StaatssekretĂ€r: Deutschland schafft Umlage fĂŒr Gastransit ab
30.05.2024 - 10:45:12 | dpa.deDarauf habe die Bundesregierung sich verstĂ€ndigt, sagte WirtschaftsstaatssekretĂ€r Sven Giegold am Donnerstag in BrĂŒssel bei einem Treffen der EU-Energieminister. Dies werde die Kosten fĂŒr den Gastransit durch Deutschland erheblich senken und die gemeinsamen BemĂŒhungen unterstĂŒtzen, auch NachbarlĂ€ndern ein Loskommen vom russischen Gas zu ermöglichen. FĂŒr deutsche Verbraucher ist mit der Entscheidung keine Entlastung in Sicht.
"Wir werden also damit unterstĂŒtzen, dass sich die EnergiemĂ€rkte in Europa stĂ€rker integrieren", sagte der GrĂŒnen-Politiker. Da dafĂŒr eine gesetzliche Ănderung nötig sei, sei der frĂŒhestmögliche Zeitpunkt der Jahresbeginn 2025.
Die Umlage wurde im Herbst 2022 eingefĂŒhrt und ersetzt der Firma Trading Hub Europe, die fĂŒr die deutsche Gasmarkt-Organisation zustĂ€ndig ist, Kosten zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit, etwa fĂŒr den Gaseinkauf. Die Umlage betrifft nicht nur Unternehmen und Verbraucher in Deutschland, sondern auch Importeure in NachbarlĂ€ndern, die Gas ĂŒber deutsche Pipelines beziehen. Zuletzt wurde die Erhebung bis April 2027 verlĂ€ngert. Ab Juli soll sie von derzeit 1,86 Euro auf 2,50 Euro pro Megawattstunde steigen.
Es sei niemals die Absicht gewesen, mit der Umlage die Integration der MĂ€rkte in Europa zu behindern oder gar die UnabhĂ€ngigkeit von Russland zu stören, sagte Giegold weiter. "Es ist geradezu umgekehrt. Mit dieser Umlage wurde die BefĂŒllung der Gasspeicher finanziert, die uns geholfen hat, unabhĂ€ngiger und stabiler den Markt in Europa zu halten."
Die deutsche Gasspeicherumlage ist in Europa umstritten, insbesondere bei mittel- und osteuropĂ€ischen LĂ€ndern. Die durch die Umlage erhöhten Transitkosten trĂ€fen die Regionen unverhĂ€ltnismĂ€Ăig stark und erschwerten den Zugang der EU-Mitgliedstaaten dieser Regionen zu Gasimporten aus Westeuropa, monieren sie. Infolgedessen könnten einige LĂ€nder gezwungen sein, sich stĂ€rker auf Gasimporte aus Russland zu verlassen. Das könnte ihre geopolitischen AbhĂ€ngigkeiten erhöhen und die BemĂŒhungen um eine Diversifizierung der Energiequellen untergraben.
Mit Blick auf Verbraucher in Deutschland hieĂ es: "Die Kosten werden gemÀà der bisherigen Gesetzgebung natĂŒrlich verteilt werden mĂŒssen, aber das ist dann auch Gegenstand des Gesetzgebungsprozesses", sagte Giegold. Es sei davon auszugehen, dass die Umlage anders als beim Export im Inland weiter erhoben werde, sagte Giegold: "Das öffentliche Gut ist ja weiter zu finanzieren."
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