Europa, EU

EU-Kommission will «Made in Europe»-Vorgabe

Veröffentlicht am: 04.03.2026 um 13:23 Uhr | dpa.de

Die EuropÀische Union muss ihre CO2-Emissionen senken und will ihre Industrie erhalten. Ist die Lösung, europÀisch zu kaufen? Kritik kommt unter anderem aus Deutschland. Nun gibt es einen Vorschlag.

  • Die EU will, dass Stahl sauberer hergestellt wird. (Symbolbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Die EU will, dass Stahl sauberer hergestellt wird. (Symbolbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Die EU will der europĂ€ischen Autoindustrie helfen und damit ArbeitsplĂ€tze erhalten. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Kahnert/dpa
    Die EU will der europÀischen Autoindustrie helfen und damit ArbeitsplÀtze erhalten. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Kahnert/dpa
Die EU will, dass Stahl sauberer hergestellt wird. (Symbolbild) - Bild: Federico Gambarini/dpa Die EU will der europÀischen Autoindustrie helfen und damit ArbeitsplÀtze erhalten. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Kahnert/dpa

Trotz Kritik aus Deutschland verfolgt die EuropĂ€ische Kommission ihre PlĂ€ne zu «Made in Europe»-Vorgaben bei öffentlichen AuftrĂ€gen weiter. EU-Staaten sollen kĂŒnftig nur dann öffentliche Gelder in Stahl, Zement, Aluminium, saubere Technologien («clean tech»), E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride stecken, wenn die Produkte «Made in Europe» sind. EU-Industriekommissar StĂ©phane SĂ©journĂ© stellte einen entsprechenden Vorschlag fĂŒr ein Gesetz zur UnterstĂŒtzung der Industrie vor. 

Auch Handelspartner außerhalb der EU sollen unter bestimmten Bedingungen einbezogen werden. Infrage kommen LĂ€nder, mit denen es relevante Vereinbarungen gibt - etwa ĂŒber Freihandelsabkommen zu bestimmten Produkten oder öffentlichen Beschaffungen. Voraussetzung soll sein, dass diese LĂ€nder ihre Verpflichtungen einhalten und eine Gegenseitigkeit gegeben ist. Das werde jeweils nach Sektor geprĂŒft. So könnte etwa auch der Kauf japanischer, koreanischer, kanadischer und britischer E-Autos beziehungsweise Autoteile mit europĂ€ischen Steuergeldern gefördert werden. 

EuropÀische Produktion als Streitpunkt

Ziel des neuen Vorschlags ist, die Nachfrage nach umweltfreundlicheren europĂ€ischen Produkten anzukurbeln und Europas Wirtschaft so auf Wachstumskurs zu bringen. Bevor der Vorschlag umgesetzt wird, mĂŒssen die europĂ€ischen Mitgliedstaaten und das Parlament zustimmen. Besonders ĂŒber das Kriterium, was als europĂ€ische Herkunft zĂ€hlt, gibt es seit Monaten Diskussionen. 

WĂ€hrend Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron schon lange Quoten fĂŒr Produkte «Made in Europe» einfĂŒhren will, hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz fĂŒr einen zurĂŒckhaltenderen Ansatz ausgesprochen. EuropĂ€ische PrĂ€ferenzregeln mĂŒssten «klug» eingesetzt werden - nur fĂŒr kritische, strategische Sektoren und nur als letztes Mittel, mahnte Merz im Februar. «Und wir brauchen unsere Handelspartner, wir mĂŒssen sie einbeziehen», hatte der CDU-Politiker gesagt. 

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kritisierte vergangene Woche in BrĂŒssel eine zunehmende BĂŒrokratisierung. «Der Industrial Accelerator Act ist der 50. Vorschlag, parallel zu schon 49 existierenden, wie europĂ€isch beschafft werden soll», sagte die Politikerin. Das könne keiner mehr ĂŒberblicken. 

DIHK warnt vor BĂŒrokratie

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer warnte vor neuen bĂŒrokratischen HĂŒrden durch den Vorschlag der EU-Kommission - etwa in der öffentlichen Vergabe oder bei Förderinstrumenten. «ZusĂ€tzliche Auflagen, weitreichende Ursprungsnachweise und hohe Anforderungen bei sogenannten LeitmĂ€rkten belasten vor allem kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen», so DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Das koste Zeit, Geld und WettbewerbsfĂ€higkeit.

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