SPD zurĂŒckhaltend zu VerlĂ€ngerung des «Tankrabatts»
18.05.2026 - 12:53:36 | dpa.deSPD-Politiker haben sich zurĂŒckhaltend zu einer VerlĂ€ngerung des «Tankrabatts» ĂŒber Ende Juni hinaus geĂ€uĂert. «Dauerhaft kann die Senkung der Energiesteuer keine Lösung sein», sagte SPD-Fraktionsvize Armand Zorn der Deutschen Presse-Agentur. Fraktionschef Matthias Miersch sagte dem Sender «Welt TV»: «Diese GieĂkanne kann man jetzt nicht monate-, jahrelang machen.»
CSU-Chef Markus Söder kann sich eine VerlĂ€ngerung vorstellen. Der bayerische MinisterprĂ€sident sagte in der ARD-Sendung «Caren Miosga», der «Tankrabatt» scheine zu wirken: «Und wenn es nicht anders geht, könnte ich mir vorstellen, dass wir darĂŒber diskutieren mĂŒssen, ihn zu verlĂ€ngern.» Dies hĂ€nge von der Preissituation ab.
Die Steuersenkung zur Entlastung von den stark gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs gilt seit Anfang Mai und bis Ende Juni. Dem Staat dĂŒrften dadurch SteuerausfĂ€lle von bis zu 1,6 Milliarden Euro entstehen.
«Die Senkung der Energiesteuer war wichtig, um kurzfristig fĂŒr spĂŒrbare Entlastungen an der ZapfsĂ€ule zu sorgen», sagte Zorn, der zusammen mit dem CDU-Politiker Sepp MĂŒller eine Taskforce der Koalition leitet. «Gerade fĂŒr viele Menschen, die im Alltag auf das Auto angewiesen sind, war das in dieser Situation richtig und notwendig. Gleichzeitig dĂŒrfen wir nicht nur auf die Preistafeln an den Tankstellen schauen. Infolge des Krieges im Iran erleben wir insgesamt eine höhere Inflation und steigende Preise in vielen Lebensbereichen.» Deshalb seien auf Dauer zielgerichtete Entlastungen fĂŒr kleine und mittlere Einkommen notwendig.
Die Koalition plant eine Reform der Einkommensteuer mit Wirkung von Januar 2027.
Zorn sagte, es mĂŒssten zusĂ€tzliche Impulse gesetzt werden, um strukturell zu entlasten und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewĂ€hrleisten. «Wir brauchen ein entschlossenes Krisenmanagement der Bundesregierung, damit Preisexplosionen und EngpĂ€sse verhindert werden.»
Miersch sprach sich fĂŒr den Fall anhaltend hoher Spritpreise fĂŒr einen Preisdeckel aus. «FĂŒr mich sind Preisdeckel ĂŒberhaupt nicht aus der Welt. Ich habe immer wieder betont: Wir mĂŒssen uns auf die nĂ€chsten Monate vorbereiten.» Niemand wisse, wie es in dem Konflikt mit dem Iran in den nĂ€chsten Monaten weitergehe. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt einen Preisdeckel ab.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
