Dienstleistungssektor, Destatis

Dienstleistungsumsatz steigt im Juli real um 0,7 Prozent

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 08:12 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der deutsche Dienstleistungssektor steigerte seinen Umsatz im Juli gegenüber Juni real um 0,7 Prozent. Im Jahresvergleich blieb der preisbereinigte Umsatz jedoch rückläufig, während das nominale Geschäft zulegte.

Umsatz im Dienstleistungsbereich im Juli etwas höher
Mann mit Laptop (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Umsatz im deutschen Dienstleistungsbereich ist im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat gestiegen. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes nahm er kalender- und saisonbereinigt real um 0,7 Prozent und nominal um 0,6 Prozent zu.

Im Vergleich zum Juli 2025 sank der preisbereinigte Umsatz um 0,9 Prozent, während der nominale Umsatz um 2,9 Prozent wuchs.

Immobilien- und Fachleistungen mit stärkstem Plus

Den größten realen Zuwachs gegenüber Juni verzeichnete das Grundstücks- und Wohnungswesen mit 3,2 Prozent. Danach folgten die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, deren Umsatz um 2,1 Prozent stieg.

Verkehr kaum verändert

Bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, darunter die Vermietung beweglicher Sachen und die Vermittlung von Arbeitskräften, erhöhte sich der Umsatz um 0,8 Prozent. Im Bereich Verkehr und Lagerei fiel das Plus mit 0,1 Prozent deutlich geringer aus.

Information und Kommunikation rückläufig

Der Bereich Information und Kommunikation entwickelte sich im Juli gegen den allgemeinen Trend. Dort sank der reale Umsatz gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent.

Die Juli-Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild für den deutschen Dienstleistungssektor. Gegenüber dem Vormonat legte der preisbereinigte Umsatz zwar um 0,7 Prozent zu. Im Jahresvergleich lag der reale Umsatz jedoch 0,9 Prozent niedriger. Das nominale Plus von 2,9 Prozent zeigt zugleich, dass höhere Preise einen Teil der Entwicklung erklären.

Die Unterschiede zwischen den Branchen sind erheblich. Das Grundstücks- und Wohnungswesen sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen wuchsen im Monatsvergleich deutlich. Diese Bereiche reagieren unter anderem auf die Nachfrage nach Immobilien- und Unternehmensdienstleistungen. Der geringe Zuwachs bei Verkehr und Lagerei deutet dagegen auf eine verhaltene Dynamik im Waren- und Güterumschlag hin.

Branchenentwicklung bleibt uneinheitlich

Der Rückgang im Bereich Information und Kommunikation fällt aus dem Rahmen, weil dieser Sektor häufig mit Digitalisierung und technologiegestützten Dienstleistungen verbunden wird. Ein einzelner Monatswert erlaubt jedoch keine belastbare Aussage über einen dauerhaften Trend. Die vorläufigen Daten können zudem noch revidiert werden.

Für die gesamtwirtschaftliche Bewertung ist vor allem der Abstand zwischen Monats- und Jahresvergleich relevant: Die kurzfristige Stabilisierung bedeutet nicht automatisch eine breite Erholung. Unternehmen und private Haushalte dürften die Entwicklung daher weiterhin stark an Preisen, Nachfrage und Finanzierungskosten messen.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70239225 |