KI-Regeln weltweit: 90 Prozent der Deutschen dafür
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 04:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUnterschiede nach Alter und Parteipräferenz
- Forsa befragte am 9. und 12. Oktober 1.000 Menschen in Deutschland.
- Bei den 18- bis 29-Jährigen bewerteten 47 Prozent weltweite KI-Regeln als sehr wichtig.
- Bei Anhängern der Grünen lag dieser Anteil mit 93 Prozent am höchsten.
Deutsche fordern gemeinsame Regeln für KI
Fast 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland halten weltweit gültige Regeln für den Einsatz Künstlicher Intelligenz für sehr wichtig oder wichtig. Das ergab eine Forsa-Umfrage für die Zeitschrift „Internationale Politik“, bei der am 9. und 12. Oktober 1.000 Menschen befragt wurden.
70 Prozent halten Regeln für sehr wichtig
70 Prozent stuften weltweite KI-Regeln als „sehr wichtig“ ein, weitere 19 Prozent als „wichtig“. Neun Prozent hielten solche Vorgaben für weniger wichtig oder gar nicht wichtig.
Die Zeitschrift bezeichnete die Erhebung als repräsentativ. Bei den 18- bis 29-Jährigen bewerteten 47 Prozent weltweite Regeln als sehr wichtig und 38 Prozent als wichtig.
Ältere Befragte stimmen häufiger stark zu
Bei den 30- bis 44-Jährigen lag der Anteil für „sehr wichtig“ bei 70 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen bei 79 Prozent und bei den mindestens 60-Jährigen bei 77 Prozent.
Auch der Bildungsabschluss beeinflusste die Antworten. Unter den Befragten mit Abitur hielten 79 Prozent weltweite Regeln für sehr wichtig, bei Menschen mit Mittlerer Reife waren es 66 Prozent und bei Personen mit Hauptschulabschluss 61 Prozent.
Parteipräferenzen prägen die Bewertung
In Ost und West war die Zustimmung zu weltweiten Regeln ähnlich ausgeprägt. Männer stuften sie mit 68 Prozent etwas seltener als sehr wichtig ein als Frauen mit 72 Prozent.
Bei den Anhängerinnen und Anhängern der AfD hielten 49 Prozent weltweite KI-Regeln für sehr wichtig und 22 Prozent für wichtig. 26 Prozent bewerteten sie als weniger wichtig oder gar nicht wichtig.
Bei den Anhängern anderer Parteien lag der Anteil derjenigen, die weltweite Regeln als weniger wichtig oder gar nicht wichtig einstuften, zwischen einem Prozent bei CDU/CSU und SPD, zwei Prozent bei den Grünen und vier Prozent bei der Linken. Unter den Grünen-Anhängern hielten 93 Prozent weltweite Regeln für sehr wichtig.
Die Umfrage fällt in eine Phase, in der KI-Anwendungen zunehmend in Alltag, Unternehmen, Verwaltung und Medien vordringen. Damit wächst der Bedarf an Regeln, die nicht nur einzelne Anwendungen, sondern auch grenzüberschreitende Risiken wie Datenschutzverletzungen, Desinformation, Diskriminierung und Sicherheitslücken erfassen.
Die Alterswerte zeigen zugleich eine deutliche Verschiebung: Bei den 18- bis 29-Jährigen erreicht die Zustimmung zur Einstufung weltweiter Regeln als „sehr wichtig“ 47 Prozent, während sie bei den übrigen Altersgruppen deutlich höher liegt. Das kann mit unterschiedlichen Erfahrungen, Erwartungen und Risikowahrnehmungen im Umgang mit KI zusammenhängen, lässt sich aus der Befragung allein aber nicht erklären.
Regeln sollen Vertrauen schaffen
Für die politische Debatte bedeutet die breite Zustimmung, dass Regulierung nicht nur als Innovationsbremse betrachtet wird. Klare Vorgaben können Mindeststandards schaffen und Verantwortlichkeiten festlegen, zugleich müssen sie mit der technischen Entwicklung Schritt halten. Die Unterschiede nach Parteipräferenz zeigen, dass die grundsätzliche Zustimmung zwar breit ist, die Stärke der Forderung und die Bewertung möglicher Eingriffe aber politisch unterschiedlich ausfallen.
International bleibt die praktische Umsetzung die zentrale Herausforderung: Staaten müssen gemeinsame Grundsätze finden, obwohl sie unterschiedliche Rechtsordnungen, Wirtschaftsinteressen und Sicherheitsprioritäten haben. Für Bürgerinnen und Bürger entscheidet sich die Bedeutung solcher Regeln vor allem daran, ob sie im Alltag nachvollziehbaren Schutz bieten und zugleich nützliche Anwendungen ermöglichen.
