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Deutschland und Frankreich ringen um EU-Industrieförderung

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Deutschland und Frankreich werben in der Diskussion um die StĂ€rkung der europĂ€ischen Wirtschaft durch öffentliche Gelder fĂŒr unterschiedliche AnsĂ€tze.

Die EU-Kommission will, dass staatliche Förderungen und AuftrĂ€ge in kritischen Sektoren kĂŒnftig an die Produktion in Europa gekoppelt werden. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sprach sich in BrĂŒssel erneut dafĂŒr aus, Handelspartner einzubeziehen. Frankreichs Industrieminister SĂ©bastien Martin betonte dagegen die 27 EU-Staaten.

Bei den PlÀnen der EU-Kommission geht es unter anderem um Autos, WÀrmepumpen und Photovoltaik-Anlagen sowie wichtige Baustoffe wie Zement und Aluminium. Ziel ist, die Industrieproduktion trotz Konkurrenz etwa aus China in Europa zu halten.

Was ist "europÀisch"?

Bevor der im MĂ€rz vorgelegte Vorschlag umgesetzt wird, mĂŒssen die europĂ€ischen Mitgliedstaaten und das Parlament zustimmen. Seit Monaten gibt es Diskussionen insbesondere darĂŒber, unter welchen Bedingungen Produkte als "europĂ€isch" zĂ€hlen beziehungsweise gleichwertig behandelt werden. Dabei geht es um Anteile der Produktion sowie die Frage, fĂŒr welche LĂ€nder gleiche Bedingungen gelten wie fĂŒr EU-Staaten.

Aus deutscher Sicht mĂŒssten die PlĂ€ne einem Prinzip folgen: "Made with Europe", sagte Reiche vor einem Treffen der fĂŒr WettbewerbsfĂ€higkeit, Binnenmarkt und Industrie zustĂ€ndigen Minister. "Also Produzieren in Europa, aber mit unseren Handelspartnern. Mit Norwegen, mit der Schweiz, aber auch mit PartnerlĂ€ndern wie Kanada", sagte die CDU-Politikerin.

In einem inoffiziellen Arbeitspapier, ĂŒber das zunĂ€chst "Financial Times" und "Euractiv" berichteten, betont Deutschland die Notwendigkeit enger Partnerschaften. Wie die EU-Kommission spricht sich Deutschland darin dafĂŒr aus, LĂ€nder, mit denen bestimmte Abkommen oder eine Zollunion besteht, gleichwertig zu behandeln, wenn bestimmte Kriterien erfĂŒllt sind. Die Regeln sollen dem deutschen Papier zufolge auch auf Drittstaaten ausgeweitet werden können beziehungsweise Staaten wieder ausgenommen werden können.

IG-Metall-Vertreter JĂŒrgen Kerner kritisierte den Vorstoß in einer Mitteilung scharf. "Die Bundesregierung unter FederfĂŒhrung des Wirtschaftsministeriums will die europĂ€ische Verordnung nicht nur verzögern und aufweichen, sie will wirksame Regelungen zur StĂ€rkung der europĂ€ischen Industrie offenbar gleich torpedieren. Anders lĂ€sst sich nicht erklĂ€ren, dass der geografische Geltungsbereich im Gegensatz zu frĂŒheren Aussagen jetzt sogar noch ausgedehnt werden soll", teilte Kerner mit.

Frankreich: Es geht um die 27 EU-Staaten

Frankreich will enger fassen als Deutschland, aus welchen LĂ€ndern Unternehmen profitieren können. Industrieminister SĂ©bastien Martin sagte in BrĂŒssel, unter "Made in Europe" verstehe man die 27 EU-Mitgliedstaaten. "Die öffentlichen Gelder der EuropĂ€er mĂŒssen den Arbeitern und den europĂ€ischen Fabriken zugutekommen." Er wies besonders auf die Autoindustrie hin - Europa sei in der Lage, auf dem eigenen Kontinent Autos zu bauen.

In manchen anderen Industrien sei man dagegen auch auf Teile aus anderen LĂ€ndern angewiesen. Auch kĂŒnftig werde dies möglich sein, sagte Martin. "Aber um öffentliche Förderung in Anspruch nehmen zu können, muss die Produktion in Europa erfolgen." Bei dem Vorhaben gehe es nicht um Abschottung, betonte er. Es könne auch Vereinbarungen mit bestimmten LĂ€ndern fĂŒr Zugang geben - aber PrioritĂ€t habe die Einigung unter den 27 EU-Staaten. Großbritannien dagegen habe sich vor einigen Jahren selbst dafĂŒr entschieden, aus der EU auszutreten.

Nach den Beratungen der Minister sagte der zustĂ€ndige irische Minister Peter Burke, man sehe Anzeichen fĂŒr eine Einigung bis Anfang Dezember. "Es zeichnen sich bereits einige AnsĂ€tze ab, die wir zusammenfĂŒhren können, um einen neuen, ĂŒberarbeiteten Text zu formulieren", sagte Burke, dessen Land derzeit den Vorsitz des Rates innehat.

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