ROUNDUP, Ringen

Ringen um Gaza-Deal - Trump und Netanjahu sprachen erneut

09.07.2025 - 06:35:04 | dpa.de

Die BemĂŒhungen um eine Waffenruhe im Gaza-Krieg laufen auf Hochtouren.

US-PrĂ€sident Donald Trump traf sich zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen im Weißen Haus mit Israels MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu. Das Treffen, an dem auch US-VizeprĂ€sident JD Vance teilnahm, habe 90 Minuten gedauert, berichteten US-amerikanische und israelische Medien. Zum Inhalt des GesprĂ€chs wurde nichts offiziell mitgeteilt. Trump und Netanjahu hatten sich schon am Vortag zum Abendessen getroffen.

Trump hatte vor seinem erneuten GesprĂ€ch mit Netanjahu gesagt: "Er will eine Lösung, ich will eine Lösung und ich glaube, die andere Seite will eine Lösung." Vor ihrem unerwartet erneutem Treffen war nach Informationen der US-Nachrichtenseite "Axios" eine Delegation aus Katar im Weißen Haus eingetroffen und habe mehrere Stunden lang mit ranghohen Vertretern des Weißen Hauses gesprochen. Katar fungiert zusammen mit den USA und Ägypten als Vermittler zwischen Israel und der islamistischen Hamas.

Netanjahu hÀlt an Kriegszielen fest

Trumps Nahost-Sonderbeauftragter Steve Witkoff sagte in Washington: "Wir hoffen, dass wir bis zum Ende der Woche eine Vereinbarung haben werden, die eine 60-tĂ€gige Waffenruhe bringt." Die "Times of Israel" zitierte allerdings in der Nacht einen arabischen Medienbericht, wonach eine weitere Runde der laufenden VermittlungsgesprĂ€che in Katars Hauptstadt Doha ohne große Fortschritte verlief. Laut der "Times of Israel" verschob Witkoff seine Abreise nach Doha. Dies sei ein Zeichen dafĂŒr, dass ein Deal noch nicht reif sei.

Israels MinisterprĂ€sident Netanjahu betonte in Washington, dass Israel seine Aufgabe in Gaza noch zu Ende bringen mĂŒsse. Israel sei entschlossen, "alle Ziele des Krieges in Gaza zu erreichen: alle unsere Geiseln zu befreien, die militĂ€rischen und staatlichen FĂ€higkeiten der Hamas zu zerstören und sicherzustellen, dass von Gaza keine Bedrohung mehr fĂŒr Israel ausgeht". Der Gazastreifen mĂŒsse "eine andere Zukunft" haben. "Es wird keine Hamas geben. Das muss verstanden werden", bekrĂ€ftigte Netanjahu.

Berichte: Israels TruppenrĂŒckzug weiter Knackpunkt

Die USA seien optimistischer als die Ă€gyptischen und katarischen Vermittler, was die Chancen angehe, dass diese Woche eine Waffenruhe in Gaza und eine Freilassung der Geiseln vereinbart werden kann, erfuhr die "Times of Israel" aus vier Quellen, die mit den indirekten Verhandlungen vertraut seien. Die meisten Fragen seien allerdings geklĂ€rt worden, hieß es unter Berufung auf einen israelischen Beamten nach Netanjahus erstem Treffen mit Trump.

Der weiterhin ungelöste Streitpunkt betreffe den teilweisen RĂŒckzug der israelischen StreitkrĂ€fte wĂ€hrend der Waffenruhe, berichteten "Axios" und die "Times of Israel". WĂ€hrend der VermittlungsgesprĂ€che sei ĂŒber Karten mit eingezeichneten Truppenverlegungen diskutiert worden. Die Hamas fordert, dass sich die israelischen StreitkrĂ€fte auf die gleichen Linien zurĂŒckziehen wie vor dem Scheitern der vorherigen Waffenruhe im MĂ€rz. Israel lehnt dies ab.

Israel werde heute eine neue Reihe von Karten vorlegen, auf denen die vorgeschlagene Truppenverlegung dargestellt sei, nachdem die vorherige Version von der Hamas abgelehnt worden war, berichtete die "Times of Israel" unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle. Ein Kompromiss in dieser Frage werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bericht: Einigung ĂŒber Hilfslieferungen

Ein Problem, das dagegen gelöst werden konnte, sei die Lieferung humanitĂ€rer Hilfe nach Gaza, zitierte "Axios" zwei informierte Quellen. Demnach sei vereinbart worden, dass die Hilfe in den Gebieten Gazas, aus denen sich Israels Armee zurĂŒckzieht, von UN- oder anderen internationalen Hilfsorganisationen geliefert wird. Das bedeute, dass die von den USA und Israel unterstĂŒtzte umstrittene Stiftung Gaza Humanitarian Foundation (GHF) ihre AktivitĂ€ten in Gaza nicht ausweiten könne und möglicherweise sogar zurĂŒckfahren mĂŒsse.

Auch auf die Forderung der Hamas nach einer Garantie der USA, dass Israel nach Ablauf der 60-tĂ€gigen Waffenruhe nicht einseitig den Krieg wieder aufnehmen kann, sei eingegangen worden, berichtete "Axios". Demnach habe der US-Gesandte Witkoff ĂŒber einen palĂ€stinensisch-amerikanischen GeschĂ€ftsmann eine Botschaft an die Hamas ĂŒbermittelt, dass US-PrĂ€sident Trump zur VerlĂ€ngerung der Waffenruhe entschlossen sei, sollten die Verhandlungen ĂŒber die Beendigung des Krieges lĂ€nger als 60 Tage dauern.

Netanjahu: Frieden durch StÀrke

Trump und er glaubten "an eine Doktrin, die sich "Frieden durch StĂ€rke" nennt. Zuerst kommt die StĂ€rke, dann kommt der Frieden", sagte Netanjahu im US-Kapitol zu Journalisten. Die "entschlossene Entscheidung von PrĂ€sident Trump, gemeinsam mit uns gegen diejenigen vorzugehen, die Israel zerstören und den Weltfrieden bedrohen wollen, hat zu einer bemerkenswerten VerĂ€nderung im Nahen Osten gefĂŒhrt", sagte Netanjahu. Er bezog sich auf den zwölftĂ€gigen Krieg Israels mit dem Iran, der kĂŒrzlich in eine Waffenruhe gemĂŒndet hatte.

Im Verlauf des Krieges hatten Israel und die USA zentrale Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert. "Es gibt Chancen fĂŒr den Frieden, die wir nutzen wollen. Wir arbeiten gemeinsam daran", sagte Netanjahu.

Bericht: USA streben Abkommen zwischen Syrien und Israel an

Trump und seine Berater bemĂŒhen sich laut einem israelischen Medienbericht auch um ein Abkommen mit Israels Nachbarland Syrien. Die USA hofften, einen Durchbruch noch wĂ€hrend des Besuchs von Netanjahu zu erzielen, hatte die Zeitung "Israel Hajom" unter Berufung auf Kreise aus dem Umfeld des Weißen Hauses berichtet. Demnach geht Trump davon aus, dass ein Abkommen Netanjahu helfen könne, seine Position in den Gaza-Verhandlungen zu lockern.

Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand. Zuletzt hieß es aus informierten syrischen Kreisen, dass Israel und Syrien wieder direkte GesprĂ€che ĂŒber begrenzte Sicherheitsvereinbarungen sowie einen möglichen RĂŒckzug israelischer Truppen aus Gebieten im SĂŒden Syriens fĂŒhren.

Netanjahu hatte bei seinem Abendessen mit Trump erneut angedeutet, dass es derzeit eine Gelegenheit gebe, Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen mit weiteren arabischen LĂ€ndern abzuschließen. Der US-PrĂ€sident hatte 2020 wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit die sogenannten Abraham-Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten auf den Weg gebracht- damals ein historischer Durchbruch.

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