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Bundesnetzagentur: Abschöpfung bringt über 900 Mio. Euro ein

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Bundesnetzagentur beziffert die Einnahmen aus der Abschöpfung von Überschusserlösen in der Energiekrise 2022 auf bislang über 900 Millionen Euro. Die Zahlen beleben die Debatte über eine mögliche erneute Übergewinnsteuer für Stromerzeuger.

Netzagentur: Übergewinnsteuer brachte bislang 900 Millionen Euro
Bundesnetzagentur (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Bundesnetzagentur hat die bisherigen Einnahmen aus der Abschöpfung sogenannter Überschusserlöse von Stromerzeugern in der Energiekrise 2022 auf über 900 Millionen Euro beziffert. Die Angaben stehen im Zusammenhang mit der Debatte über eine erneute Einführung einer sogenannten Übergewinnsteuer.

Bundesnetzagentur nennt Umfang der Abschöpfung

Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" wurden im Rahmen der Abschöpfung bislang mehr als 900 Millionen Euro vereinnahmt. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur erklärte der Zeitung, aktuell stünden noch einige weitere Abschöpfungsverfahren aus, so dass eine Überschreitung der Milliardengrenze nicht ausgeschlossen sei.

Insgesamt seien rund 12.000 Betreiber von Stromerzeugungsanlagen verpflichtet gewesen, Daten zur Ermittlung der Überschusserlöse zu melden. Auf dieser Grundlage wurden die Zahlungen an den Staat berechnet, die aus besonders hohen Erlösen im Strommarkt während der Energiekrise resultierten.

Instrument aus der Zeit der Energiekrise

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hatte die Bundesregierung eine Strompreisbremse eingeführt, um Verbraucher und Unternehmen vor drastisch steigenden Stromkosten zu schützen. In diesem Zusammenhang mussten Stromerzeuger für erwirtschaftete Überschusserlöse zahlen, die über definierten Schwellen lagen.

Die jetzt genannten Zahlen der Bundesnetzagentur geben einen Eindruck vom finanziellen Umfang dieses Instruments. Sie sind zugleich ein neuer Bezugspunkt in der aktuellen politischen Diskussion, ob und in welcher Form eine Übergewinnsteuer oder vergleichbare Abschöpfungsmechanismen erneut eingesetzt werden sollen.

Die jetzt von der Bundesnetzagentur genannten Einnahmen von über 900 Millionen Euro aus der Abschöpfung sogenannter Überschusserlöse stammen aus einem zentralen Instrument der Energiepolitik während der Preisextreme nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Bundesregierung hatte damals mit der Strompreisbremse versucht, Haushalte und Unternehmen vor stark steigenden Stromkosten zu schützen und zugleich marktbedingte Übergewinne von Erzeugern teilweise abzuschöpfen.

Einordnung im energiepolitischen Kontext

Die rund 12.000 verpflichteten Betreiber von Stromerzeugungsanlagen zeigen, wie breit der Eingriff in den Markt angelegt war. Betroffen waren insbesondere Unternehmen, die Strom deutlich günstiger produzieren konnten, als er an den Großhandelsmärkten gehandelt wurde. Aus ordnungspolitischer Sicht bleibt umstritten, ob solche Übergewinnsteuern oder Abschöpfungen Marktsignale verzerren oder in Ausnahmesituationen ein legitimes Mittel sind, um extreme Zufallsgewinne zugunsten der Allgemeinheit umzuverteilen.

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über eine mögliche erneute Einführung einer Übergewinnsteuer liefert die Zahl von 900 Millionen Euro eine greifbare Bezugsgröße: Sie verdeutlicht, dass solche Instrumente im Krisenmodus spürbare Einnahmen für den Staat generieren können, die zur Finanzierung von Entlastungsmaßnahmen dienen. Zugleich werfen sie Fragen nach Planbarkeit, Rechts- und Investitionssicherheit für Energieunternehmen auf.

Mögliche Folgen für Verbraucher und Unternehmen

Für Verbraucher und viele Betriebe stand bei der Strompreisbremse im Vordergrund, dass ihre Rechnungen gedämpft wurden, während ein Teil der außergewöhnlichen Gewinne auf Erzeugerseite an den Staat zurückfloss. In der aktuellen Debatte dürfte entscheidend sein, ob künftige Modelle zielgenauer ausgestaltet werden können: etwa durch klare zeitliche Befristung, transparente Kriterien für Überschusserlöse und eine bessere Verzahnung mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien. Für Investoren in den Energiemarkt bleibt die Frage, wie oft und unter welchen Bedingungen der Staat in Gewinnerwartungen eingreift – ein Faktor, der langfristige Investitionsentscheidungen beeinflussen kann.

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