Digitale, SteuererklÀrung

Digitale SteuererklÀrung: 11,5 Mio. nutzen neue App seit Juli

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sachsen stellt Steuervordrucke fĂŒr Kommunen ein. Digitale Wege wie ELSTER und Apps gewinnen an Bedeutung, wĂ€hrend neue Betrugswarnungen kursieren.

Steuerdigitalisierung: Sachsen beendet Papierformulare bis 2027
Ein Tablet mit einer Steuer-App auf einem modernen Schreibtisch, das die digitale Transformation der Steuerverwaltung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Steuerverwaltung zieht sich schrittweise aus der Papierwelt zurĂŒck. Ab 2027 liefert Sachsen keine Vordrucke mehr an StĂ€dte und Gemeinden. BĂŒrger sollen Formulare dann direkt ĂŒber FinanzĂ€mter, als Online-Druckversion oder ĂŒber „Mein ELSTER" beziehen.

Digitalisierung gewinnt an Fahrt

Der Schritt folgt einem klaren Trend: Bereits 78 Prozent der Steuerpflichtigen geben ihre ErklĂ€rung elektronisch ab. Die Umstellung entlastet Kommunen und lenkt den Fokus auf digitale Schnittstellen. Doch damit nicht genug – Bund und LĂ€nder forcieren parallel die mobile SteuererklĂ€rung.

Seit dem 1. Juli nutzen rund 11,5 Millionen Menschen einen neuen App-Service fĂŒr einfache SteuerfĂ€lle. ErgĂ€nzt wird das Angebot durch das Pilotprojekt „Amsel" in Hessen, ThĂŒringen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Bis zum Herbst plant die Bundesregierung zudem ein Steuervereinfachungsgesetz – Kernpunkt: eine Arbeitstagepauschale.

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Was bringt das den BĂŒrgern?

Die Hemmschwelle soll sinken, denn statistisch lockt eine durchschnittliche Erstattung von 1.172 Euro pro Fall. FĂŒr das Steuerjahr 2025 endete die Abgabefrist fĂŒr Pflichtveranlagungen bereits am 31. Juli.

Cloud und Kampf gegen Steuerbetrug

Die technische Basis liefert die Deutsche Verwaltungscloud (DVC). Im Herbst startet eine Sandbox-Umgebung, Ende 2026 oder Anfang 2027 folgt die Erprobung durch ausgewÀhlte Nutzer. Das BMDV setzt dabei auf offene Standards und APIs, um Monopolbildung zu verhindern.

Gleichzeitig verschĂ€rft der Bund das Vorgehen gegen Steuerhinterziehung: Ein Aktionsplan mit 26 Maßnahmen sieht ein neues Analysezentrum beim Zoll und 1.500 zusĂ€tzliche Stellen vor. Ab 2028 gilt eine Registrierkassenpflicht fĂŒr Betriebe mit ĂŒber 100.000 Euro Umsatz – das soll rund eine Milliarde Euro zusĂ€tzlich in die Kassen spĂŒlen.

Personalmangel und digitale Baustellen

Doch die Verwaltung kĂ€mpft mit HĂŒrden. Brandenburg startet im Sommer 2027 eine Ausbildungsoffensive mit ĂŒber 200 neuen PlĂ€tzen in FinanzĂ€mtern – der demografische Wandel fordert seinen Tribut.

In Sachsen hakt es derweil bei der Grundsteuer: Fortschreibungen und Nachfeststellungen fĂŒr Änderungen aus 2025 können die FinanzĂ€mter noch nicht abschließend bearbeiten. Kommunen passen Bescheide daher erst mit Verzögerung nach Erhalt der Messbescheide an.

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Vorsicht vor Phishing-Mails

VerbraucherschĂŒtzer warnen zudem vor aktuellen Betrugsversuchen: Im Umfeld der jĂŒngsten Abgabefristen kursieren vermehrt Phishing-Mails im Namen von ELSTER. Unter dem Vorwand einer Datensynchronisierung versuchen Angreifer, sensible Nutzerinformationen zu entwenden.

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