DGUV Vorschrift 2: Neue Regeln für digitale Arbeitssicherheit ab Juli
26.06.2026 - 01:47:37 | boerse-global.de
Zum 1. Juli 2026 tritt die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 in Kraft. Die gesetzliche Unfallversicherung reagiert damit auf die Digitalisierung und veränderte Arbeitswelten.
Digitale Betreuung wird möglich
Die Reform bringt vor allem mehr Flexibilität für Unternehmen. Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung kann künftig auch ortsunabhängig über digitale Kanäle erfolgen. Das gibt Unternehmen rechtliche Sicherheit bei der Nutzung moderner Präventionsangebote.
Parallel erweitert sich der Kreis der einbeziehbaren Fachleute. Arbeitspsychologen, Biologen oder Ergonomie-Experten können nun verstärkt als Präventions-Fachkräfte eingesetzt werden. Die neue DGUV Regel 100-002 liefert dazu praktische Umsetzungsbeispiele.
Qualitätssicherung wird verschärft
Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit müssen künftig regelmäßig Fortbildungsnachweise erbringen. Ziel ist es, die Fachkunde auf aktuellem Stand zu halten.
Angesichts der DGUV-Reform und neuer Betreuungsmodelle müssen Verantwortliche ihre Arbeitsschutz-Dokumente rechtssicher gestalten. Dieser kostenlose Report liefert praxiserprobte Hilfsmittel für die Gefährdungsbeurteilung, die vor Aufsichtsbehörden standhalten. Warum erfahrene Sifas bei der Gefährdungsbeurteilung auf diese Vorlagen schwören
Für kleine Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten bleibt die alternative bedarfsorientierte Betreuung bestehen. Die Betriebsinhaber können selbst an Motivations- und Informationsmaßnahmen teilnehmen. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) bietet dazu am 1. Juli ein kostenfreies Grundlagenseminar in Saarbrücken an. Weitere Termine bis Dezember decken Themen wie Gefährdungsbeurteilung und Branchenanforderungen ab.
Suchtprobleme am Arbeitsplatz weit verbreitet
Die Reform kommt nicht von ungefähr. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DGUV zeigt: Jeder vierte Erwerbstätige kennt Fälle von problematischem Suchtmittelkonsum am Arbeitsplatz. Alkohol steht mit 21 Prozent an der Spitze, gefolgt von Cannabis und Nikotin mit je fünf Prozent.
Besonders betroffen sind die Branchen Verkehr und Logistik, Sozialwesen sowie das verarbeitende Gewerbe. Nur 54 Prozent der Beschäftigten kennen die betrieblichen Regelungen zum Umgang mit Suchtmitteln. Experten sehen hier dringenden Nachholbedarf bei Präventionsangeboten.
Psychische Gesundheit rückt in den Fokus
Auch die psychische Belastung wird zum Thema. Auf dem 11. Präventionsforum der Nationalen Präventionskonferenz im Juni in Berlin hieß es: Psychische Störungen waren 2024 bereits die dritthäufigste Ursache für Fehlzeiten. Die Digitalisierung verstärkt das Problem durch Phänomene wie Technostress.
Ob neue Arbeitswelten oder psychische Belastungen – die Anforderungen an eine moderne Gefährdungsbeurteilung steigen stetig. Mit diesen kostenlosen Vorlagen und Checklisten sparen Sie Zeit und erstellen rechtssichere Dokumente, die behördlich sofort anerkannt werden. Gefährdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen
Eine Studie des Centre for Economics and Business Research (Cebr) im Auftrag des BSI deutet zudem darauf hin, dass eine ausgeprägte Vertrauenskultur den Krankenstand senken könnte. Das würde nicht nur die Gesundheit fördern, sondern auch die Produktivität steigern.
