IWH, Höchstwert

IWH: Höchstwert bei Firmenpleiten seit Finanzkrise

09.01.2025 - 11:06:40 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist im Dezember unverÀndert hoch geblieben, gleichzeitig gab es im vierten Quartal 2024 so viele Firmenpleiten wie seit der Finanzkrise vor 15 Jahren nicht mehr.

IWH - Leibniz-Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das ist das Ergebnis einer Analyse des Leibniz-Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle (IWH), die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach war die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland im Dezember praktisch unverĂ€ndert zum Vormonat - sie lag bei 1.340. Das sind allerdings 24 Prozent mehr als im Dezember 2023 und 54 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen Dezember der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie. Schließungen großer Arbeitgeber fĂŒhren hĂ€ufig zu erheblichen und dauerhaften Einkommens- und Lohnverlusten bei den betroffenen BeschĂ€ftigten. Die Zahl der von Großinsolvenzen betroffenen Jobs liefert zudem eine gute AnnĂ€herung an die Gesamtzahl der von Insolvenz betroffenen ArbeitsplĂ€tze: Laut IWH-Insolvenztrend waren im Dezember in den grĂ¶ĂŸten zehn Prozent der insolventen Unternehmen mehr als 15.000 ArbeitsplĂ€tze betroffen.

Damit liegt die Zahl der betroffenen BeschĂ€ftigten mehr als ein Drittel ĂŒber dem Vormonatswert. Im vierten Quartal 2024 waren 4.215 Personen- und Kapitalgesellschaften mit knapp 38.000 ArbeitsplĂ€tzen von einer Insolvenz betroffen. Die Zahl der Insolvenzen im vierten Quartal 2024 war so hoch wie seit dem Ende der großen Wirtschafts- und Finanzkrise Mitte 2009 nicht mehr. Das letzte vierte Quartal mit höheren Werten liegt noch weiter zurĂŒck, im Jahr 2005. "Jahrelang extrem niedrige Zinsen haben Insolvenzen verhindert, und wĂ€hrend der Pandemie sind Insolvenzen aufgrund von Subventionen wie zum Beispiel dem Kurzarbeitergeld ausgefallen", sagte Steffen MĂŒller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung. "Der Zinsanstieg und der Wegfall der Subventionen haben ab 2022 Nachholeffekte bei Insolvenzen ausgelöst." Im Jahresvergleich des vierten Quartals ist die Zahl der Insolvenzen von 2023 auf 2024 um 36 Prozent gestiegen. Unter den grĂ¶ĂŸeren BundeslĂ€ndern war der Anstieg in Baden-WĂŒrttemberg (+65 Prozent) am stĂ€rksten. Unter den großen Insolvenzbranchen lag der Zuwachs im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen mit 47 Prozent am höchsten. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl um 32 Prozent. Bei der Zahl der betroffenen ArbeitsplĂ€tze betrug der Anstieg gegenĂŒber dem vierten Quartal des Vorjahrs lediglich 17 Prozent.

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