ROUNDUP, Philippinen

EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die EuropÀische Union und die Philippinen haben sich laut EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen auf ein Freihandelsabkommen verstÀndigt.

Das Abkommen, zu dem nach dieser grundsĂ€tzlichen Einigung manche Punkte noch verhandelt werden mĂŒssen, soll unter anderem Zölle auf beiden Seiten abbauen und den Marktzugang verbessern, wie die EU-Kommission mitteilte.

Die Philippinen mit ihren 113 Millionen Einwohnern seien ein wichtiger Markt fĂŒr EU-Exporteure. EuropĂ€ische Unternehmen exportieren demnach besonders viele Maschinen, Transportmittel, Arzneimittel und medizinische GerĂ€te. Auch unter anderem fĂŒr Schweinefleisch aus der EU soll es Zollerleichterungen geben.

Kommissar: Landwirtschaft, Energie, Lieferketten

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic sagte in BrĂŒssel: "Wir haben vereinbart, ĂŒber 94 Prozent der Zolltarifpositionen zu liberalisieren, die mehr als 97 Prozent der Waren auf beiden Seiten abdecken." Er verwies auf Chancen fĂŒr viele europĂ€ische Unternehmen, auch Landwirte. "Zudem sorgt dies fĂŒr stĂ€rkere und diversifiziertere Lieferketten in einer Zeit, in der WiderstandsfĂ€higkeit zu einer strategischen PrioritĂ€t geworden ist - Halbleiter sind hierfĂŒr ein deutliches Beispiel. Neues Investitionspotenzial ergibt sich im Bereich der erneuerbaren Energien, in dem die Philippinen den Ausbau ihrer KapazitĂ€ten vorantreiben möchten."

Das Abkommen sei zudem ein klares Signal, dass die EU ihr Engagement im indopazifischen Raum verstÀrke, sagte Sefcovic. Auch in den Verhandlungen zu einem Handelsabkommen mit Thailand gebe es Fortschritte sowie eine intensive Zusammenarbeit mit Malaysia.

Mit dem verhandelten Abkommen wird laut der BrĂŒsseler Behörde auch erstmals der philippinische Markt fĂŒr öffentliche AuftrĂ€ge fĂŒr auslĂ€ndische Bieter geöffnet. Zudem gebe es unter anderem Regelungen zu Nachhaltigkeit, Schutzstandards, Energie und Rohstoffen und zum Schutz Hunderter europĂ€ischer Lebensmittel mit geschĂŒtzter Herkunftsbezeichnung.

EU ist großer Handelspartner

Die EU und die Philippinen hatten 2015 begonnen, ĂŒber ein Freihandelsabkommen zu verhandeln. Zwischenzeitlich lagen die Verhandlungen auf Eis, seit MĂ€rz 2024 wurde weiter daran gearbeitet. Im Jahr 2025 war die EU laut EU-Kommission der viertgrĂ¶ĂŸte Handelspartner der Philippinen und machte 8,3 Prozent des gesamten Warenhandels des Landes aus. Der bilaterale Warenhandel habe sich im vergangenen Jahr auf 17,6 Milliarden Euro belaufen, wĂ€hrend der Handel mit Dienstleistungen im Jahr 2024 10,3 Milliarden Euro erreicht habe.

Die EU mit ihren 450 Millionen Einwohnern ist ein wichtiger Handelspartner fĂŒr viele LĂ€nder und Regionen. Ihr Anteil am Welthandel lag 2025 mit 8 Billionen Euro bei 15,9 Prozent.

Wann das Abkommen unterzeichnet werden kann, ist unklar. Beide Seiten mĂŒssen sich noch auf die Umsetzung und technische Details einigen. Dann muss der Vertragstext rechtlich geprĂŒft und in alle Amtssprachen der EU ĂŒbersetzt werden. Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und vom EuropĂ€ischen Parlament gebilligt werden.

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