Philippinen, Freihandelsabkommen

EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die EuropÀische Union und die Philippinen haben sich laut EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen auf ein Freihandelsabkommen verstÀndigt.

Das Abkommen, zu dem nach dieser grundsĂ€tzlichen Einigung manche Punkte noch verhandelt werden mĂŒssen, soll unter anderem Zölle auf beiden Seiten abbauen und den Marktzugang verbessern, wie die EU-Kommission mitteilte.

Die Philippinen mit ihren 113 Millionen Einwohnern seien ein wichtiger Markt fĂŒr EU-Exporteure. EuropĂ€ische Unternehmen exportieren demnach besonders viele Maschinen, Transportmittel, Arzneimittel und medizinische GerĂ€te. Auch unter anderem fĂŒr Schweinefleisch aus der EU soll es Zollerleichterungen geben.

Kommissar: Landwirtschaft, Energie, Lieferketten

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic sagte in BrĂŒssel: "Wir haben vereinbart, ĂŒber 94 Prozent der Zolltarifpositionen zu liberalisieren, die mehr als 97 Prozent der Waren auf beiden Seiten abdecken." Er verwies auf Chancen fĂŒr viele europĂ€ische Unternehmen, auch Landwirte. "Zudem sorgt dies fĂŒr stĂ€rkere und diversifiziertere Lieferketten in einer Zeit, in der WiderstandsfĂ€higkeit zu einer strategischen PrioritĂ€t geworden ist - Halbleiter sind hierfĂŒr ein deutliches Beispiel. Neues Investitionspotenzial ergibt sich im Bereich der erneuerbaren Energien, in dem die Philippinen den Ausbau ihrer KapazitĂ€ten vorantreiben möchten." Das Abkommen sei zudem ein klares Signal, dass die EU ihr Engagement im indopazifischen Raum verstĂ€rke.

Mit dem verhandelten Abkommen wird laut der BrĂŒsseler Behörde auch erstmals der philippinische Markt fĂŒr öffentliche AuftrĂ€ge fĂŒr auslĂ€ndische Bieter geöffnet. Zudem gebe es unter anderem Regelungen zu Nachhaltigkeit, Schutzstandards, Energie und Rohstoffen und zum Schutz Hunderter europĂ€ischer Lebensmittel mit geschĂŒtzter Herkunftsbezeichnung.

EU ist großer Handelspartner

Die EU und die Philippinen hatten 2015 begonnen, ĂŒber ein Freihandelsabkommen zu verhandeln. Zwischenzeitlich lagen die Verhandlungen auf Eis, seit MĂ€rz 2024 wurde weiter daran gearbeitet. Im Jahr 2025 war die EU laut EU-Kommission der viertgrĂ¶ĂŸte Handelspartner der Philippinen und machte 8,3 Prozent des gesamten Warenhandels des Landes aus. Der bilaterale Warenhandel habe sich im vergangenen Jahr auf 17,6 Milliarden Euro belaufen, wĂ€hrend der Handel mit Dienstleistungen im Jahr 2024 10,3 Milliarden Euro erreicht habe.

Die EU mit ihren 450 Millionen Einwohnern ist ein wichtiger Handelspartner fĂŒr viele LĂ€nder und Regionen. Ihr Anteil am Welthandel lag 2025 mit 8 Billionen Euro bei 15,9 Prozent.

Beide Seiten mĂŒssen sich nun noch auf die Umsetzung und technische Details einigen.

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