Tesla-Betriebsratswahl: IG Metall verfehlt Mehrheit
21.03.2024 - 14:14:42 | dpa.deBei der Tesla-Betriebsratswahl in GrĂŒnheide bei Berlin hat die IG Metall nach Angaben des Unternehmens ihren Einfluss ĂŒber die Zahl der Sitze nicht ausgebaut. Knapp 60 Prozent der Sitze seien an nicht gewerkschaftlich organisierte Listen gegangen, teilte der Elektroautobauer am Mittwochabend unter Berufung auf das vorlĂ€ufige Wahlergebnis mit.
Vor zwei Jahren seien es knapp 53 Prozent gewesen. Von 39 Sitzen im neuen Betriebsrat entfallen demnach 23 Sitze auf Listen auĂerhalb der Gewerkschaft, vor zwei Jahren gingen 10 von 19 Sitzen an nicht gewerkschaftliche Listen.
IG Metall gröĂte Gruppe
Die IG Metall stellt nach eigenen Angaben mit voraussichtlich 16 Mitgliedern die gröĂte Gruppe. Mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren von Montag bis Mittwoch aufgerufen, den Betriebsrat zu wĂ€hlen. Neun Listen mit 224 Kandidatinnen und Kandidaten traten nach Angaben von Tesla an.
In der kommenden Woche wird der neue Betriebsrat voraussichtlich seine Arbeit aufnehmen. «Wir werden unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat fortsetzen», teilte eine Sprecherin von Tesla mit.
Brandenburgs Arbeitsminister Jörg Steinbach (SPD) wies auf ein groĂes Interesse an der Wahl hin. «Die hohe Wahlbeteiligung ist ein klares Signal fĂŒr die Bedeutung der betrieblichen Mitbestimmung bei Tesla und den Wunsch nach Mitgestaltung der Arbeitsbedingungen durch die BeschĂ€ftigten», sagte Steinbach. Er wĂŒnsche dem neuen Gremium viel Erfolg fĂŒr die BewĂ€ltigung der anstehenden Herausforderungen.
Streit vor der Wahl: IG Metall forderte mehr Zeit
Es war bereits die zweite Betriebsratswahl in der einzigen europĂ€ischen Autofabrik von Elon Musk. Die erste Wahl fand noch vor der Eröffnung des Werks statt, damals waren es viel weniger BeschĂ€ftigte.Â
Um die Betriebsratswahl gab es Streit. Das Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) hatte die Wahl auf Antrag der IG Metall stoppen wollen. Die Gewerkschaft forderte mehr Zeit fĂŒr die Vorbereitung - auch mit Blick auf den Produktionsstopp im Januar wegen der unsicheren Lage am Roten Meer. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschied dann, dass die Wahl wie geplant Mitte MĂ€rz erfolgen kann. Damit waren Tesla und der Wahlvorstand erfolgreich.
Die Forderungen der IG Metall
Die IG Metall fordert bessere Arbeitsbedingungen und die Bindung an einen Tarifvertrag. Tesla lehnt einen Tarifvertrag ab und sieht viele Forderungen der Gewerkschaft wie etwa Arbeitssicherheit oder bessere Bedingungen fĂŒr Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter bereits jetzt umgesetzt. Tesla will laut Werksleiter AndrĂ© Thierig jĂ€hrliche LohnĂ€nderungen anbieten.Â
Nahe dem Werk protestieren seit Ende Februar Umweltaktivisten im Wald gegen eine von Tesla geplante Erweiterung des GelĂ€ndes um einen GĂŒterbahnhof. DafĂŒr mĂŒsste Wald gerodet werden. Nach einer Gerichtsentscheidung darf das Protestcamp mit BaumhĂ€usern zunĂ€chst bestehen bleiben.
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