Konjunktur, Zusammenfassung

Stromnetzbetreiber wollen Milliarden zusÀtzlich vom Bund

26.01.2024 - 15:10:55 | dpa.de

Die Betreiber der deutschen StromĂŒbertragungsnetze verlangen von der Bundesregierung zusĂ€tzliche Milliardengelder.

Demnach geht es um 7,8 Milliarden Euro, wie aus einem Schreiben der Chefs der vier Übertragungsnetzbetreiber an das Wirtschaftsministerium hervorgeht. DarĂŒber hatte zuerst das "Handelsblatt" berichtet. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Darin wird vor einer "fehlenden LiquiditĂ€t" ab Juli gewarnt. Es mĂŒsse sichergestellt werden, dass keine erheblichen Auswirkungen auf die Finanzierung und Umsetzung des dringend benötigten Netzausbaus erfolgten.

Damit vor allem im Norden transportierter Windstrom in große Verbrauchszentren im SĂŒden gelangt, mĂŒssen die Netze ausgebaut werden, dies kostet viele Milliarden.

EEG-Konto muss ausgeglichen sein

Konkret geht es um einen Finanzierungsbedarf nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW fĂŒhren zur Abwicklung des Fördersystems des EEG ein sogenanntes EEG-Konto. FrĂŒher wurden Differenzen zwischen Ausgaben und Einnahmen von den Stromkunden ĂŒber die EEG-Umlage finanziert. Die EEG-Umlage wurde aber abgeschafft, die Mittel kommen aus dem Bundeshaushalt.

Wegen eines sinkenden Preisniveaus im Stromgroßhandel wird laut "Handelsblatt" die Differenz zwischen den Einnahmen aus dem Verkauf des EEG-Stroms und den EEG-VergĂŒtungen grĂ¶ĂŸer. Damit steigt der Finanzierungsbedarf. Die Netzbetreiber sehen laut Schreiben eine dringende Notwendigkeit zur Anpassung von Abschlagszahlungen fĂŒr die Monate Februar und MĂ€rz.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber teilten am Freitag mit, sie verwalteten das EEG-Konto rein treuhĂ€nderisch. Der Einsatz der Fördermittel sei von den dynamischen Preisen am Strommarkt abhĂ€ngig. "Niedrigere Börsenpreise fĂŒhren zu höheren Ausgaben bei der EEG-Förderung sowie zu niedrigeren Einnahmen bei der Vermarktung der EEG-Strommengen in FestvergĂŒtung." Es sei möglich, dass der Bedarf 2024 höher ausfalle als zunĂ€chst erwartet. Die Netzbetreiber stĂŒnden hierzu in einem engen Austausch mit dem Wirtschaftsministerium. Entscheidungen ĂŒber die weitere Entwicklung dieses Förderinstruments lĂ€gen bei der Politik.

Ministerium verweist auf viele Faktoren

Das Bundeswirtschaftsministerium erklÀrte, die Kosten zur EEG-Finanzierung hingen von zahlreichen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor sei der Strompreis an der Strombörse. Wenn dieser niedrig sei, seien die EEG-Finanzierungskosten höher - umgekehrt, wenn der Strompreis an der Strombörse hoch sei, seien die Finanzierungskosten niedriger. "Die Prognosen zum EEG-Finanzierungsbedarf unterliegen daher Schwankungen."

Kerstin Andreae, Vorsitzende der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, sagte: "Nach bestehender Gesetzeslage muss der Staat fĂŒr ein ausgeglichen EEG-Konto sorgen. Wir gehen daher davon aus, dass die Bundesregierung fĂŒr die notwendige LiquiditĂ€t auf dem EEG-Konto sorgt."

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | DE0005220008 | KONJUNKTUR | wirtschaft | 64659640 |