile transparent und vermitteln zwischen Projektentwicklern und Käufern.

Herausforderungen bleiben

Trotz positiver Signale kämpft die Branche weiter mit Problemen. Hohe Materialkosten und Fachkräftemangel belasten das verarbeitende Gewerbe. Geopolitische Unsicherheiten beeinflussen die Finanzierungsbedingungen. Branchenbeobachter merken an, dass steigende Zinsen für Zehnjahres-Anleihen den Spielraum für klassische Baufinanzierungen wieder verengt haben.

Auf dem Branchen-Tag Anfang Mai in Berlin diskutierte die Bauindustrie intensiv über die Transformation. Deutlich wurde: Ein nachhaltiger und bezahlbarer Gebäudesektor gelingt nur durch konsequente Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. Building Information Modeling (BIM) und digitale Bauanträge gelten inzwischen als Notwendigkeit, nicht mehr als Option.

Ausblick: Verhalten optimistisch

Die Prognosen für den Rest des Jahres sind vorsichtig positiv. Baugenehmigungen gelten als Frühindikator – die fertigen Wohnungen werden frühestens 2027 auf dem Markt erscheinen. Analysten erwarten eine weitere Stabilisierung des Transaktionsvolumens, sofern keine neuen Schocks die Energiemärkte treffen.

Für Wohnungssuchende und Investoren verschiebt sich der Fokus hin zu qualitätsorientierten Objekten. Die Nachfrage konzentriert sich auf Gebäude mit niedrigen Betriebskosten und hoher Energieeffizienz. Spezialisierte Informationsdienste wie der WohnbauAtlas dürften sich in diesem Umfeld fest etablieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der „Bau-Turbo“ ausreicht, um die Lücke zwischen Bedarf und Angebot nachhaltig zu schließen.

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