Deutschland, Hessen

Deutsche Börse nach Rekordgewinn mit neuem Milliardendeal

12.02.2026 - 11:47:57 | dpa.de

Die Deutsche Börse hat 2025 so viel verdient wie noch nie. Nun soll die Komplettübernahme des Datenanbieters ISS Stoxx das Wachstum ankurbeln. Doch der steht in den USA unter Druck von Trump.

  • Stephan Leithner, Vorstandschef der Deutsche Börsen, setzt zum nächsten Milliardendeal an (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
    Stephan Leithner, Vorstandschef der Deutsche Börsen, setzt zum nächsten Milliardendeal an (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
  • Die Deutsche Börse setzt auf die nächste Übernahme, um ihr Wachstum zu beschleunigen (Archivbild)  - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
    Die Deutsche Börse setzt auf die nächste Übernahme, um ihr Wachstum zu beschleunigen (Archivbild) - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Stephan Leithner, Vorstandschef der Deutsche Börsen, setzt zum nächsten Milliardendeal an (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa Die Deutsche Börse setzt auf die nächste Übernahme, um ihr Wachstum zu beschleunigen (Archivbild)  - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Deutsche Börse setzt nach einem Rekordgewinn 2025 auf den nächsten Milliardendeal - und nimmt politischen Druck in den USA unter Präsident Trump in Kauf. Deutschlands größter Börsenbetreiber kauft den Daten- und Indexanbieter ISS Stoxx für 1,1 Milliarden Euro komplett, wie der Dax-Konzern in Frankfurt mitteilte. Dabei übernimmt die Deutsche Börse, die bereits 80 Prozent der Anteile an ISS Stoxx hält, vom Finanzinvestor General Atlantic die übrigen 20 Prozent. 

Die Übernahme soll das Wachstum der Deutschen Börse weiter ankurbeln, die im vergangenen Jahr so viel verdiente wie noch nie. ISS Stoxx bietet Börsenindizes, an denen sich Anbieter von Indexfonds (ETFs) orientieren, Analysen sowie Nachhaltigkeitslösungen, die ein Trendthema an den Finanzmärkten waren, bis sich die politische Stimmung gerade in den USA drehte. Zudem gibt der Stimmrechtsberater ISS Empfehlungen für Großinvestoren für deren Abstimmungen auf Hauptversammlungen. 

Mit dem Boom von ETFs, die auch bei Privatanlegern über Sparpläne beliebt sind, ist ISS Stoxx wichtig für die Deutsche Börse. «45 Prozent des europäischen ETF-Wachstums basierte auf unseren STOXX-Indizes», sagte Konzernchef Stephan Leithner bei der Vorlage der Jahreszahlen in Frankfurt. 

Nachhaltigkeit als Reizthema bei Trump

Allerdings bekommt ISS Stoxx Druck in den USA, denn Trump lehnt Nachhaltigkeits- und Diversitätsregeln (ESG) ab und sieht die Arbeit von Stimmrechtsberatern wie ISS als ideologische Einmischung in amerikanische Unternehmen. Der Vermögensverwalter der US-Bank J.P. Morgan hatte kürzlich die Zusammenarbeit mit Stimmrechtsberatern wie ISS beendet, in Texas gibt es gesetzlichen Gegenwind gegen ESG als Kriterium für Stimmrechtsentscheidungen.

Der politische Druck sei ein Grund, warum das Geschäft mit Stimmrechtsberatung 2025 nur verhalten gewachsen sei, sagte Finanzvorstand Jens Schulte. Leithner betonte, ISS arbeite eng mit Behörden in den USA zusammen. Man sei überzeugt, dass Stimmrechtsberatung langfristig wichtig bleibe.

Ursprünglich hatte der Dax-Konzern auch einen Börsengang von ISS Stoxx in Erwägung gezogen, dieser kam aber nicht zustande und ist nun mit der Komplettübernahme vom Tisch. Der Ausstieg von General Atlantic soll schon Ende März wirksam werden.

Nächster Milliardendeal

Mit der Übernahme der übrigen Anteile von ISS Stoxx kündigt die Deutsche Börse den zweiten großen Deal binnen weniger Wochen an. Erst im Januar hatte sie mitgeteilt, die Fondsplattform Allfunds für rund 5,3 Milliarden Euro kaufen zu wollen. Es wäre die größte Übernahme in der Geschichte des Unternehmens. «Mit der Übernahme von Allfunds schaffen wir einen europäischen Investmentfonds-Champion», sagte Leithner.

Die Deutsche Börse setzt seit Jahren auf Übernahmen, um unabhängiger von Börsenschwankungen zu werden. Allerdings sind die Hürden für den Allfunds-Deal hoch: So stehen Genehmigungen von Behörden aus, insbesondere der Wettbewerbshüter bei der EU-Kommission. Der Vollzug der Übernahme wird erst 2027 erwartet. 

Aktie unter Druck

Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Börse auch dank Zukäufen Rekordzahlen erzielt. Unterm Strich verdiente der Konzern 2,1 Milliarden Euro, drei Prozent mehr als vor einem Jahr. 

Davon sollen die Aktionäre profitieren, die zuletzt einen Kurseinbruch verdauen mussten, da Investoren mit dem Boom um Künstliche Intelligenz Konkurrenz für die Deutsche Börse fürchten. Die Dividende soll nun um 20 Cent auf 4,20 Euro je Aktie steigen.

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