Durchsuchungen wegen Betrugs bei Nato-Schiffsdiensten
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 15:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIn Deutschland wurden heute von der Hamburger Polizei Durchsuchungen bei zwei Unternehmen und in einer Wohnung durchgefĂŒhrt. In Norwegen erfolgten fĂŒnf Festnahmen, in RumĂ€nien wurden ein Unternehmen sowie mehrere Privathaushalte durchsucht.
Konkret geht es laut der EU-Justizbehörde Eurojust um unrechtmĂ€Ăige Rechnungen eines Unternehmens sowie von Subunternehmen fĂŒr sogenannte Husbandry Services. Dabei handelt es sich um logistische und organisatorische Dienstleistungen zur Versorgung von MilitĂ€rschiffen und deren Besatzungen wĂ€hrend Hafenaufenthalten in Nordwesteuropa.
Auch Bestechung auslÀndischer AmtstrÀger?
Die Gesamtverluste fĂŒr die Nato-Mitgliedstaaten werden bislang auf ĂŒber eine Million Euro geschĂ€tzt, wie Eurojust mitteilte. Die BetrugsvorwĂŒrfe umfassen demnach auch die Bestechung auslĂ€ndischer AmtstrĂ€ger durch das verdĂ€chtige Unternehmen ĂŒber einen Mittelsmann, um im Gegenzug eine bevorzugte UnterstĂŒtzung bei VertragsgeschĂ€ften mit dem zustĂ€ndigen Nato-Dienstleister NSPA zu erhalten.
Den im norwegischen Bergen festgenommenen VerdĂ€chtigen wird schwerer Betrug vorgeworfen, wie die zustĂ€ndige Behörde Ăkokrim mitteilte. "Die Budgets im Verteidigungssektor steigen weltweit, was ein erhöhtes Risiko fĂŒr WirtschaftskriminalitĂ€t mit sich bringt", sagte Marianne Bender, leitende StaatsanwĂ€ltin bei Ăkokrim. "Dies ist ein Bereich, den wir genau beobachten. Sollte die Nato betrogen worden sein, wird es zu einem harten Vorgehen kommen."
