Bestattungsfachkraft: 900 Auszubildende erreichen Höchststand
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 08:11 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBestattungswesen erreicht neue Ausbildungsmarke
- Zum Jahresende 2025 befanden sich 900 Personen in einer dualen Ausbildung zur Bestattungsfachkraft.
- 2015 zÀhlte Destatis in diesem Ausbildungsberuf 430 Personen.
- 2025 waren 61 Prozent der Auszubildenden Frauen und 39 Prozent MĂ€nner.
Bestattungsbranche meldet Ausbildungsrekord
Zum Jahresende 2025 befanden sich in Deutschland 900 Personen in einer dualen Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit und verwies auf einen neuen Höchststand.
Ausbildungszahl seit 2015 mehr als verdoppelt
Vor zehn Jahren waren 430 Auszubildende in diesem Beruf registriert. Der Frauenanteil stieg in diesem Zeitraum von 46 auf 61 Prozent, wÀhrend MÀnner 2025 noch 39 Prozent der Auszubildenden stellten.
Rund 32.000 BeschÀftigte im Bestattungshandwerk
Im Jahr 2024 arbeiteten rund 32.000 Menschen in etwa 4.200 ansĂ€ssigen Unternehmen des Bestattungshandwerks. Der Anteil geringfĂŒgig entlohnter BeschĂ€ftigter lag bei 41,9 Prozent und damit deutlich ĂŒber dem Wert des Handwerks insgesamt von 21,1 Prozent.
Die Unternehmen erzielten 2024 UmsĂ€tze von 2,37 Milliarden Euro. Als einen Grund fĂŒr die steigende Nachfrage nach Bestattungsdienstleistungen und FachkrĂ€ften nennen die Statistiker den wachsenden Anteil Ă€lterer Menschen.
Mehr SterbefÀlle und höhere Preise
2025 starben in Deutschland rund 1,0 Millionen Menschen, neun Prozent mehr als 2015. Damals wurden rund 925.000 SterbefÀlle registriert.
Die Preise fĂŒr SĂ€rge, Urnen, Grabsteine und weitere BegrĂ€bnisartikel stiegen 2025 gegenĂŒber dem Vorjahr um 1,9 Prozent. Bestattungsleistungen und FriedhofsgebĂŒhren verteuerten sich um 3,2 Prozent, wĂ€hrend die Verbraucherpreise insgesamt um 2,2 Prozent zunahmen.
Sozialbestattungen gehen langfristig zurĂŒck
FĂŒr sogenannte Sozialbestattungen gaben die SozialhilfetrĂ€ger 2025 brutto 51,6 Millionen Euro aus. Das waren 16,3 Prozent weniger als 2015, als 61,7 Millionen Euro anfielen.
2025 erhielten rund 15.400 bestattungspflichtige Angehörige oder testamentarisch eingesetzte Erben eine Ăbernahme der beantragten Kosten. Zehn Jahre zuvor waren es knapp 23.400 EmpfĂ€nger.
Kommunen erzielen höhere Friedhofseinnahmen
Die Kernhaushalte der StĂ€dte und Gemeinden in den FlĂ€chenlĂ€ndern nahmen 2024 aus Verwaltungs- und BenutzungsgebĂŒhren sowie Ă€hnlichen Entgelten im Friedhofs- und Bestattungswesen 951,9 Millionen Euro ein. GegenĂŒber 2023 entsprach das einem Plus von 2,4 Prozent, gegenĂŒber 2014 einem Anstieg um 34,1 Prozent.
Die FriedhofsflĂ€chen in Deutschland umfassten 2024 rund 38.500 Hektar oder etwa 0,1 Prozent der gesamten BodenflĂ€che. Hinzu kamen rund 2.500 Hektar fĂŒr Waldbestattungen, die nicht in den klassischen FriedhofsflĂ€chen enthalten sind.
Der Ausbildungsrekord fÀllt in eine Branche, deren Nachfrage eng mit der demografischen Entwicklung verbunden ist. Deutschland verzeichnet seit Jahren einen hohen Anteil Àlterer Menschen; dadurch steigt langfristig die Zahl der SterbefÀlle und damit der Bedarf an Organisation, Versorgung und Begleitung rund um Bestattungen.
Die Entwicklung bei den Auszubildenden zeigt zugleich einen Wandel innerhalb des Berufs. Der Frauenanteil ist seit 2015 deutlich gestiegen und liegt inzwischen ĂŒber dem der MĂ€nner. Damit wird die Bestattungsfachkraft stĂ€rker von Frauen als Ausbildungsberuf gewĂ€hlt, wĂ€hrend die Branche insgesamt weiterhin durch einen hohen Anteil geringfĂŒgiger BeschĂ€ftigung geprĂ€gt ist.
Kosten und kommunale Aufgaben
FĂŒr Angehörige bleibt die finanzielle Belastung ein zentraler Faktor. Die Preise fĂŒr Bestattungsleistungen und FriedhofsgebĂŒhren stiegen 2025 stĂ€rker als die Preise fĂŒr BegrĂ€bnisartikel und lagen damit ĂŒber der allgemeinen Teuerungsrate. Gleichzeitig gingen die Ausgaben fĂŒr Sozialbestattungen und die Zahl der EmpfĂ€nger gegenĂŒber 2015 zurĂŒck.
Kommunen stehen deshalb vor einer doppelten Aufgabe: Sie mĂŒssen ausreichende FriedhofsflĂ€chen und Dienstleistungen organisieren und zugleich GebĂŒhren, Pflegeaufwand und soziale HĂ€rten ausbalancieren. Die wachsenden Einnahmen aus dem Friedhofs- und Bestattungswesen spiegeln nicht nur höhere GebĂŒhren, sondern auch die langfristige Bedeutung kommunaler Friedhöfe wider.
FachkrĂ€fte fĂŒr eine alternde Gesellschaft
Mit rund 38.500 Hektar klassischen FriedhofsflĂ€chen und zusĂ€tzlichen FlĂ€chen fĂŒr Waldbestattungen bleibt das Bestattungswesen zudem raum- und verwaltungsintensiv. Der neue Ausbildungs-Höchststand deutet darauf hin, dass Betriebe und Bewerber den steigenden Bedarf zunehmend als langfristige berufliche Perspektive wahrnehmen.
