Drohnenabwehr, FlughÀfen

Drohnenabwehr: Nur 8 von 13 FlughĂ€fen ausgestattet – LĂŒcken bei Sicherheit

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach Drohnenfund in Leipzig drĂ€ngen die Innenminister auf rasche Verbesserung der Abwehrsysteme. Nur acht von 13 FlughĂ€fen sind derzeit ausreichend geschĂŒtzt.

Drohnenabwehr: Innenminister fordern schnellen Ausbau an FlughÀfen
Überwachungskamera auf einem FlughafengelĂ€nde bei DĂ€mmerung zur Symbolisierung der Sicherheitsinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Nach einer Krisen-Telefonkonferenz am Donnerstag haben die Innenminister von Bund und LĂ€ndern einen massiven Zeitdruck beim Ausbau der Drohnenabwehr konstatiert. Hintergrund der Beratungen ist der Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle zu Beginn der Woche.

Der Vorfall vom 11. August 2026 hat die Bundesanwaltschaft auf den Plan gerufen, die inzwischen die Ermittlungen ĂŒbernommen hat. In der Innenministerkonferenz (IMK) am 13. August wurde deutlich, dass die Sicherheitsarchitektur an kritischen Infrastrukturen erhebliche LĂŒcken aufweist. Hamburgs Innensenator Grote bezeichnete die aktuelle Bedrohungslage als eine neue qualitative Dimension.

Ausstattungsdefizite an deutschen FlughÀfen

Besorgnis löste insbesondere der aktuelle Ausstattungsgrad der deutschen VerkehrsflughĂ€fen aus. Nach offiziellen Angaben ist die Bundespolizei fĂŒr die Sicherheit an 13 FlughĂ€fen verantwortlich.

Davon sind derzeit jedoch lediglich acht Standorte prioritĂ€r mit Systemen zur Drohnenabwehr ausgestattet. Vor diesem Hintergrund forderte Sachsens Innenminister Schuster eine bevorzugte BerĂŒcksichtigung des Flughafens Leipzig/Halle bei der Zuweisung technischer Ressourcen.

Anzeige

WĂ€hrend physische SicherheitslĂŒcken an Infrastrukturen zunehmend im Fokus stehen, rĂŒcken auch digitale Bedrohungsszenarien fĂŒr Unternehmen immer stĂ€rker in den Vordergrund. Dieses kostenlose E-Book zeigt auf, wie Sie SicherheitslĂŒcken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfĂŒllen. IT-Sicherheit stĂ€rken und Unternehmen schĂŒtzen

Kritik an der aktuellen Situation kam auch aus Niedersachsen. Innenministerin Behrens bemĂ€ngelte das Fehlen von Abwehrsystemen fĂŒr den Flughafen Hannover sowie fĂŒr maritime Infrastrukturen in den HĂ€fen. Sie forderte die Einberufung einer Sonder-Innenministerkonferenz und plĂ€dierte zusammen mit der Wehrbeauftragten Högl fĂŒr eine stĂ€rkere Verantwortung des Bundes.

Als mögliches Vorbild fĂŒr eine koordinierte Überwachung nannten beide das Maritime Sicherheitszentrum in Cuxhaven. Högl unterstrich, dass die Ereignisse in Leipzig als ein Weckruf verstanden werden mĂŒssten. In Hannover wurde zudem in den letzten Tagen ebenfalls eine Drohnensichtung gemeldet.

Debatte ĂŒber ZustĂ€ndigkeiten und technische LĂŒcken

In der Debatte um die behördlichen Verantwortlichkeiten zeigten sich unterschiedliche EinschÀtzungen. WÀhrend die Innenminister Schuster und Poseck betonten, dass die ZustÀndigkeiten klar geregelt seien und kein strukturelles Defizit in der Organisation bestehe, forderte die Opposition im sÀchsischen Landtag eine Bereinigung der Kompetenzfragen.

Anzeige

Wer sich mit dem Schutz kritischer Strukturen befasst, sollte auch die Risiken durch neue Technologien wie KI nicht unterschĂ€tzen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken Unternehmer jetzt kennen mĂŒssen. Kostenlosen Cyber-Security-Report herunterladen

Im Rahmen einer geheimen Sitzung des Innenausschusses in Dresden am Donnerstag verlangte die CDU ein abgestimmtes Gesamtsystem zur Abwehr fliegender KleinstgerĂ€te. Vertreter der GrĂŒnen drĂ€ngten auf eine sofortige Überarbeitung der bestehenden Risikobewertungen und eine engere Kooperation mit den Bundesbehörden.

Vonseiten des BSW wurde zudem auf technische Defizite bei der Detektion von modifizierten Drohnen hingewiesen, die herkömmliche Überwachungssysteme vor Herausforderungen stellten.

Die AfD-Fraktion im sĂ€chsischen Landtag sprach sich indessen dafĂŒr aus, ein vermeintliches ZustĂ€ndigkeits-Wirrwarr zĂŒgig zu beenden, um die ReaktionsfĂ€higkeit bei kĂŒnftigen Bedrohungsszenarien an sensiblen Verkehrsknotenpunkten zu erhöhen.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69948886 |