E-Rechnung, Betriebe

E-Rechnung: 81 Prozent der Betriebe beklagen schlechte Vorbereitung

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 20:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de

81 Prozent der Unternehmen bewerten den Fortschritt bei der E-Rechnung als schlecht. Die Fristen für die Pflicht rücken näher.

E-Rechnungspflicht 2027: Deutsche Firmen hinken bei Umsetzung hinterher
E-Rechnung: 81 Prozent der Betriebe beklagen schlechte Vorbereitung Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund 81 Prozent der Unternehmen bewerten den aktuellen Umsetzungsstand als „eher schlecht“. Das zeigt eine Umfrage des Verbands elektronische Rechnung (VeR) aus dem Juni 2026. Zwar beschäftigen sich 92 Prozent regelmäßig mit dem Thema, doch 69 Prozent fühlen sich unzureichend über das geplante digitale Meldesystem informiert.

Kaum Unternehmen hat funktionierende Lösung

Eine weitere Befragung von rund 870 Teilnehmern bestätigt den Rückstand. Rund 90 Prozent der Unternehmen verfügen demnach noch über keine voll funktionsfähige E-Rechnungslösung. Bei etwa 15 Prozent der Betriebe fehlen sogar konkrete Projektpläne für die Umstellung.

Besonders hart trifft es das Handwerk. Eine Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) unter knapp 2.000 Betrieben zeigt: Fast die Hälfte (47,4 Prozent) schätzt den Aufwand für E-Rechnungen höher ein als für herkömmliche PDFs. Rund jeder dritte Betrieb berichtet von Schwierigkeiten beim Auslesen der Daten. Und nur ein Drittel der Handwerksunternehmen archiviert derzeit GoBD-konform.

Die Zeit drängt: Diese Fristen gelten

Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen bereits E-Rechnungen empfangen können. Doch die eigentliche Pflicht zum Versand kommt erst:

  • Bis Ende 2026: Übergangsfrist – Papier und PDF sind noch erlaubt, wenn der Empfänger zustimmt
  • Ab 1. Januar 2027: Pflicht zum Versand strukturierter E-Rechnungen für Firmen mit über 800.000 Euro Jahresumsatz
  • Ab 1. Januar 2028: Flächendeckende Pflicht für alle B2B-Umsätze
  • Ab 2030: EU-weite Meldepflichten im Rahmen der Initiative „VAT in the Digital Age“ (ViDA)

Wer die Vorgaben ignoriert, riskiert den Verlust des Vorsteuerabzugs, Liquiditätsprobleme und mögliche Sanktionen durch die Finanzbehörden.

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Peppol und KI als Schlüsseltechnologien

Als zentrale Übertragungswege etablieren sich das Peppol-Netzwerk und plattformbasierte Lösungen. Peppol ist bereits in vielen Ländern Standard – Belgien führt die Pflicht Anfang 2026 ein, Frankreich folgt im Herbst.

Die Softwarebranche reagiert: Auf dem d.velop SUMMIT 2026 kündigten d.velop und xSuite eine vertiefte Partnerschaft für automatisierte Rechnungsverarbeitung in der SAP Public Cloud an. KI-gestützte Suiten sollen den Prozess beschleunigen. Auch branchenspezifische Tools wie der Honorarermittler für Architektur- und Ingenieurbüros wurden für 2026 mit ZUGFeRD-Schnittstellen ausgestattet.

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EU startet 8-Millionen-Projekt für KI-Compliance

Am 8. Juli 2026 startete das Horizon-Projekt „TRUST“. Mit 8 Millionen Euro Budget und 17 Partnern aus neun EU-Ländern entwickelt es KI-gestützte Werkzeuge für Unternehmen. Ziel ist eine Plattform mit sechs KI-Assistenten, die unter anderem ein europäisches Vertrauenssiegel etablieren soll. In einer Pilotphase testen rund 500 Organisationen die Lösung – ein Baustein für die rechtssichere digitale Transformation.

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