E-Rechnungspflicht: Neue Regeln fĂŒr Gewerbetreibende ab Juli
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die MaĂnahmen sollen die Transparenz im E-Commerce und Multi-Channel-Vertrieb deutlich erhöhen.
Elektronische Rechnungen werden Pflicht
Das HerzstĂŒck der Reform: Gewerbetreibende, die bestimmte Umsatzgrenzen ĂŒberschreiten, mĂŒssen elektronische Rechnungen ausstellen â und zwar unabhĂ€ngig davon, ob Handelsplattformen bereits Steuern einbehalten haben. Die Regelungen basieren auf den Dekreten 252, 253 und 254/2026/ND-CP sowie ergĂ€nzenden Rundschreiben des Finanzministeriums.
Betroffen sind Familienbetriebe und Einzelunternehmer mit einem Jahresumsatz von ĂŒber 1 Milliarde VND. Sie mĂŒssen ihre Belege entweder mit einem spezifischen Steuercode versehen oder direkt aus Kassensystemen generieren, die mit den Datenbanken der Finanzbehörden verbunden sind.
Klarstellung: Plattform-Steuer befreit nicht von eigener Pflicht
Viele HĂ€ndler fragten sich: Befreit die automatische SteuerabfĂŒhrung durch Shopee oder TikTok Shop von der eigenen Rechnungspflicht? Die Antwort der Finanzbehörden ist eindeutig: Nein.
VerkĂ€ufer haben zwei Optionen: Sie erstellen die Rechnungen selbst oder beauftragen den Plattformbetreiber damit. Fehlen detaillierte KĂ€uferdaten, dĂŒrfen Rechnungen auf den Begriff âVerbraucherâ ausgestellt werden â diese sind dann aber nicht fĂŒr den Vorsteuerabzug qualifiziert.
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Besondere Regeln fĂŒr Influencer und Multi-Channel-HĂ€ndler
Das Finanzamt widmet sich auch dem Affiliate-Marketing und der Arbeit von Influencern (KOLs/KOCs). Ein pauschaler Steuerabzug von 10 Prozent an der Quelle bedeutet nicht, dass alle steuerlichen Pflichten erfĂŒllt sind. Betroffene mĂŒssen ihre Einkommensarten korrekt deklarieren â ob aus gewerblicher TĂ€tigkeit oder DienstverhĂ€ltnissen â und Einnahmen aus allen KanĂ€len zusammenfassen.
Bei Multi-Channel-HĂ€ndlern zĂ€hlt fĂŒr die Umsatzgrenze von 1 Milliarde VND die Summe aller Vertriebswege: stationĂ€re LĂ€den, eigene Websites, soziale Netzwerke und externe Plattformen. Kleinstunternehmen unterhalb dieser Schwelle bleiben von den verschĂ€rften Anforderungen verschont.
EU erhöht Druck: 550 Millionen Euro Strafe fĂŒr AliExpress
Parallel zu den asiatischen Steuerregeln verschĂ€rft auch die EuropĂ€ische Kommission die Gangart. Sie verhĂ€ngte ein BuĂgeld von 550 Millionen Euro gegen AliExpress. Grund: VerstöĂe gegen das Gesetz fĂŒr digitale Dienste (Digital Services Act). Die EU bemĂ€ngelt unzureichende MaĂnahmen gegen illegale oder gefĂ€hrliche Produkte wie FĂ€lschungen und unsicheres Spielzeug. AliExpress muss bis zum 20. Oktober einen detaillierten Aktionsplan vorlegen.
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Krypto-Plattformen unter verschÀrfter Beobachtung
Auch digitale Vermögenswerte rĂŒcken in den Fokus der Finanzaufsicht. Seit diesem Jahr mĂŒssen Krypto-Dienstleister Nutzer- und Transaktionsdaten an die Steuerbehörden melden â basierend auf der EU-Richtlinie DAC8. Branchenexperten warnen: Die automatisierte DatenĂŒbermittlung erhöht das Risiko unentdeckter Steuerhinterziehung bei Krypto-Anlagen erheblich. Plattformen teilen nun umfangreiche Informationen ĂŒber die AktivitĂ€ten ihrer Kunden.
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