G7-Gipfel soll Ukraine stÀrken
12.06.2024 - 16:11:02 | dpa.deDer Ukraine-Krieg ist ein zentrales Thema bei dem dreitÀgigen Gipfeltreffen, das an diesem Donnerstag in dem italienischen Luxushotel "Borgo Egnazia" in Apulien beginnt. Auf der Tagesordnung stehen auch der Gaza-Krieg, die schwierigen Handelsbeziehungen zu China und die Migration. GÀste der Gipfelrunde sind unter anderem der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj und erstmals auch der Papst.
Zur Gruppe der Sieben gehören die USA, Kanada, Japan, GroĂbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien, das dieses Jahr Gastgeber ist und den Vorsitz hat. FĂŒr Deutschland reist Bundeskanzler Olaf Scholz an. US-PrĂ€sident Joe Biden wollte am Mittwoch nach SĂŒditalien reisen. FĂŒr die EU sind RatsprĂ€sident Charles Michel und KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen mit dabei.
Ukraine kann auf riesiges Hilfspaket vom G7-Gipfel hoffen
Die EU hatte bereits beschlossen, eingefrorenes russisches Staatsvermögen fĂŒr die Ukraine zu nutzen. Beim G7-Gipfel soll nun vereinbart werden, noch mehr daraus zu machen. Wie ein ranghoher EU-Beamter am Dienstagabend sagte, soll in Apulien vereinbart werden, mit Zinsen aus eingefrorenem russischen Staatsvermögen einen Kredit in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar (etwa 47 Mrd. Euro) fĂŒr die Ukraine zu finanzieren.
Mit dem Geld könnte die Ukraine ihre Verteidigung stÀrken und den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur bezahlen. Zudem sollen EngpÀsse im ukrainischen Staatshaushalt ausgeglichen werden können, erklÀrte der EU-Beamte.
Die PlĂ€ne könnten dazu beitragen, ZinsertrĂ€ge aus eingefrorenem russischen Staatsvermögen kĂŒnftig noch effektiver zu nutzen. Die EU-Staaten hatten bereits entschieden, sie direkt fĂŒr die Finanzierung von MilitĂ€rhilfen fĂŒr die Ukraine bereitzustellen. Allein dieses Jahr sollen so bis zu drei Milliarden Euro fĂŒr die Ukraine zusammenkommen. Ăber den sogenannten Kredithebel könnte die Wirkung nun aber noch einmal deutlich erhöht werden.
Nach Kommissionsangaben sind rund 210 Milliarden Euro der russischen Zentralbank in der EU eingefroren. Das in BrĂŒssel ansĂ€ssige Finanzinstitut Euroclear hatte zuletzt mitgeteilt, 2023 rund 4,4 Milliarden Euro an Zinsen eingenommen zu haben. Es ist in der EU das mit Abstand wichtigste Institut, das Vermögenswerte der russischen Zentralbank verwahrt.
Bericht: USA wollen Ukraine weiteres Patriot-Flugabwehrsystem liefern
US-PrĂ€sident Biden will der Ukraine einem Medienbericht zufolge ein weiteres Patriot-Flugabwehrsystem zur VerfĂŒgung stellen. Biden habe sich vergangene Woche nach einer Reihe von Treffen mit ranghohen Beratern dazu entschieden, schrieb die "New York Times" unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen in der Regierung. Der Kommunikationsdirektor des WeiĂen Hauses, John Kirby, bestĂ€tigte den Bericht auf Nachfrage nicht. Denkbar ist, dass die US-Regierung die AnkĂŒndigung im Rahmen des Gipfels macht.
Das neue Patriot-System der USA sei derzeit in Polen, schrieb die "New York Times" weiter. Es könne in den kommenden Tagen an der ukrainischen Front eingesetzt werden. Es wĂ€re das zweite Patriot-Flugabwehrsystem, dass die USA der Ukraine zur VerfĂŒgung stellen.
Es zÀhlt zu den modernsten der Welt. Mit ihm werden feindliche Flugzeuge, ballistische Raketen und Marschflugkörper bekÀmpft. Auf eine Entfernung von etwa 100 Kilometern und bis in Höhen von 30 Kilometern können die Abwehrraketen in einer gedachten Glocke um die Stellung Ziele treffen - abhÀngig vom eingesetzten Lenkflugkörper.
Der Papst ist der Ehrengast
Italiens rechte MinisterprĂ€sidentin Giorgia begrĂŒĂt ihre GĂ€ste in dem Luxus-Resort "Borgo Egnazia", das 28 Villen sowie 63 Suiten oder Zimmer in traditionell apulischem Stil unterhĂ€lt. Dazu gibt es Restaurants, Pools, ein Golfplatz und ein Beachclub.
Auch der Papst wird dort mit den Staats- und Regierungschefs zusammentreffen. Zum ersten Mal ĂŒberhaupt nimmt ein Papst an einem G7-Gipfel teil. Das Oberhaupt der katholischen Kirche soll ĂŒber das Thema KĂŒnstliche Intelligenz sprechen. Bei der Arbeitssitzung soll es aber auch um Afrika und das Mittelmeer gehen - und Franziskus pocht immer wieder auf SolidaritĂ€t mit FlĂŒchtlingen und Migranten, die den gefĂ€hrlichen Seeweg nach Europa wagen.
Gipfelserie endet in der Schweiz
Nach der zweitĂ€gigen Wiederaufbaukonferenz fĂŒr die Ukraine in Berlin schlieĂt das G7-Treffen nahtlos an. Am Samstag geht es fĂŒr Scholz und auch Selenskyj weiter zur Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz, zu der sich nach Angaben der Regierung in Bern bislang rund 40 Staats- und Regierungschefs angemeldet haben. Eingeladen waren rund 160. Weitere gut 40 Staaten sollen mit anderen hohen Regierungsvertretern dabei sein.
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