Bundesbank: Deutsche Wirtschaft fasst langsam Tritt
07.06.2024 - 08:52:52 | dpa.deGetragen von einem anziehenden privaten Konsum und besseren ExportgeschÀften ab der zweiten JahreshÀlfte des laufenden Jahres fasse die deutsche Wirtschaft allmÀhlich wieder Tritt.
"Die privaten Haushalte profitieren von krĂ€ftig steigenden Löhnen, einer allmĂ€hlich sinkenden Inflation und dem stabilen Arbeitsmarkt", erlĂ€uterte Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel am Freitag die jĂŒngste halbjĂ€hrliche Konjunkturprognose seines Hauses. Im ersten Quartal hatte die deutsche Wirtschaft gestĂŒtzt vom Export und gestiegenen Bauinvestitionen mit einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent ĂŒberrascht.
FĂŒr das Gesamtjahr 2024 erwartet die Bundesbank ein Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent. Im Dezember war noch 0,4 Prozent Plus beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) prognostiziert worden. Mittelfristig rechnen die Volkswirte der Notenbank wieder mit einem etwas stĂ€rkeren Wachstum von 1,1 (Dezember-Prognose: 1,2) Prozent im Jahr 2025 und 1,4 (1,3) Prozent im Jahr 2026.
Inflation geht in verhaltenem Tempo zurĂŒck
Die Teuerungsrate in Deutschland geht zwar weiter zurĂŒck, aber in einem etwas verhalteneren Tempo. Die Bundesbank rechnet nun mit einer nach europĂ€ischer Methode (HVPI) berechneten Inflationsrate von 2,8 Prozent in diesem Jahr und 2,7 Prozent 2025. In der Dezember-Prognose waren noch etwas geringere Werte vorhergesagt worden: 2,7 Prozent fĂŒr 2024 und 2,5 Prozent 2025. Die Bundesbank-Inflationsprognose fĂŒr Europas gröĂte Volkswirtschaft fĂŒr 2026 liegt unverĂ€ndert bei 2,2 Prozent.
"Vor allem die Teuerung von Energie und Nahrungsmitteln lÀsst in diesem Jahr erheblich nach", erlÀuterte die Bundesbank. "Allerdings erweist sich die Inflation als hartnÀckig, vor allem bei den Dienstleistungen. Dabei spielen die krÀftig steigenden Löhne und der davon ausgehende Kostendruck eine wichtige Rolle."
EZB bei Zinssenkungen "nicht mit Autopilot"
Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) strebt fĂŒr den gesamten Euroraum mittelfristig PreisstabilitĂ€t bei einer jĂ€hrlichen Inflationsrate von zwei Prozent an. Höhere Teuerungsraten schmĂ€lern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Sie können sich dann fĂŒr einen Euro weniger leisten. Nagel bekrĂ€ftigte nach der am Donnerstag vom EZB-Rat beschlossenen Zinssenkung den vorsichtigen Kurs bei weiteren Schritten nach unten: "Mit Blick auf Zinssenkungen fahren wir im EZB-Rat nicht mit Autopilot."
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