Asylverfahren in Drittstaaten: Innenministerium verweist auf EU-Rahmen
19.06.2024 - 15:09:08 | dpa.deDie Umsetzung der auf EU-Ebene beschlossenen Reform des Gemeinsamen EuropĂ€ischen Asylsystems (GEAS) habe "höchste PrioritĂ€t fĂŒr uns", sagte der Sprecher des Ministeriums, Maximilian Kall, am Mittwoch in Berlin. Die GEAS-Reform setze auch einen Rahmen fĂŒr Vereinbarungen mit Staaten auĂerhalb der EuropĂ€ischen Union.
Die Bundesregierung hatte mit den BundeslĂ€ndern im November vereinbart, die Möglichkeit von Asylverfahren auĂerhalb der EU zu prĂŒfen. In einem Beschluss baten die 16 LĂ€nderchefs die Ampel-Regierung in Berlin, bei der nĂ€chsten Bund-LĂ€nder-Konferenz an diesem Donnerstag dazu erste Ergebnisse vorzulegen. Betrachtet wurde unter anderem das sogenannte Ruanda-Modell. Das sieht vor, Asylsuchende von GroĂbritannien nach Ruanda zu bringen, wo sie ein Asylverfahren durchlaufen und dann gegebenenfalls auch Schutz erhalten sollen. BeschĂ€ftigt hat sich das Ministerium auch mit den noch nicht in der Praxis erprobten PlĂ€nen Italiens, das bestimmte Bootsmigranten nach Albanien bringen will, wo sie ein Asylverfahren in italienischer Regie durchlaufen sollen.
Das Bundesinnenministerium hatte zu der Drittstaaten-Frage in den vergangenen Monaten den Austausch mit Experten im In- und Ausland gesucht. Das Ministerium habe die Frage sehr aufwendig und ergebnisoffen geprĂŒft, sagte der Sprecher. Auf Basis dieser PrĂŒfung sei ein Bericht entstanden, der bald auch veröffentlicht werde. Auf die Frage eines Journalisten, zu welchem Ergebnis das Ministerium nach Anhörung der Experten gekommen sei, antwortete Kall, Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) werde dies zuerst bei der laufenden Innenministerkonferenz in Potsdam sowie am im Kreise der MinisterprĂ€sidenten erlĂ€utern. Dabei gehe es auch darum, in der Migrationspolitik "eine kleine Bilanz zu ziehen, wo wir eigentlich stehen". Der Sprecher verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf bereits getroffene Vereinbarungen mit Herkunftsstaaten ĂŒber die RĂŒcknahme von Ausreisepflichtigen sowie auf die zuletzt gestiegene Zahl von Abschiebungen.
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