Industrie

Deutliche Schwankungen bei Erzeugerpreisen im MĂ€rz

20.04.2026 - 08:10:51 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im MĂ€rz 2026 um 0,2 Prozent niedriger gewesen als im MĂ€rz 2025.

Stahlproduktion (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte, stiegen die Erzeugerpreise gegenĂŒber dem Vormonat um 2,5 Prozent, das war der höchste Anstieg gegenĂŒber dem Vormonat seit August 2022 (+5,4 Prozent).

Sowohl der RĂŒckgang der Erzeugerpreise gegenĂŒber dem Vorjahresmonat als auch der starke Anstieg gegenĂŒber dem Vormonat ist hauptsĂ€chlich auf die Entwicklung der Energiepreise zurĂŒckzufĂŒhren. Die Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten waren dabei insbesondere in deutlichen Preisanstiegen bei Mineralölerzeugnissen im Vorjahresvergleich und starken Preisanstiegen bei fast allen Energieprodukten im Vormonatsvergleich sichtbar. Durch PreisrĂŒckgĂ€nge bei Erdgas und Strom im Vorjahresvergleich ergab sich insgesamt ein RĂŒckgang der Energiepreise gegenĂŒber MĂ€rz 2025.

GĂŒnstiger als vor einem Jahr waren VerbrauchsgĂŒter. Hingegen waren InvestitionsgĂŒter, GebrauchsgĂŒter sowie VorleistungsgĂŒter teurer als im Vorjahresmonat. Ohne BerĂŒcksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat im MĂ€rz 2026 um 1,3 Prozent, gegenĂŒber Februar 2026 stiegen sie um 0,4 Prozent.

Energie war im MĂ€rz 2026 um 3,2 Prozent billiger als im Vorjahresmonat. GegenĂŒber Februar 2026 stiegen die Energiepreise allerdings um 7,5 Prozent, das war der stĂ€rkste Anstieg der Energiepreise gegenĂŒber dem Vormonat seit August 2022 (+14,3 Prozent). Insbesondere die Preise fĂŒr Mineralölerzeugnisse stiegen durch die Kriegshandlungen im Iran und Nahen Osten im MĂ€rz 2026 besonders stark an, wĂ€hrend es bei anderen EnergietrĂ€gern wie Erdgas und elektrischen Strom vor allem durch lĂ€ngerfristige VertrĂ€ge und Preisbildungsmechanismen vergleichsweise geringe Preissteigerungen gab. Bedingt durch das seit Beginn des Kriegs in der Ukraine immer noch hohe Preisniveau bei Erdgas und elektrischem Strom gab es hier im MĂ€rz 2025 sogar PreisrĂŒckgĂ€nge im Vorjahresvergleich.

Die Preise fĂŒr Mineralölerzeugnisse stiegen gegenĂŒber MĂ€rz 2025 um 18,3 Prozent, gegenĂŒber Februar 2026 stiegen sie um 22,9 Prozent. Leichtes Heizöl kostete 55,2 Prozent mehr als im MĂ€rz 2025 und 53,4 Prozent mehr als im Februar 2026. Kraftstoffe kosteten 29,5 Prozent mehr als im MĂ€rz 2025 und 22,3 Prozent mehr als im Februar 2026.

Erdgas in der Verteilung kostete ĂŒber alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet 8,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, aber 5,7 Prozent mehr als im Februar 2026. Bei den im Erzeugerpreisindex enthaltenen Börsenpreisen fĂŒr Erdgas wurden allerdings die Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten auch schon im MĂ€rz 2026 deutlich sichtbar, die Börsenpreise fĂŒr Erdgas stiegen gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 22,1 Prozent und gegenĂŒber Februar 2026 um 57,3 Prozent. Aufgrund des niedrigen Gewichts am Gesamtindex wirkte sich diese Preissteigerung allerdings nur geringfĂŒgig auf die Gesamtentwicklung aus.

Die Preise fĂŒr Strom fielen gegenĂŒber MĂ€rz 2025 um 5,8 Prozent, gegenĂŒber dem Vormonat stiegen sie um 3,1 Prozent, FernwĂ€rme war 0,6 Prozent gĂŒnstiger als im Vorjahresmonat.

Die Preise fĂŒr InvestitionsgĂŒter waren im MĂ€rz 2026 um 1,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,3 Prozent gegenĂŒber Februar 2026). Maschinen kosteten 1,7 Prozent mehr, die Preise fĂŒr Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,2 Prozent gegenĂŒber MĂ€rz 2025. GebrauchsgĂŒter waren im MĂ€rz 2026 um 1,9 Prozent teurer als im Vorjahresmonat (+0,1 Prozent gegenĂŒber Februar 2026).

Die in Deutschland produzierten und verkauften VerbrauchsgĂŒter kosteten dagegen 0,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, aber 0,6 Prozent mehr als im Februar 2026. Unter den VerbrauchsgĂŒtern fielen die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 1,4 Prozent, gegenĂŒber Februar 2026 stiegen sie um 0,8 Prozent. Deutlich billiger als im MĂ€rz 2025 waren Butter (-39,8 Prozent) und Schweinefleisch (-5,8 Prozent). Die Preise fĂŒr Schweinefleisch stiegen gegenĂŒber Februar 2026 um 7,7 Prozent. Teurer im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dagegen Rindfleisch (+14,9 Prozent) und Kaffee (+4,7 Prozent).

Die Preise fĂŒr VorleistungsgĂŒter waren im MĂ€rz 2026 um 1,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,7 Prozent gegenĂŒber Februar 2026). FĂŒr den Preisanstieg gegenĂŒber MĂ€rz 2025 sorgten vor allem die höheren Preise von Metallen (+8,2 Prozent). Insbesondere die Preise fĂŒr Edelmetalle (+72,8 Prozent) stiegen gegenĂŒber dem Vorjahresmonat deutlich an, gegenĂŒber Februar 2026 lagen die Edelmetallpreise 3,2 Prozent höher. Auch fĂŒr Kupfer und Halbzeug daraus (+17,6 Prozent) musste mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Billiger als im Vorjahr waren dagegen Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-0,8 Prozent), darunter kostete Betonstahl allerdings 0,5 Prozent mehr.

Holz sowie Holz- und Korkwaren (+6,0 Prozent) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +11,2 Prozent und Laubschnittholz mit +2,7 Prozent. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +26,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat.

Die Preise fĂŒr Glas und Glaswaren stiegen gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 3,8 Prozent. Darunter war veredeltes und bearbeitetes Flachglas 6,8 Prozent teurer, wohingegen die Preise fĂŒr Hohlglas (-2,2 Prozent) gegenĂŒber MĂ€rz 2025 sanken.

PreisrĂŒckgĂ€nge gegenĂŒber MĂ€rz 2025 gab es ebenfalls bei chemischen Grundstoffen (-2,4 Prozent), darunter stiegen allerdings die Preise fĂŒr DĂŒngemittel um 3,3 Prozent (+2,3 Prozent gegenĂŒber Februar 2026), so die Statistiker weiter. Papier, Pappe und Waren daraus kosteten 2,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Futtermittel fĂŒr Nutztiere (-7,4 Prozent) und Getreidemehl (-4,3 Prozent) kosteten ebenfalls deutlich weniger als im MĂ€rz 2025, allerdings stiegen die Futtermittelpreise um 1,1 Prozent und die Getreidemehlpreise um 0,9 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69212687 |