Digitale, SouverÀnitÀt

Digitale SouverÀnitÀt: Palo Alto und Telekom starten EU-Sicherheitsplattform

10.06.2026 - 20:07:07 | boerse-global.de

Gemeinsame Sicherheitsplattform von Palo Alto und Telekom erfĂŒllt DSGVO, NIS2 und DORA fĂŒr kritische Infrastrukturen in der EU.

Palo Alto & Telekom: Sovereign Cortex fĂŒr Europas regulierte Branchen
Digitale - Ein futuristisches, digitales VorhĂ€ngeschloss mit Schaltkreismustern und Datenströmen ĂŒber einer unscharfen Europakarte, das KI-Sicherheit symbolisiert. 10.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Palo Alto Networks und die Deutsche Telekom bringen eine KI-gestĂŒtzte Sicherheitsplattform fĂŒr Europas regulierte Branchen. „Sovereign Cortex with T Security“ soll ab dem dritten Quartal 2026 verfĂŒgbar sein.

Die Lösung richtet sich an Gesundheitswesen, Finanzsektor, öffentliche Verwaltung und KRITIS-Betreiber. Die Telekom fungiert dabei als unabhĂ€ngiger Treuhandpartner und behĂ€lt die Hoheit ĂŒber die VerschlĂŒsselungsschlĂŒssel. SĂ€mtliche Daten bleiben innerhalb Europas, der Support sitzt komplett in der EU.

Die Plattform erfĂŒllt die Anforderungen von DSGVO, NIS2-Richtlinie und dem Digital Operational Resilience Act (DORA).

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89 Prozent der Firmen fordern digitale SouverÀnitÀt

Eine aktuelle Studie des Anbieters Retarus unter 149 Unternehmen in Deutschland, Frankreich und Spanien zeigt den Druck: 89 Prozent der Befragten sehen digitale SouverĂ€nitĂ€t als PrioritĂ€t. Besonders der Zugriff US-amerikanischer Behörden ĂŒber den CLOUD Act bereitet Sorgen – 56 Prozent der Unternehmen fĂŒrchten ihn.

Derzeit halten US-Cloud-Anbieter rund 70 Prozent Marktanteil in der EU. Der Branchenverband Bitkom ermittelte im April: 99 Prozent der Unternehmen halten UnabhĂ€ngigkeit bei digitalen Technologien fĂŒr wichtig, 79 Prozent fordern höhere Investitionen.

Experte Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker warnt jedoch vor MissverstĂ€ndnissen: Digitale SouverĂ€nitĂ€t bedeute nicht Autarkie, sondern gezieltes „De-Risking“ strategischer AbhĂ€ngigkeiten.

EU legt „Tech Sovereignty Package“ vor

Anfang Juni reagierte die EU-Kommission mit einem Maßnahmenpaket zur StĂ€rkung technologischer Autonomie. Es umfasst den „Chips Act 2.0“ und ein spezielles Gesetz fĂŒr Cloud und KI.

Parallel rĂŒcken operative Anforderungen in den Fokus. Auf einem Fachkongress in Wien diskutierten Experten die Integration von DORA in Steuerungsprozesse von Finanzunternehmen. Die Richtlinie ist seit Januar 2025 verbindlich – der Schwerpunkt liegt nun auf der ÜberfĂŒhrung von Compliance-Projekten in wertschöpfende GRC-Prozesse.

FĂŒr den EU AI Act, der ab August 2026 schrittweise bindend wird, entstehen bereits spezialisierte Dienste. Die q.beyond AG stellte am 9. Juni einen „AI Act as a Service“ vor, der KI-Systeme bewertet und auditfĂ€hige RisikoeinschĂ€tzungen liefert.

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KI-IdentitÀten als blinder Fleck

Trotz Fortschritten bleiben SicherheitslĂŒcken. Eine Studie von Saviynt unter 100 deutschen IT-Entscheidern zeigt: In 93 Prozent der Unternehmen haben KI-IdentitĂ€ten Zugriff auf Kernsysteme wie SAP oder Salesforce. Nur 25 Prozent steuern diese Zugriffe ĂŒber feste Regeln. 76 Prozent der Befragten entdeckten zudem nicht autorisierte KI-Anwendungen („Shadow AI“) in ihren Netzwerken.

Um die Basis fĂŒr souverĂ€ne Anwendungen im staatlichen Umfeld zu verbreitern, intensivieren STACKIT (Schwarz Digits) und Codesphere ihre Zusammenarbeit. Ziel ist ein souverĂ€ner Software-Stack fĂŒr den deutschen öffentlichen Sektor. Codesphere sicherte sich im FrĂŒhjahr den Zuschlag fĂŒr ein GovTech-Framework mit einem Volumen von bis zu 30,8 Millionen Euro. Die Infrastruktur soll unter anderem als Grundlage fĂŒr die geplante Deutschlandplattform und das Projekt MEDI:CUS dienen.

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