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Ukraine, Nahost und Klima auf der Agenda

Veröffentlicht am: 06.05.2024 um 07:20 Uhr | dpa.de

Die Kriege in der Ukraine und in Nahost, Wirtschaftsbeziehungen und Klimaschutz: Es steht viel auf der Agenda, wenn Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron und EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen an diesem Montag Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping treffen.

Macron zufolge muss alles getan werden, um China bei den großen globalen Fragen einzubinden. Es sei im Interesse der EuropĂ€er, "zu erreichen, dass China sich fĂŒr die StabilitĂ€t der internationalen Ordnung einsetzt".

Konkret hofft der ÉlysĂ©epalast, dass man China als einen der wichtigsten Partner Russlands bei dem Besuch dazu ermuntern kann, seine Hebel gegenĂŒber Moskau zu nutzen, um zu einer Lösung des Konflikts beizutragen. Macron wolle auch die Sorge ansprechen, die man bezĂŒglich einiger chinesischer Firmen habe, die sich an den russischen Kriegsanstrengungen beteiligen könnten, hieß es. Immer wieder werden VorwĂŒrfe gegen chinesische Firmen laut, sogenannte Dual-Use-GĂŒter - also GĂŒter, die zu zivilen und auch militĂ€rischen Zwecken verwendet werden können - nach Russland zu liefern. Die USA etwa sanktionierten deshalb bereits chinesische Unternehmen.

In einem Gastbeitrag in der französischen Zeitung "Le Figaro" schrieb Xi, China sei weder Partei noch Beteiligter im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Man hoffe, dass Frieden und StabilitÀt bald wieder Einkehr in Europa fÀnden und wolle gemeinsam mit Frankreich und der internationalen Gemeinschaft daran arbeiten, gute Wege zu finden, um die Krise zu lösen.

China-Experte Marc Julienne geht jedoch davon aus, dass Peking kein Interesse hat, sich in Bezug auf die Ukraine einzusetzen, wie er dem ARD-Studio Paris sagte. "Es hat kein Interesse, es hat keinen Willen und es versucht daher, so distanziert wie möglich zu bleiben." Es sei dennoch notwendig auf die widersprĂŒchliche Haltung Chinas hinzuweisen, das sich als Akteur des Friedens sehe, aber Kremlchef Wladimir Putin nicht verurteilte, sagte der Leiter des Asienzentrums des französischen Instituts fĂŒr internationale Beziehungen Ifri. Dass die GesprĂ€che in Paris viel Ă€ndern werden, glaubt er nicht. "Ich glaube leider, dass wir nicht viele Hebel haben, um China zu bewegen."

Anders sehe es hingegen bei den Wirtschaftsfragen aus, die in Paris ebenfalls zur Sprache kommen sollen. "China braucht den europĂ€ischen Markt", sagt Julienne. Macron hatte noch vor dem Besuch Xis ein respektvolles Wirtschaftsverhalten China gegenĂŒber gefordert, das aber die eigenen europĂ€ischen Interessen schĂŒtze. Dem französischen Staatschef geht es unter anderem um fairere Wettbewerbsbedingungen.

Deutschland sitzt nicht mit am Pariser Beratungstisch, anders als bei Xis letztem Frankreich-Besuch 2019. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) war kĂŒrzlich selbst in China und besprach sich zudem am Donnerstag vorab mit Macron bei einem privaten Abendessen in Paris. "Der Kanzler (Olaf) Scholz kann nicht da sein, aber wir haben uns bei unserem Treffen am vergangenen Donnerstag abgestimmt", sagte Macron in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitungen "La Provence" und "La Tribune Dimanche". Von der Leyen werde er noch vor dem gemeinsamen GesprĂ€ch mit Xi empfangen. Macron betonte: "Das ermöglicht es, die EuropĂ€er zu vereinen, uns als Kraft aufzustellen."

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