Arbeitsmarkt, Arbeitsagentur

Arbeitsagentur kritisiert Sparvorgaben der Bundesregierung

30.07.2023 - 12:04:06 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles (SPD), sieht den angekündigten Sparhaushalt der Bundesregierung kritisch.

Arbeitsamt in Aschersleben - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Arbeitsamt in Aschersleben - Foto: über dts Nachrichtenagentur

"Für das kommende Jahr benötigen die Jobcenter eine auskömmliche Finanzausstattung, um die Möglichkeiten des Bürgergeldes in vollem Umfang nutzen zu können", sagte sie dem "Tagesspiegel". Insbesondere bei den Hilfen zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt soll gespart werden.

"Mit den geplanten Ausgabemitteln für die Jobcenter von 9,85 Milliarden Euro für 2024 liegen wir um 700 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr", sagte Nahles. Zudem gebe es Mehrkosten wegen Tariferhöhungen in Höhe von 300 Millionen Euro. Sie hoffe nun auf den Bundestag: "Mit Blick auf den Haushalt für das kommende Jahr setzen wir jetzt auf das parlamentarische Verfahren im Herbst. Denn über den Haushalt entscheidet nicht die Bundesregierung, sondern das Parlament", sagte sie. Kritik an den Sparvorgaben der Bundesregierung kam unterdessen auch von der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Hintergrund ist, dass die Regierung bei der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und Jugendliche sparen will. Die Awo rechnet damit, dass ein Drittel der Beratungsstellen geschlossen werden müssten, würden die Pläne der Regierung umgesetzt. "Angesichts von hoher Zuwanderung und Fachkräftemangel gefährden die geplanten Einschnitte nicht nur soziale Teilhabe und den Zusammenhalt vor Ort, sondern auch ganz konkret den Wirtschaftsstandort Deutschland", sagte Awo-Präsident Michael Groß dem "Tagesspiegel". "Kerngeschäft der Migrationsfachdienste" seien die Wohnungssuche, Jobsuche und Spracherwerb. "Deswegen brauchen wir hier dringend eine Stärkung und keine Schwächung", sagte er. Er erwarte zudem, dass sich die Überlastung der Beratungskräfte bereits durch die Kürzungsandrohungen verstärken werden. "Welche Fachkraft bliebe noch in einem Sektor, der kaputtgespart wird, ohne Perspektive über das Jahresende hinaus?", fragte er.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 63874742 |

Weitere Meldungen

DGB kritisiert Bundesregierung für Ausschluss aus Reformkommissionen Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Yasmin Fahimi, hat der Bundesregierung vorgeworfen, die Sozialpartner in wichtigen Reformprozessen auszuschließen. (Politik, 22.04.2026 - 23:13) weiterlesen...

Handwerk fordert Streichung der 1.000-Euro-Prämie Angesichts der scharfen Kritik aus der Wirtschaft fordert der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Bundesregierung auf, die Pläne für eine Entlastungsprämie über 1.000 Euro je Arbeitnehmer sofort wieder zu stoppen.Der "Bild-Zeitung" sagte ZDH-Präsident Jörg Dittrich, es wäre gut, "der Staat würde diese unredliche Idee schnellstens wieder einkassieren und durch einen anderen Vorschlag ersetzen". (Politik, 18.04.2026 - 13:44) weiterlesen...

Verdi bezeichnet mögliche Abschaffung von Feiertag als unerhört Verdi-Chef Frank Werneke hat Überlegungen zurückgewiesen, den 1. (Politik, 18.04.2026 - 12:56) weiterlesen...

Regierungssprecher: Abschaffung von Feiertag ist Spekulation Die mögliche Abschaffung eines Feiertags als Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Krise ist laut stellvertretendem Regierungssprecher Steffen Meyer "Spekulation". (Politik, 17.04.2026 - 13:56) weiterlesen...

Merz will Entlastungsprämie auch 2027 gelten lassen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will den Arbeitgebern nun offenbar ein Jahr mehr Zeit geben, die geplante "Entlastungsprämie" in Höhe von 1.000 Euro ihren Arbeitnehmern steuer- und abgabenfrei zukommen zu lassen."Die 1.000 Euro sind ein Angebot an Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dieses Angebot soll für das Jahr 2026 und auch für das Jahr 2027 gelten", sagte Merz am Donnerstag am Rande des Besuchs des irischen Regierungschefs. (Politik, 16.04.2026 - 20:56) weiterlesen...