ROUNDUP, Bundesregierung

Bundesregierung kritisiert SiedlungsplÀne im Westjordanland

15.08.2025 - 06:35:03 | dpa.de

Die Bundesregierung hat mit scharfer Kritik auf die israelischen PlÀne zum Bau von Tausenden neuen Wohneinheiten im Westjordanland reagiert.

"Der Siedlungsbau verstĂ¶ĂŸt gegen das Völkerrecht und einschlĂ€gige Resolutionen des UN-Sicherheitsrats", teilte ein Sprecher des AuswĂ€rtigen Amtes in Berlin mit. "Er erschwert eine verhandelte Zweistaatenlösung sowie ein Ende der israelischen Besatzung des Westjordanlands, wie der Internationale Gerichtshof es fordert."

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich verkĂŒndete zuletzt PlĂ€ne zum Bau von rund 3.400 Wohneinheiten im Gebiet E1 zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim. Das Gebiet gilt als einer der sensibelsten Punkte im Konflikt zwischen Israel und den PalĂ€stinensern. Seine Bebauung wĂŒrde das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen sĂŒdlichen Teil unterteilen und ein zusammenhĂ€ngendes Territorium fĂŒr einen kĂŒnftigen palĂ€stinensischen Staat erheblich erschweren, wenn nicht unmöglich machen.

EU: SiedlungsplĂ€ne verstoßen gegen internationales Recht

Auch die EuropĂ€ische Union und die TĂŒrkei kritisierten die SiedlungsplĂ€ne. Solche einseitigen Entscheidungen "verschĂ€rfen die ohnehin schon angespannte Lage vor Ort und untergraben weiter jede Möglichkeit fĂŒr Frieden", sagte die Außenbeauftragte EU-Kaja Kallas laut einer Mitteilung. Sie verstoßen nach ihren Worten zudem gegen das internationale Recht.

"Wir verurteilen die israelische Genehmigung des Siedlungsplans fĂŒr das Gebiet E1", hieß es in einer Stellungnahme des tĂŒrkischen Außenministeriums. "Dieser Schritt, der das Westjordanland von Ost-Jerusalem abtrennen wird, missachtet das Völkerrecht und UN-Resolutionen und greift die territoriale IntegritĂ€t des Staates PalĂ€stina an, die die Grundlage fĂŒr eine Zweistaatenlösung und die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden darstellt."

Finanzminister Smotrich droht mit Annexion

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich drohte zudem mit der Annexion des Westjordanlands, sollte im kommenden Monat ein palĂ€stinensischer Staat anerkannt werden. "Ihr habt keine Chance, es wird keinen palĂ€stinensischen Staat geben", sagte Smotrich wĂ€hrend einer Pressekonferenz, gerichtet an mehrere LĂ€nder, die im September bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Anerkennung verkĂŒnden wollen. "Wenn ihr im September einen palĂ€stinensischen Staat anerkennt, wird unsere Antwort sein, volle israelische SouverĂ€nitĂ€t in allen Gebieten von JudĂ€a und Samaria (hebrĂ€ische Bezeichnung fĂŒr das Westjordanland) geltend zu machen."

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert, wo heute mehr als 700.000 Siedler inmitten von rund drei Millionen PalĂ€stinensern leben. Nach internationalem Recht sind die Siedlungen dort illegal. "Die Bundesregierung ruft die israelische Regierung dazu auf, den Siedlungsbau einzustellen, und wird nur solche Änderungen der Grenzen vom 04.06.1967 anerkennen, die von den Konfliktparteien vereinbart worden sind", sagte der Sprecher des Außenministeriums. "Jegliche AnnexionsplĂ€ne der israelischen Regierung lehnt die Bundesregierung klar ab."

Israelische Siedler greifen palÀstinensische Dörfer an

Unterdessen griffen israelische Siedler Medienberichten zufolge zwei Ortschaften im Westjordanland an. Bei einer Attacke auf das Dorf Susja im SĂŒden wurden mehrere PalĂ€stinenser verletzt, wie die Zeitung "The Times of Israel" berichtete. In Atara im Zentrum des Westjordanlandes schleuderten Siedler demnach BrandsĂ€tze auf HĂ€user und Autos. Im Westjordanland kommt es immer wieder zu Angriffen radikaler Siedler auf PalĂ€stinenser. Die TĂ€ter werden nur selten zur Rechenschaft gezogen.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 68117262 |

Weitere Meldungen

LĂ€nder lehnen 1.000-Euro-PrĂ€mie fĂŒr Arbeitnehmer ab Die von der Bundesregierung vorgeschlagene steuerfreie EntlastungsprĂ€mie fĂŒr BeschĂ€ftigte in Höhe von 1.000 Euro stĂ¶ĂŸt bei den BundeslĂ€ndern laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung auf Widerstand. (Boerse, 17.04.2026 - 14:16) weiterlesen...

EU-Kommission genehmigt deutschen Industriestrompreis Die Bundesregierung darf die deutsche Industrie mit einem vergĂŒnstigten Strompreis unterstĂŒtzen. (Boerse, 16.04.2026 - 12:33) weiterlesen...

Auch wĂ€hrend Kriegs RĂŒstungsexporte nach Israel genehmigt Die Bundesregierung hat auch in den ersten Wochen des Iran-Kriegs RĂŒstungsexporte nach Israel genehmigt - allerdings in verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig geringem Umfang. (Boerse, 16.04.2026 - 06:15) weiterlesen...

Deutsche sehen wenig Einfluss von Berlin im Nahost-Konflikt Mehr als drei von vier Deutschen glauben nicht, dass die Bundesregierung aktuell einen substanziellen Beitrag zur Befriedung der explosiven Lage im Nahen Osten leistet. (Boerse, 15.04.2026 - 06:35) weiterlesen...

Bauernverband warnt vor steigenden Lebensmittelpreisen BauernprĂ€sident Joachim Rukwied hat die Bundesregierung wegen der jĂŒngsten rasanten Preissteigerungen zum Handeln aufgefordert. (Boerse, 12.04.2026 - 12:05) weiterlesen...

BĂŒrokratie nimmt aus Sicht der BĂŒrger gefĂŒhlt eher zu als ab Der von der Bundesregierung versprochene BĂŒrokratieabbau ist bei den meisten BĂŒrgern und Unternehmen bisher nicht angekommen - zumindest ihrer eigenen EinschĂ€tzung nach. (Boerse, 11.04.2026 - 08:05) weiterlesen...