China, Autoindustrie

AutohĂ€ndler: E-Auto-PrĂ€mie fließt vor allem nach China

15.06.2026 - 13:33:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die milliardenschwere neue E-Auto-PrĂ€mie der Bundesregierung fließt bisher offenbar fast ausschließlich an auslĂ€ndische Autohersteller, besonders aus China.

AutohĂ€ndler: E-Auto-PrĂ€mie fließt vor allem nach China
China - Stromtankstelle fĂŒr E-Auto (Archiv) 15.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das sagte der PrÀsident des Verbands der AutomobilhÀndler Deutschlands (VAD), Burkhard Weller, dem Nachrichtenmagazin Politico.

Wenn der Verband seine AutohÀuser frage, welche Autos mit der PrÀmie gekauft werden, sei die Antwort unisono "die Klasse zwischen 20.000 und 30.000 Euro" gewesen, sagte Weller. "Und was haben wir da? Chinesische Autos." In den 42 AutohÀusern seiner eigenen Weller-Gruppe habe sich der Absatz preiswerter Autos aus China im Mai mehr als verdoppelt. "Bei BYD waren es 235 Prozent", sagte der VerbandsprÀsident.

Deutsche Autos fehlten noch in dieser Preisklasse. Der ID.Polo von VW soll erst im September kommen. Aus der EU gebe es "ein bisschen Renault und Peugeot, etwas Seat und Cupra. Dann wird es dĂŒnn", sagte Weller. Die Wirkung der deutschen Auto-PrĂ€mie ist auch deshalb heikel, weil die EU die Industrie gegen Konkurrenz aus China schĂŒtzen will. Der "Industrial Accelerator Act" etwa sieht Made-in-EU-Vorgaben fĂŒr staatliche Förderungen vor.

Die PrĂ€mie kann fĂŒr alle E-Autos beantragt werden, die seit dem 1. Januar 2026 zugelassen wurden. Sie gilt nur fĂŒr Neuwagen und betrĂ€gt abhĂ€ngig von Auto, Einkommen und Kinderzahl bis zu 6.000 Euro. Im Fördertopf liegen 3,5 Milliarden Euro.

Weller widersprach Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), der die neue Förderung gelobt hatte. Bisher sei vor allem der RĂŒckstau geplanter KĂ€ufe eingereicht worden, sagte Weller. Die PrĂ€mie wurde Anfang Dezember 2025 angekĂŒndigt, aber noch ohne Details. "Das hat zur KaufzurĂŒckhaltung beigetragen", die sich nun auflöse. Hinzu kĂ€men Mitnahmeeffekte von Kunden, die ohnehin ein E-Auto kaufen wollten. Auf die Frage, wie die PrĂ€mie am Ende wirklich wirke, sagte Weller: "Stand heute ist meine Prognose null (...). Wegen der PrĂ€mie tauscht keiner sein Auto auf Elektro."

Wenn schon eine Förderung, dann hĂ€tten auch Gebrauchtwagen einbezogen werden sollen. Noch wichtiger seien aber mehr Lademöglichkeiten, niedrigere Strompreise und besonders Preistransparenz an den LadesĂ€ulen. Sein Vorschlag: "Machen wir an LadesĂ€ulen endlich wie beim Telefon-Roaming. Man schließt zuhause einen Tarif ab, und diesen Preis hat man ĂŒber das Roaming dann an jeder SĂ€ule."

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