Unternehmensgründungen, Start-ups

Unternehmensgründungen steigen 2025 auf 183.000

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 11:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Deutschland erlebt 2025 den höchsten Stand bei Unternehmensgründungen seit 2010. Der Anstieg wird vor allem von Kleingewerben und innovativen Start-ups getragen, während größere Gründungen und die Industrie zurückfallen.

Branchentrends bei deutschen Gründungen

  • Das ZEW und Creditreform schätzen für 2025 rund 183.000 neue Unternehmen.
  • Rund 3.100 wachstumsorientierte Start-ups wurden gegründet, darunter etwa 1.400 technologieorientierte Dienstleister.
  • Im Fahrzeugbau gingen die Gründungen um 8,7 Prozent zurück, während sie im Gastgewerbe um gut 20 Prozent stiegen.
In Deutschland werden deutlich mehr neue Firmen gegründet. (Archivbild) - Bild: Oliver Berg/dpa

Deutschland zählt 2025 rund 183.000 neue Unternehmen

In Deutschland sind 2025 rund 183.000 Unternehmen neu gegründet worden, so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent, während sich die Entwicklung zwischen kleinen Betrieben, Start-ups und Industrie deutlich unterschied.

Kleingewerbe treibt den Anstieg

Die Schätzung stammt vom Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW und der Auskunftei Creditreform. Die Zahl der Gründungen erreichte demnach den höchsten Stand seit 2010.

Vor allem die Gründungen kleiner Unternehmen ohne Handelsregistereintrag nahmen zu. Gleichzeitig sank die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag um 3,3 Prozent. ZEW-Forscherin Sandra Gottschalk bezeichnete den Anstieg als positives Signal, verwies aber auf die schwächere Entwicklung größerer und kapitalintensiverer Vorhaben.

Mehr innovative Start-ups

Bei wachstumsorientierten, innovativen Start-ups stieg die Zahl der Gründungen 2025 um 19 Prozent auf rund 3.100. Mehr als 45 Prozent davon, etwa 1.400 Unternehmen, entfielen auf technologieorientierte Dienstleistungen; dort nahm die Zahl der Gründungen im Jahresvergleich um 27 Prozent zu.

Als wachstumsorientiertes Start-up gilt in der Erhebung eine Kapitalgesellschaft mit mehreren Gründerinnen oder Gründern und Aktivitäten in Forschung und Entwicklung. Die deutsche Gründerbranche profitiert zudem vom Boom um Künstliche Intelligenz.

Gastgewerbe legt zu, Industrie verliert

Im Gastgewerbe wurden rund 20.000 Unternehmen gegründet, gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Zugleich gab es dort mehr Schließungen.

Im forschungsintensiven verarbeitenden Gewerbe sank die Zahl der Gründungen um 2,6 Prozent, im Fahrzeugbau sogar um 8,7 Prozent. Bei technologieorientierten Dienstleistungen stieg dagegen die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag um 8,5 Prozent.

Hochrechnung aus Unternehmensdaten

Die Zahlen basieren auf dem Mannheimer Unternehmenspanel von Creditreform und ZEW. Es enthält Informationen zu gut zehn Millionen Unternehmen in Deutschland und bildet rund drei Millionen Firmen ab.

Da neue Gründungen teilweise erst verzögert erfasst werden, werden die Werte hochgerechnet.

Die Gründungszahl für 2025 zeigt eine Erholung bei neuen Unternehmen, ist aber strukturell uneinheitlich. Der Zuwachs konzentriert sich vor allem auf Kleingewerbe und wachstumsorientierte Start-ups, während größere, kapitalintensive Gründungen sowie Teile der Industrie schwächer bleiben.

Die Entwicklung bei technologieorientierten Dienstleistungen deutet darauf hin, dass digitale Geschäftsmodelle, Künstliche Intelligenz und forschungsnahe Angebote wichtige Impulse liefern. Gleichzeitig spricht der Rückgang der Eintragungen ins Handelsregister dafür, dass die höhere Gesamtzahl nicht automatisch mit mehr Unternehmen mit größerem Kapitalbedarf, mehreren Beschäftigten oder langfristigem Investitionspotenzial gleichzusetzen ist.

Branchen bleiben unterschiedlich dynamisch

Das Gastgewerbe verzeichnete deutlich mehr Gründungen, allerdings auch mehr Schließungen. Damit steigt dort zwar die Zahl der Markteintritte, nicht aber zwingend die Stabilität der Unternehmen. Für den Wirtschaftsstandort ist besonders der Rückgang im forschungsintensiven verarbeitenden Gewerbe und im Fahrzeugbau relevant, weil diese Bereiche stark von Investitionen, Exporten und industriellen Wertschöpfungsketten abhängen.

Bedeutung für die Wirtschaft

Für Gründerinnen und Gründer signalisiert die Entwicklung Chancen vor allem in technologieorientierten Dienstleistungen und spezialisierten digitalen Märkten. Für Politik und Finanzierungspartner bleibt die Aufgabe, aus der hohen Zahl neuer Firmen dauerhaft tragfähige Unternehmen zu machen und zugleich den Zugang zu Kapital für größere, innovationsintensive Vorhaben zu verbessern. Die Zahlen beruhen auf Hochrechnungen, weil neue Unternehmen teilweise zeitverzögert erfasst werden.

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