Digitalkompetenzen, Firmen

Digitalkompetenzen: 56% der Firmen sehen großen Nachholbedarf

25.06.2026 - 16:21:03 | boerse-global.de

Neue Gesetze wie der EU AI Act machen Personalentwicklung zur Compliance-Pflicht. Viele Unternehmen haben bei digitalen Kompetenzen großen Nachholbedarf.

EU AI Act zwingt Firmen zu audit-sicheren Trainingsprogrammen
Digitalkompetenzen - Geschäftsleute in einem modernen Schulungsraum, die digitale Geräte verwenden und zusammenarbeiten. Datenvisualisierungen im Hintergrund. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Gesetze wie der EU AI Act zwingen Firmen, ihre Trainingsprogramme audit-sicher zu machen. Der Nachholbedarf ist enorm.

TÜV-Studie: Jedes zweite Unternehmen hat Nachholbedarf

56 Prozent der deutschen Firmen sehen großen Bedarf bei digitalen Anwendungskompetenzen. Das zeigt die TÜV Weiterbildungsstudie 2026. Für die im Februar durchgeführte Forsa-Umfrage wurden 500 Betriebe befragt.

Das Gefälle ist deutlich: Bei kleinen und mittleren Firmen liegt der Bedarf bei 54 bis 55 Prozent. Bei Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind es 74 Prozent. Besonders betroffen: der Handel (63 Prozent) und die heute öffentliche Verwaltung (59 Prozent).

Neben allgemeinen Anwendungen stehen IT-Sicherheit, Datenanalyse und Künstliche Intelligenz im Fokus. 46 Prozent der Organisationen nennen diese Themen als Priorität. Der TÜV-Verband fordert eine großangelegte Digitalkompetenzoffensive. Am 26. Juni wird das Thema beim TÜV TALK in Berlin weiter vertieft.

EU AI Act: Ab August drohen Sanktionen

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Der neue EU AI Act verpflichtet Unternehmen dazu, den rechtssicheren Umgang mit KI-Systemen nachzuweisen und Fristen strikt einzuhalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden hilft Ihnen, Risikoklassen und Dokumentationspflichten sofort zu überblicken. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Der Zeitdruck kommt nicht nur aus den Betrieben selbst. Mit dem EU AI Act wird Compliance zur Pflicht. Ab dem 2. August 2026 sind Verstöße gegen die KI-Kompetenzpflicht aus Artikel 4 sanktionierbar.

Unternehmen müssen Mitarbeitern, die mit KI-Systemen arbeiten, ausreichend Fachwissen vermitteln. Und das reicht nicht: HR-Abteilungen müssen Schulungen revisionssicher dokumentieren. Bildungsanbieter reagieren bereits mit spezialisierten Online-Kursen und Zertifikaten.

KI-Kompetenz wird damit zum Kernbestandteil der Corporate Governance.

Governance-Probleme: 92 Prozent haben Steuerungsprobleme

Technologie ohne Struktur birgt Risiken. Das zeigt der GitLab AI Accountability Report vom April 2026. Demnach nutzen 91 Prozent der DevSecOps-Fachleute mindestens zwei KI-Tools. Doch 92 Prozent berichten von Problemen bei der Steuerung und Überwachung.

Besonders kritisch: 85 Prozent sehen Engpässe bei der Validierung. 43 Prozent können KI-generierten Code nicht mehr von menschlichem Code unterscheiden.

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Auch andere Sektoren stehen unter Druck. Der Finanzsektor bereitet sich auf die PAAR-Prüfungen der Bankenaufsicht vor. Fachseminare Anfang Juli schulen Führungskräfte in Kreditrevision und Qualitätssicherung.

Für die Personalarbeit heißt das: Trainingsprogramme rücken ins Visier externer und interner Audits. Branchenexperten setzen auf „Smarter Workforce Systems" – Systeme, die Compliance durch Design statt durch reine Administration sicherstellen und gleichzeitig die Kosten pro Mitarbeiter senken.

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