Bitkom: Deutschland fĂ€llt bei Digitalisierung weiter zurĂŒck
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deBitkom-PrĂ€sident Ralf Wintergerst sagte der Zeitung: "Deutschland macht Fortschritte bei der Digitalisierung, aber andere LĂ€nder sind schneller." Deutschland sei ĂŒberkomplex und das fĂŒhre oft zu quĂ€lend langen Planungs- und Genehmigungsprozessen, ĂŒberbordender BĂŒrokratie und einem rechtlichen Rahmen, den selbst die Juristen in den Unternehmen nicht mehr verstĂŒnden.
Vor allem bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung schneidet Deutschland laut Index weit unterdurchschnittlich ab. In diesem Bereich reichte es nur fĂŒr Platz 22 von 27 - ein Rang schlechter als im Vorjahr. Bei der QualitĂ€t der digitalen Infrastruktur und der digitalen Transformation von Unternehmen erzielte die Bundesrepublik mit Platz elf jeweils Ergebnisse im oberen Mittelfeld. Auch im Bereich der digitalen Kompetenz rĂŒckte Deutschland um vier PlĂ€tze auf Rang elf vor. Die besten Ergebnisse in dem Ranking erzielte DĂ€nemark mit 76,4 Punkten, gefolgt von Finnland (72,9 Punkte), den Niederlanden (72,7 Punkte), Malta (70,3 Punkte) und Luxemburg (69,3 Punkte).
"Ein groĂer, föderaler FlĂ€chenstaat wie Deutschland lĂ€sst sich nur bedingt mit Luxemburg, Estland oder auch DĂ€nemark vergleichen", so Wintergerst. Dennoch mahnte er ein BĂŒndel an MaĂnahmen an. "Wir mĂŒssen unsere Digitalprojekte beschleunigen, von GrĂŒndungen in 24 Stunden ĂŒber schnellere Genehmigungen fĂŒr Rechenzentren, Mobilfunkmaste und Fabriken bis zum breiten Einsatz von KI in den Unternehmen", sagte er.
Der Desi-Index fasst verschiedene Indikatoren zum Stand der Digitalisierung zusammen, darunter digitale Kompetenzen, 5G-Abdeckung, GlasfaserverfĂŒgbarkeit, die Nutzung digitaler Technologien in Unternehmen oder digitale Verwaltungsleistungen. Bis 2022 veröffentlichte die EU-Kommission die Kennzahl selbst, mittlerweile weist BrĂŒssel nur die jeweiligen Einzelindikatoren aus. Das daraus resultierende Ranking berechnet seit 2023 Bitkom.
