Ifo, GeschÀftsklima

Ifo: GeschÀftsklima stagniert - Aussicht auf Erholung bleibt

27.05.2024 - 13:57:21 | dpa.de

Die deutsche Wirtschaft wird sich aus der Krise herausarbeiten, da sind Ökonomen einigermaßen zuversichtlich. Doch der Weg scheint lĂ€nger zu sein als gedacht.

«Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich schrittweise aus der Krise heraus», sagt  Ifo-PrÀsident Clemens Fuest. - Foto: Christian Charisius/dpa
«Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich schrittweise aus der Krise heraus», sagt Ifo-PrÀsident Clemens Fuest. - Foto: Christian Charisius/dpa

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai nach einer Aufhellung in den vergangenen Monaten unter dem Strich nicht verĂ€ndert. Das Ifo-GeschĂ€ftsklima lag stabil bei 89,3 Punkten, wie das Ifo-Institut am Montag in MĂŒnchen mitteilte. Analysten hatten dagegen einen Zuwachs auf im Schnitt 90,4 Punkte erwartet. «Kalte Dusche fĂŒr Optimisten», kommentierte die ING Bank. 

«Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich schrittweise aus der Krise heraus», erlĂ€uterte Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest die Zahlen. In den Monaten zuvor war das Stimmungsbarometer dreimal in Folge angestiegen, was in der Regel als konjunktureller Wendepunkt interpretiert wird. Allerdings notiert Deutschlands wichtigster wirtschaftlicher FrĂŒhindikator immer noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. 

Tausende Unternehmen befragt

Die rund 9000 befragten Unternehmen bewerteten die Aussichten auf ihre kĂŒnftigen GeschĂ€fte im Mai besser, ihre aktuelle Lage schĂ€tzten sie hingegen schlechter ein. In der Industrie, im Handel und im Baugewerbe hellte sich das GeschĂ€ftsklima auf, im Dienstleistungssektor trĂŒbte es sich jedoch ein.

«Die deutschen Unternehmen werden zwar wieder zuversichtlicher, aber nur mit Blick auf die Zukunft», bemerkte Andreas Scheuerle, Leiter IndustrielÀnder bei der Dekabank. «Der Ausbruch aus der lang wÀhrenden KonjunkturschwÀche wird aus ihrer Sicht im ersten Halbjahr nicht mehr gelingen.»

Argumente fĂŒr Erholung bleiben

«Nach mehreren positiven Überraschungen seitens der Konjunkturdaten in den zurĂŒckliegenden Wochen ist dies ein leichter StimmungsdĂ€mpfer», kommentierte Ökonom Elmar Völker von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg (LBBW). Dennoch: Die weltwirtschaftliche Lage habe sich stabilisiert, der Inflationsdruck lasse sukzessive nach und die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) stehe kurz vor einer Zinssenkung. All dies seien Argumente fĂŒr eine Erholung der deutschen Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf. Völker sagte: «Die BĂ€ume wachsen aber gleichwohl nicht in den Himmel.»

Auch die Experten von der Landesbank Hessen-ThĂŒringen zeigten sich ĂŒberrascht von der Stagnation. Andere FrĂŒhindikatoren seien zuletzt gestiegen, heißt es mit Blick auf die Einkaufsmanagerindizes von S&P Global oder die ZEW-Konjunkturerwartungen. Die wirtschaftliche Entwicklung scheine sich wohl nur zögerlich zu verbessern, erklĂ€rte Analyst Ulrich Wortberg.

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