DGUV, Vorschrift

DGUV Vorschrift 2: Neue Regeln fĂŒr Arbeitssicherheit seit Januar

18.06.2026 - 08:10:51 | boerse-global.de

Die reformierte DGUV Vorschrift 2 bringt höhere Schwellenwerte, digitale Betreuung und neue Berufsgruppen fĂŒr die Arbeitssicherheit.

DGUV Reform 2026: Mehr FlexibilitÀt und neue Berufsgruppen
DGUV - Eine Gruppe von FachkrĂ€ften fĂŒr Arbeitssicherheit, die in einem modernen BĂŒro zusammenarbeiten und digitale Werkzeuge nutzen. 18.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Sie bringt weitreichende Änderungen fĂŒr die Betreuung durch FachkrĂ€fte fĂŒr Arbeitssicherheit und BetriebsĂ€rzte. Ziel der Neuregelung: mehr FlexibilitĂ€t, mehr Digitalisierung, stĂ€rkere interdisziplinĂ€re Zusammenarbeit.

Höhere Schwellenwerte entlasten Kleinbetriebe

Ein Kernpunkt der Reform: Die Grenze fĂŒr die vereinfachte Betreuung wurde von 10 auf 20 BeschĂ€ftigte angehoben. Mehr Kleinbetriebe profitieren damit von bĂŒrokratischen Erleichterungen. Auch die alternative bedarfsorientierte Betreuung ĂŒber Kompetenzzentren wurde auf Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern ausgeweitet.

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Die Berufsgenossenschaft trĂ€gt zudem der Digitalisierung Rechnung. Die Betreuung kann nun anteilig per Telefon oder Videokonferenz erfolgen. Der digitale Anteil ist auf maximal ein Drittel der erforderlichen Stunden begrenzt. Voraussetzung: Die Experten kennen die BetriebsverhĂ€ltnisse bereits durch Begehungen vor Ort. In begrĂŒndeten AusnahmefĂ€llen sind bis zu 50 Prozent digitale Betreuung möglich.

Neue Berufsgruppen fĂŒr die Arbeitssicherheit

Die Reform öffnet das Berufsfeld der Fachkraft fĂŒr Arbeitssicherheit fĂŒr breitere akademische HintergrĂŒnde. Neben Ingenieuren können nun auch Physiker, Chemiker, Biologen, Humanmediziner, Ergonomie- oder Arbeitspsychologen diese Funktion ĂŒbernehmen. Der Grund: Das Anforderungsprofil in der PrĂ€vention wird komplexer – psychische Belastungen und ergonomische Fragen gewinnen an Bedeutung.

Die QualitĂ€tssicherung wird verschĂ€rft. BetriebsĂ€rzte und FachkrĂ€fte fĂŒr Arbeitssicherheit mĂŒssen ihre Fortbildungsnachweise nun verpflichtend dokumentieren. FĂŒr die PrĂŒfung elektrischer Betriebsmittel nach TRBS 1203 hat sich in der Praxis ein Fortbildungsturnus von etwa drei Jahren etabliert.

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Im Zuge der neuen QualitĂ€tsstandards gewinnen auch spezifische Unterweisungen wie im Bereich Elektro an Bedeutung. Dieser kostenlose Ratgeber unterstĂŒtzt Sie mit einer fertigen PowerPoint-Vorlage dabei, Ihre Mitarbeiter rechtssicher und effizient zu unterweisen. Kostenlose Elektro-Unterweisung: Vorlage und Anleitung hier herunterladen

VerbĂ€nde schließen BĂŒndnis gegen FachkrĂ€ftemangel

Am 11. Juni 2026 unterzeichneten fĂŒhrende VerbĂ€nde der Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin – darunter der VDSI und die DGAUM – in Berlin eine gemeinsame ErklĂ€rung zur interdisziplinĂ€ren PrĂ€vention. Anlass war das 75-jĂ€hrige Bestehen des VDSI. Die Unterzeichner wollen ihre Fachbereiche enger verzahnen, um Herausforderungen wie demografischen Wandel, FachkrĂ€ftemangel und den Auswirkungen von KI besser zu begegnen.

Der FachkrÀftemangel bleibt trotz leichter Entspannung durch die aktuelle WirtschaftsschwÀche ein zentrales Risiko. Laut KfW Research aus dem zweiten Quartal 2026 sehen sich rund 21 Prozent der Unternehmen durch fehlendes Personal behindert. Besonders im Dienstleistungssektor und Bauhauptgewerbe bleibt der Druck hoch. Experten erwarten bei einer konjunkturellen Erholung einen deutlichen Anstieg des Mangels.

Neue Technologien und europÀische Standards

Die Integration neuer Technologien in den Arbeitsschutz nimmt Fahrt auf. Mitte Juni 2027 wurden im Handwerk Lösungen vorgestellt, die KI fĂŒr digitale Zeiterfassung und Wissensmanagement nutzen. Fachkonferenzen beschĂ€ftigen sich mit der Frage, wie KI-Systeme bei Personalmangel entlasten können.

Parallel dazu sorgt eine neue Norm fĂŒr mehr Standardisierung. Die DIN EN 17975 schafft einen europaweiten Standard fĂŒr das Lockout-Tagout-Verfahren (LOTO). Sie bietet Unternehmen einen Leitfaden zur Kontrolle gefĂ€hrlicher Energien bei Wartungsarbeiten – elektrisch, mechanisch, hydraulisch und thermisch. Betriebe mĂŒssen ihre internen Prozesse und Dokumentationen nun an diesen neuen Standard anpassen.

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