Unternehmensinsolvenzen, Destatis

Unternehmensinsolvenzen erreichen höchstes Halbjahresniveau seit 2013

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 14:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Experten erwarten vorerst keine Entspannung.

  • In Deutschland mussten im ersten Halbjahr so viele Unternehmen Insolvenz anmelden wie seit 2013 nicht mehr. (Symbolbild) - Bild: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
    In Deutschland mussten im ersten Halbjahr so viele Unternehmen Insolvenz anmelden wie seit 2013 nicht mehr. (Symbolbild) - Bild: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
  • Einer von vielen FĂ€llen: Die Baumarktkette Hellweg musste Insolvenz anmelden. (Archivbild)  - Bild: Fabian Strauch/dpa
    Einer von vielen FĂ€llen: Die Baumarktkette Hellweg musste Insolvenz anmelden. (Archivbild) - Bild: Fabian Strauch/dpa
In Deutschland mussten im ersten Halbjahr so viele Unternehmen Insolvenz anmelden wie seit 2013 nicht mehr. (Symbolbild) - Bild: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa Einer von vielen FĂ€llen: Die Baumarktkette Hellweg musste Insolvenz anmelden. (Archivbild)  - Bild: Fabian Strauch/dpa

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf 12.812 FĂ€lle gestiegen und hat damit den höchsten Stand fĂŒr diesen Zeitraum seit 2013 erreicht.

Mehr FĂ€lle im Juni

Im Juni registrierten die Amtsgerichte 2.266 Unternehmensinsolvenzen und damit deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Auch die Verbraucherinsolvenzen legten zu.

Warnsignal fĂŒr die Politik

Die Entwicklung setzt die Bundesregierung unter Druck, weil Branchen und Firmen weiterhin unter schwacher Konjunktur und hohen Belastungen leiden. Die DIHK mahnt eine schnelle Umsetzung vereinbarter Reformen an, um die WettbewerbsfÀhigkeit der Unternehmen zu stÀrken.

Höhere Belastung in einzelnen Branchen

Besonders hÀufig traf es im ersten Halbjahr Unternehmen aus Verkehr und Lagerei sowie aus dem Gast- und Baugewerbe. Die GlÀubigerforderungen lagen zugleich deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum, was auf kleinere Verfahren hindeutet.

Keine schnelle Entspannung in Sicht

Auch die weitere Entwicklung bleibt angespannt. Nach EinschĂ€tzung des IWH sprechen FrĂŒhindikatoren dafĂŒr, dass die Zahl der Insolvenzen in den kommenden Monaten hoch bleibt.

Wirtschaft unter Druck

Die neuen Zahlen zu den Unternehmensinsolvenzen bestĂ€tigen den seit Monaten sichtbaren Belastungstest fĂŒr die deutsche Wirtschaft. Der Anstieg fĂ€llt in eine Phase, in der viele Firmen zugleich mit schwacher Nachfrage, hohen Finanzierungskosten und anhaltendem Kostendruck zurechtkommen mĂŒssen.

Besonders relevant ist dabei nicht nur die absolute Zahl der FÀlle, sondern auch die Struktur der Pleiten. Wenn die GlÀubigerforderungen sinken, deutet das hÀufig auf kleinere Verfahren hin; das entlastet zwar einzelne Bilanzen der GlÀubiger, Àndert aber nichts an der breiten Ausbreitung der wirtschaftlichen SchwÀche.

Folgen fĂŒr Branchen und Standortpolitik

Die hohe Betroffenheit in Verkehr, Gastgewerbe und Bau zeigt, dass vor allem konjunktursensible und kapitalintensive Bereiche unter Druck stehen. FĂŒr BeschĂ€ftigte, Zulieferer und Kommunen können selbst kleinere Insolvenzen spĂŒrbare Folgen haben, weil AuftrĂ€ge, Mieten und Steuereinnahmen wegbrechen.

Politisch verstĂ€rkt die Entwicklung den Druck auf die Bundesregierung, Investitionen, BĂŒrokratieabbau und Planungssicherheit glaubwĂŒrdig voranzutreiben. FĂŒr Leser heißt das: Die Insolvenzzahlen sind nicht nur eine Statistik ĂŒber Firmenpleiten, sondern ein Stimmungs- und FrĂŒhindikator fĂŒr die wirtschaftliche Verfassung des Landes.

Was die Entwicklung zusÀtzlich signalisiert

Die zugleich steigenden GrĂŒndungszahlen Ă€ndern am Gesamtbild nur begrenzt etwas. Sie zeigen zwar unternehmerische AktivitĂ€t, stehen aber neben einer Vielzahl von Schließungen und machen deutlich, dass sich der Unternehmensbestand derzeit stark umsortiert.

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