Japans Zentralbank hÀlt Zins stabil und will weniger Anleihen kaufen
14.06.2024 - 08:22:54 | dpa.deDer Leitzins liegt weiter zwischen null und 0,1 Prozent, wie die Bank of Japan am Freitag nach ihrer geldpolitischen Sitzung in Tokio bekannt gab. Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Damit bleibt es vorerst bei der kleinen Zinsanhebung vom MĂ€rz, als die WĂ€hrungshĂŒter ihre langjĂ€hrige Negativzinspolitik beendeten. Mit den negativen Zinsen sollten Konjunktur und Inflation angeschoben werden.
Zugleich kĂŒndigten die Notenbanker an, kĂŒnftig weniger Staatsanleihen kaufen zu wollen. Einen konkreten Plan dafĂŒr wollen sie aber erst auf der kommenden Zinssitzung im Juli vorstellen. Anleger zeigten sich darĂŒber enttĂ€uscht, der japanische Yen gab zu US-Dollar und Euro nach. Die Zinsen am japanischen Kapitalmarkt gaben ebenfalls nach. Im Vorfeld der Sitzung wurde ĂŒber eine Verringerung der WertpapierkĂ€ufe bereits spekuliert.
Die im MĂ€rz angestoĂene geldpolitische Normalisierung verzögert sich damit weiter. Die japanische Zentralbank fĂ€hrt seit langem einen viel lockereren Kurs als andere groĂe Notenbanken. Letztere haben sich in den vergangenen Jahren mit krĂ€ftigen Zinsanhebungen gegen die ausufernde Inflation gestemmt.
Dass die japanischen WĂ€hrungshĂŒter anders verfahren, hat auch historische GrĂŒnde. Das Land litt viele Jahre unter einer schwachen Teuerung mit deflationĂ€ren Tendenzen, was die Wirtschaft lange belastet hatte. Deflation ist das Gegenteil von Inflation und bedeutet abnehmende Preise. Das kann zu Konsum- und InvestitionszurĂŒckhaltung fĂŒhren und eine wirtschaftliche AbwĂ€rtsspirale mit sich bringen.
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