IG Metall sieht bei Thyssenkrupp ĂŒber 20.000 Jobs in Gefahr
30.05.2025 - 14:17:09 | dts-nachrichtenagentur.de
Die umstrittenen UmbauplĂ€ne von Thyssenkrupp-Chef Miguel LĂłpez fĂŒr den Essener MDax-Konzern könnten nach EinschĂ€tzung der IG Metall Zehntausende Stellen kosten.
"Bei den PlĂ€nen könnten mehr als 20.000 BeschĂ€ftigte auf der Strecke bleiben", sagte JĂŒrgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall und Vize-Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp, der "SĂŒddeutschen Zeitung". Thyssenkrupp hat 96.000 Mitarbeiter, es geht also demnach um jede fĂŒnfte Stelle.
Kerner zufolge lehnt die Gewerkschaft vor allem "die TonalitĂ€t des Vorhabens" ab: Es gehe nur um Gewinnmaximierung und die Interessen der AktionĂ€re, die Interessen der BeschĂ€ftigten spielten fĂŒr LĂłpez keine Rolle, sagte er der Zeitung. Thyssenkrupp ist als Autozulieferer, Maschinenbauer und WerkstoffhĂ€ndler tĂ€tig; daneben gehört Deutschlands gröĂter Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) und die Werftengruppe Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zu dem Unternehmen.
LĂłpez hatte am Montag angekĂŒndigt, in den kommenden Jahren alle Sparten zu verselbststĂ€ndigen und reif fĂŒr den Einstieg von Partnern oder fĂŒr einen Börsengang machen zu wollen.
Am weitesten fortgeschritten sind die PlĂ€ne fĂŒr die Werftengruppe TKMS, den WeltmarktfĂŒhrer fĂŒr nicht atomgetriebene U-Boote. Nach Angaben von Kerner soll der Aufsichtsrat noch im Juni ĂŒber einen Börsengang der Tochter TKMS entscheiden.
Allerdings seien bis zur Aufsichtsratssitzung noch strittige Fragen zu klĂ€ren, sagte Kerner der SZ - etwa wie bei TKMS die Mitbestimmung durch Arbeitnehmervertreter nach dem Börsengang aussehen werde. "LĂłpez ist kein Freund der Mitbestimmung, und der Spin-Off wird die Blaupause fĂŒr die VerselbststĂ€ndigung der anderen Sparten sein", sagte der Gewerkschafter.
Kritisch Ă€uĂerte sich Kerner auch ĂŒber den tschechischen MilliardĂ€r Daniel Kretinsky, der voriges Jahr 20 Prozent der Anteile an der Stahltochter TKSE gekauft hat und auf 50 Prozent aufstocken könnte: "Ich halte Herrn Kretinsky inzwischen immer weniger fĂŒr den richtigen KĂ€ufer", sagte Kerner der Zeitung. So weigere sich der Tscheche seit mehr als einem Jahr, den Arbeitnehmervertretern seine PlĂ€ne fĂŒr das Investment darzulegen.
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