E-Rechnung, Betriebe

E-Rechnung 2027: 70 Prozent der Betriebe noch nicht vorbereitet

Veröffentlicht: 01.07.2026 um 18:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt, dass 70 Prozent der Betriebe die Umstellung auf die E-Rechnung noch nicht abgeschlossen haben. Das Handwerk fordert eine Verschiebung.

E-Rechnungspflicht 2027: Viele Firmen noch nicht bereit
Ein Geschäftsinhaber, der zwischen Papierstapeln und einem leuchtenden digitalen E-Rechnungs-Tablet überfordert aussieht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund 70 Prozent der Betriebe haben die nötigen Anpassungen noch nicht abgeschlossen, obwohl die Ausstellungspflicht ab 2027 schrittweise greift. Das zeigt eine Studie des Dienstleisters Quadient.

Akzeptanz ja, Umsetzung nein

64 Prozent der befragten Unternehmen finden die E-Rechnung grundsätzlich nützlich. Doch zwischen Erkenntnis und Handlung klafft eine Lücke: Schätzungsweise 90 Prozent der Firmen sind von der neuen Pflicht betroffen. Trotzdem haben sieben von zehn die Umstellung noch nicht vollständig bewältigt.

Immerhin: 54 Prozent erwarten sich Prozessvereinfachungen. 47 Prozent sehen in der Umstellung aber erstmal zusätzlichen Aufwand. Die meisten Unternehmen planen, die E-Rechnung in ihre bestehenden ERP-Systeme zu integrieren oder auf Plattformlösungen zu setzen. Und: 64 Prozent glauben, die Umsetzung in weniger als zwölf Monaten zu schaffen.

Handwerk schlägt Alarm

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Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) fordert eine Verschiebung der Ausstellungspflicht um ein Jahr – von Januar 2027 auf Januar 2028. Der Grund: massive technische Probleme.

In rund zwei Dritteln der Handwerksbetriebe treten bei der Validierung von E-Rechnungen Fehler auf. Besonders häufig gibt es Abweichungen zwischen dem strukturierten Datensatz und der begleitenden PDF-Vorschau. Der Verband macht dafür eine fehlerhafte Umsetzung der europäischen CEN-Norm EN 16931 verantwortlich. Mehr Zeit für Tests und normgerechte Software soll das Problem lösen.

Breitere Digitalisierungswelle

Die E-Rechnung ist nur ein Teil eines größeren digitalen Umbaus. Ende Juni 2026 verabschiedete die Ministerpräsidentenkonferenz einen Fortschrittsbericht zur föderalen Modernisierung. Geplant sind unter anderem der Abbau von Schriftformerfordernissen und die bundesweite Verpflichtung zur elektronischen Wohnsitzanmeldung.

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Auch beim Finanzamt wird digitaler. Seit Januar 2026 müssen Unternehmer ohne Sitz in der EU ihre Vorsteuer-Nachweise elektronisch über das Portal des Bundeszentralamts für Steuern einreichen. Und ab Januar 2027 wird der digitale Steuerbescheid (DIVA) zum Standard: Wer seine Erklärung online abgibt, bekommt den Bescheid automatisch ins ELSTER-Postfach – es sei denn, er widerspricht.

Europa zieht nach

Die EU treibt das Thema mit dem Reformpaket „VAT in the Digital Age“ (ViDA) voran. Bis 2030 soll die E-Rechnung im grenzüberschreitenden B2B-Verkehr Pflicht werden. Standards wie Peppol oder Factur-X spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die Wirtschaftskammer Österreich veranstaltet Anfang Juli 2026 eine Informationsveranstaltung zu den neuen EU-Anforderungen. In Deutschland bleibt derweil der Koalitionsausschuss am heutigen Mittwoch im Fokus – dort sollen weitere Reformen zum Bürokratieabbau beraten werden.

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