DGUV, Vorschrift

DGUV Vorschrift 2: Neue Regeln für Baubranche seit Januar

18.06.2026 - 00:18:20 | boerse-global.de

Verschärfte DGUV-Vorschriften entlasten Kleinbetriebe, während das Bauhauptgewerbe einen Umsatzminus von 7,3 Prozent verkraften muss.

Baubranche 2026: Neue Sicherheitsregeln und Umsatzrückgang
DGUV - Ein Bauarbeiter in Schutzkleidung leistet Erste Hilfe bei einem Kollegen auf einer Baustelle. Fokus auf Sicherheit und Ausbildung. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 bringt zwar Erleichterungen für Kleinbetriebe, aber auch neue Pflichten. Gleichzeitig kämpft das Handwerk mit sinkenden Umsätzen.

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Mehr Spielraum für kleine Betriebe

Die Schwellenwerte für die vereinfachte Regelbetreuung wurden angehoben: Statt bei 10 liegt die Grenze nun bei 20 Beschäftigten. Das entlastet kleinere Unternehmen administrativ. Zudem dürfen Fachkräfte für Arbeitssicherheit ihre Beratung künftig teilweise digital erbringen – per Telefon oder Videokonferenz.

Voraussetzung: Die Fachkraft muss die betrieblichen Verhältnisse kennen. Der digitale Anteil ist auf ein Drittel der Gesamtanforderungen begrenzt, in Ausnahmefällen auf bis zu 50 Prozent. Auch der Kreis zugelassener Qualifikationen wurde erweitert. Neben technischen Abschlüssen sind jetzt auch Humanmedizin, Ergonomie, Arbeitspsychologie sowie Chemie und Physik anerkannt.

Ersthelfer-Pflicht bleibt hoch

Besonders auf Baustellen gilt weiterhin eine erhöhte Ersthelferquote von zehn Prozent der anwesenden Beschäftigten. Spezialisierte Schulungen sollen den Bedarf decken. Aktuelle Kursangebote in Freising zeigen: BG-zertifizierte Ausbildungen sind gefragt.

Die Kosten übernehmen oft die Berufsgenossenschaften. Inhouse-Schulungen gibt es in mehreren Sprachen – wichtig für internationale Belegschaften. Die Zertifikate gelten zwei Jahre, dann ist eine Auffrischung nötig. Die Relevanz dieser Maßnahmen wurde Mitte Juni deutlich: Ein junger Bauarbeiter stürzte in München-Fürstenried aus dem dritten Obergeschoss und wurde schwer verletzt.

Baugewerbe in der Krise

Die Sicherheitsanforderungen kommen zu einem schwierigen Zeitpunkt. Das zulassungspflichtige Handwerk verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen realen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hart traf es das Bauhauptgewerbe mit minus 7,3 Prozent, das Ausbaugewerbe verlor 3,8 Prozent.

Parallel sank die Zahl der Beschäftigten um 1,6 Prozent. Nur die zulassungsfreien Handwerke legten zu (plus 2,6 Prozent), ebenso das Gesundheitsgewerbe (plus 1,7 Prozent). Der Druck auf Baubetriebe wächst: Sie müssen Effizienz steigern, ohne Sicherheitsstandards zu opfern.

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Digitalisierung als Ausweg

Die Handwerkskammer Mannheim bietet im Juli ein Fachseminar zur Digitalisierung von Baustellendokumentation und Zeiterfassung an. Ziel: administrative Prozesse verschlanken und Zeit gewinnen.

Auch bei der Qualifizierung gibt es Neues. Der Zentralverband der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hat ein modulares Teilqualifizierungs-Set für Elektroniker veröffentlicht. Mitarbeiter ab 25 Jahren können so den Weg zur Externenprüfung zum Gesellenbrief gehen. Ende Juni gibt es Webinare zu Fördermöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit – unter Umständen übernimmt sie die Kosten vollständig.

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