Drohnensicherheit, Dobrindt

Drohnensicherheit: Dobrindt kündigt Technologiezentrum am 18. August an

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 09:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Sprengstoff-Fund in Leipzig/Halle plant der Bund neue Abwehrsysteme und ein Technologiezentrum. Die Nachrüstung der Flughäfen soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Drohnenfund in Leipzig: Dobrindt kündigt Ausbau der Abwehrtechnik an
Moderne Drohnenabwehr-Radaranlage auf einem Flughafengelände bei Dämmerung zur Sicherung kritischer Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle kündigt Innenminister Alexander Dobrindt den Ausbau der Drohnenabwehr an. Ein neues Technologiezentrum am DLR-Testgelände in Cochstedt soll am 18. August eröffnet werden.

Der Vorfall hatte für Aufsehen gesorgt: Rund 800 Gramm Semtex und PETN waren an der Drohne befestigt, die über Stunden unentdeckt im Bereich ukrainischer Transportflugzeuge verharrte. Dobrindt spricht von hybrider Kriegsführung und fordert schnellere technologische Entwicklungen.

Wer ist wann zuständig?

Der Fund entfacht eine Debatte über die Organisation der Luftsicherheit neu. Mehr als 40 Behörden teilen sich derzeit die Zuständigkeiten – die Grünen sprechen von einem „Zuständigkeitswirrwarr“, das effektive Reaktionen erschwere.

In der Union wachsen Stimmen für eine Zentralisierung. Berlin hat bereits ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eingerichtet. Der Nationale Sicherheitsrat tagte unter Leitung von Kanzler Merz per Telefonschalte, die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion.

Nachrüstung an acht Flughäfen

Noch fehlt der Bundespolizei an vielen priorisierten Verkehrsflughäfen die stationäre Abwehrtechnik. Frankfurt ist bereits ausgestattet, die übrigen Standorte – inklusive Leipzig/Halle – sollen bis Ende 2026 folgen. 160 bis 240 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

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Als Sofortmaßnahme installierte der Flughafen Leipzig/Halle ein Radarsystem auf der Plattform des alten Towers. Damit soll der Luftraum kurzfristig besser überwacht werden.

Wer darf Drohnen stoppen?

Aktuell darf ausschließlich die Polizei Drohnen aktiv unschädlich machen. Über 30.000 KRITIS-Betreiber mit rund 150.000 Liegenschaften warten auf klarere Regeln. Sicherheitsverbände fordern erweiterte Befugnisse für private Dienste.

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann plant eine gesetzliche Neuregelung: Per „Beleihung“ sollen Infrastrukturbetreiber künftig eigene Drohnenabwehr betreiben dürfen. Auch die Seehäfen verlangen Gleichstellung mit den Flughäfen – die Reaktionszeiten bei Detektionen liegen oft nur zwischen 60 und 90 Sekunden.

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Bundeswehr rüstet auf

Seit Dezember darf die Bundeswehr unter bestimmten Bedingungen Drohnen im zivilen Luftraum abwehren. Das reformierte Luftsicherheitsgesetz schafft dafür die Grundlage. 19 Flugabwehrpanzer vom Typ Skyranger 30 sind bestellt, die Auslieferung soll bis 2028 erfolgen. Die Systeme sind speziell gegen kleine, tieffliegende Ziele entwickelt – und sollen genau die Lücke schließen, die der Leipziger Vorfall offenbarte.

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