ROUNDUP, Verzögerung

Verzögerung bei neuen Fregatten - Staat springt ein

10.07.2025 - 18:09:08 | dpa.de

Die bis zu zehn Milliarden Euro teure Beschaffung neuer Fregatten fĂŒr die Marine wird sich verzögern.

"Der Auftragnehmer, die Damen Schelde Naval Shipbuilding B.V., hat eine verspÀtete Ablieferung der Schiffe aufgrund von Problemen mit IT-Schnittstellen bei der firmeneigenen Konstruktions- und Fertigungssoftware angezeigt", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Zuerst hatte die "Wirtschaftswoche" berichtet.

Das erste von sechs geplanten Schiffen sollte unter FĂŒhrung der niederlĂ€ndischen Werft eigentlich 2028 an die Marine ĂŒbergeben werden. Im Dezember 2023 war mit dem Bau der ersten Fregatte begonnen worden. Die Kampfschiffe sollen im weltweiten Einsatz zu einer "dreidimensionalen SeekriegfĂŒhrung" befĂ€higt sein. Das heißt, sie können Ziele unter Wasser, auf dem Wasser und in der Luft bekĂ€mpfen.

NiederlÀndische Abgeordnete aus der Sommerpause gerufen

Der niederlĂ€ndische Staat will dem angeschlagenen Unternehmen Damen Naval unterdessen mit einem umfangreichen Paket helfen. Eine breite Mehrheit des Parlaments stimmte in Den Haag einem entsprechenden Vorhaben zu. Nach Angaben von Regierungskreisen geht es um einen ÜberbrĂŒckungskredit in Höhe von 270 Millionen Euro.

In den Unterlagen des Parlaments werden der Name des Unternehmens sowie die genauen BetrĂ€ge nicht genannt. Regierungskreise bestĂ€tigen jedoch niederlĂ€ndischen Medien zufolge, dass es um die Werft geht. Die Abgeordneten waren fĂŒr diese Entscheidung aus ihrer Sommerpause zurĂŒckgekehrt, sie waren vor der Abstimmung vertraulich informiert worden.

Bericht ĂŒber finanzielle Schwierigkeiten

Die "Wirtschaftswoche" berichtete ĂŒber erhebliche finanzielle Schwierigkeiten als Folge der Verzögerung bei dem Projekt und dass die Regierungen der Niederlande und Deutschlands auch vor einer Nachverhandlung des Vertrags stĂŒnden. In dem Bericht heißt es, das Fregatten-Projekt stehe sonst vor dem "Aus". Die Werft selbst Ă€ußerte sich auf dpa-Anfrage nicht zu Details der Situation.

Der Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums sagte: "Wir sind mit den zivilen und staatlichen Verantwortlichen im stĂ€ndigen Austausch, um bestmöglich bei der Entwicklung von LösungsansĂ€tzen zu unterstĂŒtzen."

Und: "Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass das Projekt, wenn auch mit zeitlichen Verzögerungen, fortgefĂŒhrt werden kann." Zu Zeitlinien oder Kostensteigerungen könnten keine Angaben gemacht werden. Fragen zu einer Beteiligung der niederlĂ€ndischen Regierung mĂŒssten an Stellen in den Niederlanden gerichtet werden.

"Die grĂ¶ĂŸten Kampfschiffe der Bundeswehr mit Besatzungen"

Die Bundeswehr verspricht "imposante Schiffe von 166 Metern LĂ€nge und mit einer VerdrĂ€ngung von etwa 10.000 Tonnen. Es wĂŒrden "die grĂ¶ĂŸten Kampfschiffe der Bundeswehr mit Besatzungen von jeweils bis zu 198 Soldatinnen und Soldaten".

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte im Juni vergangenen Jahres NĂ€gel in das Kiellegungsbrett der ersten Fregatte geschlagen. Er bezeichnete die Kiellegung als einen "Meilenstein" und sagte, die Fregatte stehe fĂŒr eine Zeitenwende, fĂŒr Deutschlands Einsatz fĂŒr die internationale Ordnung und fĂŒr die deutsche WettbewerbsfĂ€higkeit.

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