Düsseldorf: Zombie-Walk protestiert gegen Entmietung und Mietsteigerungen
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 16:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm Freitagabend haben sich zahlreiche Menschen auf dem Kirchplatz in Düsseldorf versammelt, um gegen Mietsteigerungen, Verdrängung und rücksichtslose Geschäftspraktiken am Wohnungsmarkt zu demonstrieren.
Zu dem Protestzug, der passend zum Vorabend von Halloween als Zombie-Walk gestaltet war, hatten das Bündnis bezahlbarer Wohnraum und die Unterbilker Mieterinitiative Zeit zu bleiben aufgerufen. Im Fokus der Kundgebung standen die Praktiken spekulativer Investoren sowie der wachsende Druck auf langjährige Bewohner der betroffenen Viertel.
Protestroute durch Unterbilk und Friedrichstadt
Die Demonstration zog vom Kirchplatz aus durch die Düsseldorfer Stadtteile Unterbilk und Friedrichstadt. Entlang der Wegstrecke machten die Teilnehmenden an mehreren Wohngebäuden Halt, an denen Mieterinnen und Mieter nach Angaben der Organisatoren unter Verdrängungsdruck stehen. Eine dieser Stationen befand sich an einem Objekt in der Konkordiastraße.
Vor den betroffenen Häusern schilderten Mieterinnen und Mieter die konkreten Umstände ihres Alltags. Dabei berichteten sie von massiven Belastungen durch Schikanen, Einschüchterungsversuche und langanhaltende, extrem lärmende Bauarbeiten, die das Wohnen vor Ort unerträglich machen sollten.
Zudem kamen Fälle von Verwertungskündigungen zur Sprache, bei denen Eigentümer die bestehenden Mietverhältnisse beenden wollen, um Gebäude grundlegend umzugestalten oder gewinnbringend neu zu verwerten.
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Kritik an verdeckten Verdrängungsprozessen
Die Veranstalter machten deutlich, dass solche Entwicklungen längst kein Einzelfall mehr im städtischen Raum seien. Wolfgang Below von der Initiative Zeit zu bleiben betonte im Rahmen der Kundgebung, dass sich der größte Teil dieser Vorgänge im Verborgenen abspiele. Es handele sich um ein leises Sterben der gewachsenen Nachbarschaften, das oft unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit voranschreite.
Die beteiligten Bündnisse richteten ihren Protest gezielt gegen Akteure, die Wohnraum vor allem als renditestarkes Anlageobjekt betrachten. Durch gezielte Entmietung und anschließende Neuvermarktung werde bezahlbarer Wohnraum vernichtet, was insbesondere für Bewohnerinnen und Bewohner mit mittleren und niedrigen Einkommen zu einer existentiellen Belastung führe.
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Mit den als Untote verkleideten Teilnehmern griffen die Initiativen das Bild von Grusel- und Horror-Investoren auf, um symbolisch auf die zunehmende Verdrängung und den Verlust sozialer Strukturen in den Düsseldorfer Quartieren aufmerksam zu machen.
